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Premier League im Millionen-Rausch

Andy

Geld? Das ist eigentlich nur ein emotionsloses Zahlungsmittel. Im Sommertransferfenster wurde in den besten europäischen Ligen schon fast unmoralisch viel investiert, um sich und den Fans am Ende genau diese Emotionen und Erfolge zu bescheren.

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Der Argentinier Enzo Fernandez ist der Rekordmann dieses Sommers. © IMAGO / APL

Mehr als vier Milliarden Euro wurden in den letzten Wochen in der Premier League ausgegeben. Die finanzielle Potenz in der englischen Liga ist schon fast beängstigend gross – die astronomisch hohen TV-Gelder lassen grüssen. Der Primus inter Pares war dabei Manchester City, das zusätzlich durch Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan alimentiert wird und sich bei Bedarf finanziell in einer eigenen Liga bewegt.

So war das nun auch in diesem Sommer. Nachdem in der Saison 2025/26 Arsenal den Titel gewonnen hatte, muss diese Schmach so schnell wie möglich getilgt werden. Satte 526 Millionen Euro haben die Citizens in diesem Sommer auf ihrer Einkaufstour ausgegeben. Es ist ein neuer Rekord. Zuvor war der FC Liverpool Rekordhalter gewesen, hatte im vergangenen Sommer 483 Millionen Euro ausgegeben. Darunter 125 Millionen für Florian Wirtz und 145 Millionen für Alexander Isak – die dann aber auf dem Rasen alles andere als überzeugend auftraten.

Rekordmann Fernandez

Diese 145 Millionen waren die Rekordablösesumme für die Premier League, die nun egalisiert wurde. Und zwar kurz vor dem Schliessen des Transferfensters, als der Wechsel des Argentiniers Enzo Fernandez von Chelsea zu Manchester City bekannt wurde. Nachdem Rodri (zu Barcelona) und Tijjani Reijnders (zu Al-Qadsiah) die Citizens verlassen hatten, war eine Reaktion fällig. Und mit dieser wurde Trainer Enzo Maresca, der Nachfolger von Pep Guardiola, glücklich gemacht – Fernandez hatte unter Maresca schon bei Chelsea eine tragende Rolle gespielt.

Neben Fernandez waren Elliot Anderson (135 Mio. Euro), Ayyoub Bouaddi (95 Mio. Euro) und Iliman Ndiaye (70 Mio. Euro) Manchesters Neuzuzüge im obersten Preissegment, die den Trainer und das Team nun zu Erfolgen verdammen und massgeblich für die Rekordinvestitionen verantwortlich sind. Doch auch andere Klubs von der Insel haben geklotzt statt gekleckert. Chelsea kam auf 406 Millionen Euro, dahinter folgen Tottenham (366), Newcastle (313), Aston Villa (300), Liverpool (264) und Arsenal (227), bevor auf Position 8 dieses Rankings mit Real Madrid der erste nicht englische Klub zu finden ist. 225 Millionen Euro sollen die Königlichen zurück an die nationale und internationale Spitze bringen, aufgeteilt auf Yan Diomande (125), Marc Cucurella (55), Carlos Espi (25) und Denzel Dumfries (20).

Enzo Fernandez überstrahlt mit seinen 145 Millionen natürlich alles. Mit dieser Summe belegt der Argentinier in der Liste der Allzeit-Transferrekorde aktuell Rang 4. Hinter Neymar (2017 für 222 Mio. von Barcelona zu PSG), Kylian Mbappé (2018 für 180 Mio. von Monaco zu PSG) und Ousmane Dembélé (2017 für 148 Mio. von Dortmund zu Barcelona).

Macht Diomande Real wieder königlich?

Neben Fernandez gab es aber noch weitere bemerkenswert kostspielige Transfers. Chelsea verpflichtete bereits im Juli Mittelfeldspieler Morgan Rogers und überwies Aston Villa 138 Millionen Euro. Nur knapp weniger investierte Manchester City in Elliot Anderson. Der Mittelfeldspieler kostete 135 Millionen Euro und ist der drittteuerste Transfer dieses Sommers. Auf Position 4 folgen der Franzose Bradley Barcola, der für 125 Millionen von Paris Saint-Germain zu Liverpool weitergezogen ist, und Yan Diomande. Der Rechtsaussen greift nun für Real Madrid statt RB Leipzig an und bescherte dem Dosenklub einen wahren Millionensegen. Diomande ist der teuerste Zuzug bei den Madrilenen, die sonst auf dem Transfermarkt für einmal defensiv agierten und unter anderem Ibrahima Konaté und Bernardo Silva ablösefrei verpflichteten.

Bemerkenswert ist, dass unter den Top Ten der Sommertransfers Yan Diomande der einzige ist, der nicht in die Premier League gewechselt ist. Dazu kommen auf den Positionen 6 bis 10 auch noch Sandro Tonali (108 Mio., von Newcastle zu Tottenham), Mateus Fernandes (99 Mio., von West Ham zu Tottenham), Ayyoub Bouaddi (95 Mio., von Lille zu Manchester City), Savio (87 Mio., von ManCity zu Tottenham) und Bruno Guimarães (87 Mio., von Newcastle zu Arsenal). Johan Manzambi liegt übrigens gemeinsam mit Weltmeister Rodri nach seinem 60-Mio.-Wechsel von Freiburg zu Aston Villa auf Rang 20.  

Die Millionentransfers schüren natürlich Erwartungen. Da darf man gespannt sein, wer diese in den kommenden Monaten erfüllt – und wer als Fehleinkauf abgestempelt wird.

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