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Aufgefallen: Der 8. Spieltag in der Brack Super League

Patrick

Der FC Lugano gewinnt doch nicht immer. Servette dafür endlich wieder. Der Meister lehrt gerade die Kehrseite der Medaille kennen und beim FC Basel zeigt ein gewisser X.S., was noch so alles in ihm steckt. Unser Rückblick auf das vergangene Wochenende in der Super League.

Keystone_Luka Kolanovic_Der Anfang vom St Galler Ende_Ilyas Chouaref trifft zum 0zu1 für den FC Sion
Der Anfang vom St. Galler Ende: Ilyas Chouaref (Bildmitte in rot) trifft zum 0:1 für den FC Sion © Keystone / Luka Kolanovic

Kein Tor, kein Problem

13 Tore hat Winsely Boteli in seiner knapp 14 Monate jungen SL-Karriere bislang erzielt. Allerdings nicht gegen den FC St. Gallen, gegen den der 20-jährige Sion-Shooting-Star auch am frühen Samstagabend leer ausging. Ein Problem war das jedoch trotzdem nur für Grün-Weiss. Denn der Topscorer der noch jungen Saison 2026/2027 netzte zwar nicht selbst ein, hatte jedoch bei sämtlichen drei Walliser Toren seine Füsse im Spiel. Erst, als er vor der Pause Ilyas Chouarefs 0:1 (37.) und Franck Surdez' 0:2 (45. +1) vorbereitete. Dann, als er auch noch zu Ali Kabacalmans 0:3 den zweiten Assist lieferte und somit seine persönliche Skorerbilanz auf zwölf Tore oder Vorlagen in 13 Partien schraubte. Für die Sittener natürlich genauso wichtig: Dass sie mit dem fünften Vollerfolg im siebten Spiel noch etwas näher an das Duo Lugano/YB heranrücken konnten. Auf der anderen Seite verlor der FC St. Gallen zum vierten Mal in den vergangenen fünf Partien. Den Anschluss an das Spitzentrio hat die Mannschaft von Trainer Enrico Maassen (10 Punkte) somit zumindest vorderhand verloren.

 

Heute ist nicht mehr gestern

Vor gut einem Jahr wäre dieser Ball drin gewesen. Jene Grosschance, welche Thuns Brighton Labeau in der 9. Minute und völlig freistehend im GC-Strafraum liegen liess. Und sehr wahrscheinlich, hätte sich Marco Bürki in der vergangenen Spielzeit auch nicht zu jenem ebenso unüberlegten wie unnötigen Ellbogenschlag gegen Nikolas Muci hinreissen lassen, für den er nach 38 Minuten vom Platz flog. Zusammen aber waren jene beiden Szenen matchentscheidend – gemeinsam mit dem 0:1 der Hoppers durch Samuele Bengondo nach 23 Minuten. Danach waren zehn Thuner zwar nicht schlechter als der Gast aus Zürich, aber halt auch nicht um so viel besser, um die Hypothek der ersten 40 Spielminuten noch in ein zählbares Ergebnis umwandeln zu können. Ein kleiner Coup für die Grasshoppers, die zum ersten Mal seit rund zweieinhalb Jahren wieder einmal drei Super-League-Partien am Stück nicht verloren (7 Punkte) und die Berner Oberländer (Rang 10, 7 Punkte) gleichzeitig in der Tabelle überholten. Die bezogen im siebten Meisterschaftsspiel bereits ihre vierte Saisonniederlage oder genau gleich viele wie in der vergangenen Spielzeit in 16 Spielen. Auch das zeigt: Heute ist definitiv nicht mehr gestern.

 

Alles drin

Spitzenkampf war angesagt, und Spitzenkampf war am Samstagabend in der AIL Arena auch drin. Vier Tore, Chancen hüben wie drüben und am Ende ein gerechtes Unentschieden im Duell zwischen dem FC Lugano und den Berner Young Boys. Dabei hätte besonders der Leader aus dem Tessin die Gelegenheit gehabt, die Partie frühzeitig in andere Bahnen zu lenken, verpasste es aber, nach dem frühen 1:0 durch Daniel Dos Santos (2.) nachzulegen. Dadurch waren es nach mehreren vergebenen Tessiner Chancen und Pfostenschüssen die Berner, die nach Samuel Essendes etwas überraschendem Ausgleich (28.) plötzlich den Ton angaben. Christian Fassnacht doppelte vor der Pause (45.) noch nach, ehe YB in der zweiten Halbzeit die Gelegenheit verpasste, den Sack zuzumachen. Und so blieb die Türe für die Bianconeri genau jenen Spalt offen, den Albian Ajeti benötigte, um in der 81. Minute das 2:2 zu erzielen. Jener Ajeti, der am Samstag erst zum dritten Mal das Trikot der Tessiner trug, mit seinem Treffer aber bereits zum zweiten Mal für womöglich noch entscheidende Punkte sorgte. Denn dank der Punkteteilung blieb es an der Tabellenspitze vorläufig bei den drei Zählern Abstand zwischen den beiden Kontrahenten. Mit dem Unterschied, dass Lugano am Mittwoch im Nachtragsspiel gegen St. Gallen die Chance winkt, mit einem Sieg die Distanz zu den Young Boys direkt zu verdoppeln.

