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Kein Team, aber 8 Spieler: Unsere Vertreter in der UEFA CL 2026/2027

Patrick

Heute Abend wird sie angepfiffen, die Ligaphase der Champions-League-Saison 2026/2027. Mit dabei insgesamt 32 Teams, aber keines aus der Schweiz. Immerhin konnten sich acht unserer Kicker mit ihren Klubs für die diesjährige Ausgabe der Königsklasse qualifizieren. Vor dem Start in wenigen Stunden werfen wir einen Blick auf ihre Perspektiven.

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Möchten die Duelle mit Bodö/Glimt möglichst rasch vergessen machen: Manuel Akanji und Inter Mailand gehören zum erweiterten CL-Favoritenkreis © Keystone / AP / Luca Bruno

Manuel Akanji – Inter Mailand

Mit einem Gastspiel bei Real Madrid steigt Manuel Akanji heute Abend in seine 10. Champions-League-Kampagne, seine zweite seit dem Wechsel zu Inter. Beim italienischen Meister gehört der 31-jährige Innenverteidiger auch in dieser Spielzeit zum Stamm und soll mithelfen, die «Nerazzurri» nach 2023 und 2025 zum dritten Mal in diesem Jahrzehnt ins Endspiel zu führen. Ein realistisches Ziel, angesichts des fast schon peinlichen Outs gegen Bodø/Glimt letzten Februar? Nicht unbedingt, aber das hat die Norditaliener schon in den vergangenen Jahren nicht davon abgehalten, zu überraschen. Neben dem Gastspiel in Madrid und einem Duell mit Liverpool treffen Akanji und Inter in der Ligaphase auch auf die «Schweizer» Klubs aus Brügge, Stuttgart und Dortmund.

 

Gregor Kobel – Borussia Dortmund

Ein weiterer Schweizer, der in jüngerer Vergangenheit überraschend im CL-Endspiel stand, ist Gregor Kobel (2024). Der 28-Jährige hütet seit mittlerweile fünf Jahren erfolgreich den BVB-Kasten, auch wenn der Schweizer Nati-Keeper letzten Februar eine Teilschuld am überraschenden Out gegen Atalanta Bergamo (1:4 Auswärtsniederlage nach 2:0-Sieg im Hinspiel) auf seine Kappe nehmen musste. Tempi passati. In der aktuellen Ausgabe streben die Westfalen abermals die Achtelfinalqualifikation an, auch wenn die Trauben dafür etwas höher hängen dürften als auch schon. Nach dem heutigen Auftakt gegen Villarreal treffen die Dortmunder bis zum Ende der Ligaphase u.a. noch auf Real Betis (h), Arsenal (a), Inter Mailand (h) und Aston Villa (a). Ein Spielplan, der der Borussia einiges abverlangen dürfte.

 

Yann Sommer – Club Brügge

Ein CL-Veteran ist Kobels Vorgänger im Nati-Tor – Yann Sommer. 2025 mit Inter nur einen Sieg vom totalen Triumph entfernt, erlebt der 37-Jährige beim heutigen Start gegen Aston Villa eine Premiere: Zum ersten Mal steigt der ehemalige Basel-, Gladbach- und Bayern-Keeper mit Club Brügge in den wichtigsten Klubwettbewerb der Welt. Jenem Brügge, das vor zwei Jahren mit der Achtelfinalqualifikation viele Experten überraschte. Ist ein ähnlicher Exploit auch in dieser Spielzeit möglich? Der Spielplan mit weiteren Duellen gegen Inter, Lens, Liverpool, Napoli und Stuttgart lässt zumindest die Möglichkeit offen, auch wenn sich Trainer Ivan Leko (CRO) und sein Team wohl zur Decke werden strecken müssen.

 

Cheveyo Tsawa und Andrej Vasovic – Club Brügge

Bekanntermassen ist Yann Sommer nicht der einzige Schweizer in den Reihen der «Blau-Zwart». Im Gegensatz zum 94-fachen Schweizer Nationalspieler gehören der 19-jährige Cheveyo Tsawa (ex-FCZ) und der 18-jährige Andrej Vasovic (ex-FCL) jedoch (noch) nicht zu den Leistungsträgern von Club Brügge – weder in der Meisterschaft noch in der Champions League. In den ersten Wochen kamen die beiden Jungspunde gemeinsam auf genau drei Teileinsätze und total 25 Spielminuten. Für die Königsklasse wurden trotzdem beide gemeldet und erhalten möglicherweise im Verlauf der Ligaphase wertvolle Spielpraxis.

 

Keystone_AP_Francisco Seco_Im EL-Finale im Mai noch Gegner in dieser CL Kampagne auf einer Seite vereint
Im EL-Finale im Mai noch Gegner, nun in der CL vereint: Johan Manzambi (Nr. 44) und seine neuen Teamkollegen bei Aston Villa (Keystone / AP / Francisco Seco)

Johan Manzambi – Aston Villa

Der Genfer war eine der grossen Entdeckungen der vergangenen WM und nutzte diesen Schub zum Wechsel vom SC Freiburg zu Aston Villa – für schlappe 60 Mio. Euro Ablöse. Seit seiner Ankunft in Birmingham muss sich der 20-jährige Offensivakteur jedoch in Geduld üben. Die im Training vor dem WM-Achtelfinale erlittene Knieprellung macht Manzambi nach wie vor zu schaffen. Immerhin kehrte der ehemalige Servette-Junior gestern Montag ins Mannschaftstraining zurück – pünktlich vor dem CL-Auftakt bei Club Brügge. Ein Einsatz des teuersten Einkaufs der Klubgeschichte kommt aber noch zu früh, auch wenn die in dieser Saison noch torlosen «Villans» (3 Spiele / 1 Punkt) zusätzliche Offensivpower durchaus gebrauchen könnten. So richtig knusprig wird Villas CL-Parcours ohnehin erst ab dem vierten Liga-Spieltag. Dann folgen der Reihe nach Duelle mit Barcelona (a), PSG (h) und Dortmund (h).

 

Luca Jaquez – VfB Stuttgart

Zum zweiten Mal in den letzten drei Spielzeiten ist der VfB Stuttgart Teil der CL-Ligaphase. Aus Schweizer Sicht mit dabei (Genesung vorausgesetzt): Luca Jaquez, 23-jähriger Innenverteidiger und mittlerweile in seiner dritten Spielzeit bei den Schwaben. Allerdings: Aktuell leidet der ehemalige Luzerner wieder einmal an muskulären Beschwerden – wie zuletzt im Anschluss an seinen Startelfeinsatz an der WM gegen Kanada. Seitdem hat Jaquez nicht mehr gespielt, sollte jedoch gemäss Medienberichten in Kürze wieder einsatzfähig sein. Den morgigen CL-Auftakt gegen Viking Stavanger wird der fünffache Nationalspieler zwar verpassen, im Duell des zweiten Spieltages mit Slovan Bratislava (im Oktober) sollte Jaquez jedoch wieder einsatzfähig sein. Die Stuttgarter-Highlights der diesjährigen Kampagne stehen später im Herbst an: am 3. Spieltag (vs. Atlético Madrid) sowie an Spieltag fünf (Inter Mailand). Vom VfB nicht für die Champions League nominiert wurde der zuletzt an Heidenheim ausgeliehene Rechtsverteidiger Leonidas Stergiou.

 

Loun Srdanovic – OSC Lille

Der wohl am leichtesten zu übersehende Schweizer CL-Teilnehmer? Loun Srdanovic, 20 Jahre junger Rechtsverteidiger beim OSC Lille. Der Ex-Servettien wechselte diesen Sommer zum letztjährigen Tabellendritten der Ligue 1 und hat im Norden Frankreichs bislang erwartungsgemäss keine grossen Stricke zerrissen. Immerhin wurde er vom Klub des neuen Trainers Davide Ancelotti (Sohn von Carlo) in den CL-Kader berufen und darf also hoffen, in der Königsklasse sein Debüt für «Les Dogues» geben zu dürfen. Die bekanntesten Gegner dort: Arsenal am 2. Spieltag (a), die Bayern am 5. Spieltag (h) und der VfB Stuttgart am 6. Spieltag (a).

 

Dereck Kutesa – AEK Athen

Vor etwas mehr als einem Jahr wechselte Dereck Kutesa mit der Empfehlung von 15 Meisterschaftstoren zum aktuellen griechischen Meister. Nun, nach genau null Toren in 15 Einsätzen, ist er bei AEK bereits auf dem Abstellgleis gelandet. Eine Rückkehr nach Genf stand (steht?) im Raum, und für den CL-Kader der Griechen wurde er folgerichtig nicht nominiert. Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis Kutesa seine Zelte in Athen endgültig abbrechen wird.

 

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