 

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Ärmel hoch und siegen: Xherdan Shaqiri führte den FC Basel zum wichtigen Auswärtssieg in Luzern (Keystone / Urs Flueeler)

Sonntagsschuss

26 Prozent Ballbesitz und – fast schon folgerichtig – ein 0:1 Rückstand (13., Marcel Monsberger) gegen den Aufsteiger aus Vaduz. Keine Frage, wer zur Halbzeit auf die Partie im Zürcher Letzigrund blickte und auf einen Sieger tippte, hatte eigentlich keinen Grund zur Annahme, dass dieser FC Zürich heissen könnte. 45 Minuten später jedoch war genau das der Fall. Weil dem FCZ der Pausentee – oder die Ansprache von Trainer Marcel Koller – gut getan hatte, und weil die Liechtensteiner irgendwie komplett den Faden verloren. Auf alle Fälle dauerte es ganze zehn Minuten, ehe das Heimteam durch Philipp Keny ausgleichen konnte (55.). Nur drei Minuten später verpasste Livano Comenencia um Haaresbreite die Zürcher Führung, die Umeh Emmanuel schliesslich in der 92. Minute und mit noch besserem Timing doch noch bewerkstelligte. Sein Schlenzer in der letzten Spielminute war nämlich nicht nur herrlich, sondern gleichbedeutend mit der Siegsicherung für den Stadtklub, der dank den drei Zählern zumindest vorderhand wieder in den Top 6 Unterschlupf gefunden hat. Eine Zwischenbilanz, die gar nicht einmal so schlecht ist für eine Mannschaft, die gefühlt ständig kurz vor der nächsten sportlichen Krise steht.

 

Fertig lustig

Spätestens jetzt ist er aufgebraucht. Den Bonus, welcher der FC Lausanne-Sport in den vergangenen Wochen noch genoss, in erster Linie dank eines knappen Auswärtssieges beim FC Basel Anfang August. Doch nach der 0:1-Derby-Pleite gestern Sonntag gegen Servette sind die damals noch viertplatzierten Waadtländer mittlerweile ganz unten angekommen. Neu leuchtet die rote Laterne in der Olympiastadt, und das nach weiteren sieglosen Auftritten gegen die Mitkonkurrenten GC, Zürich, Vaduz und Thun mittlerweile ziemlich verdient. Auch weil das Team von Neo-Trainer Luka Elsner es gestern schaffte, selbst einem komplett verunsicherten Servette den Sieg zu überlassen. Die einzige Möglichkeit dazu: den Grenats die drei Punkte mittels eines groben Schnitzers quasi auf dem Silbertablett zu servieren, was prompt auch passierte. SFC-Neuzugang Kingstone Mutandwa sagte danke und versenkte den durch ein Missverständnis in der Lausanner Verteidigung entstandenen Elfmeter in der 52. Minute zur Entscheidung. Danach drückten die Waadtländer zwar auf den Ausgleich, kamen ihm aber eigentlich nur bei Levy Nenes Lattenkracher (56.) nahe. Und so blieben die Lausannois auch im sechsten Spiel hintereinander sieglos. Sehr zur Freude des ebenso sehr auf Punkte angewiesenen Rivalen vom anderen Ende des Lac Léman.

 

Statement

Im Fussball liegt die Wahrheit bekanntlich auf dem Platz. Und manchmal scheint alles ganz einfach. So zum Beispiel im Fall der Ursachenforschung auf Seiten des FC Basel, und dessen Analyse der letzten sieben Monate unter ex-Trainer Stephan Lichtsteiner. Denn nichts deutet so eindeutig auf den falschen Trainer, zum falschen Zeitpunkt und am falschen Ort hin, wie diese beiden Statistiken von Basels Schlüsselfigur Xherdan Shaqiri. Tore und Skorerpunkte in den beiden Partien vor und nach Stephan Lichtsteiner: Fünf (Tore), bzw. zwei (Assists). Tore und Assists in den 20 Spielen unter dem ehemaligen Nationalmannschafts-Captain: Drei (Tore). Dabei hatte das Debüt von Interims-Trainer Luigi Nocentini so schlecht begonnen, wie eigentlich kein Spiel unter dem erfolglosen SL-Rookie Lichtsteiner, zappelte der Ball doch bereits nach 31 Sekunden im Basler Netz (Oscar Kabwit). Danach jedoch übernahmen die Bebbi das Zepter, glichen durch Can Zelar (4.) rasch aus und profitierten im Anschluss von einem glänzend aufgelegten X.S. Erst kurz vor der Pause, als Shaq per Corner Philipp Oteles 1:2 (42.) vorbereitete. Dann nach der Pause, als er bis zur 66. Minute mit einem Doppelpack auf 1:4 stellte. Den Schlusspunkt überliessen die Basler dann noch einmal den Luzernern, die in der 84. Minute durch Lars Villiger noch verkürzen konnten. Für Zählbares hätten die Zentralschweizer aber deutlich hartnäckiger verteidigen müssen, als sie dies gestern Sonntag zu leisten imstande waren.

 

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