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Beendet Fenerbahçe den Champions League-Albtraum?

Andy

Fenerbahçe gehört zu den erfolgreichsten türkischen Fussballklubs und gewann in seiner Geschichte 19 Meistertitel, wobei seit dem letzten Triumph schon ein Dutzend Jahre vergangen sind. Auch in der Champions League dauert die Durststrecke schon lange – denn zuletzt wurden die Playoffs zum Albtraum.

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Zaubert Millionen-Transfer Mason Greenwood auch gegen Lyon oder platzt bei Fenerbahçe der Traum von der Champions League erneut? © IMAGO / Anadolu Agency

Es ist eine gefühlte Ewigkeit her, seit Fenerbahçe letztmals die «richtige» Champions League bestritt, also in der Gruppen- oder Ligaphase mitspielte. Das war in der Saison 2008/09, als der türkische Klub die Gruppe mit Arsenal, Porto und Dynamo Kiew mit zwei Punkten auf dem letzten Platz beendete. Seither lebte natürlich der Traum von rauschenden Nächten auf der europäischen Bühne immer wieder (zumal Fener in der Saison 2007/08 noch den Viertelfinal erreicht hatte, dort aber an Chelsea gescheitert war)  – und immer wieder platzte er auch.

Neun Anläufe nahm der Klub aus Istanbul seither, um es zurück in die europäische Elite zu schaffen – und neunmal scheiterte er in der Qualifikation. Darunter auch in der Saison 2010/11, als die Young Boys in der dritten Runde der Qualifikation dank Toren von Emiliano Dudar, Moreno Costanzo und Henri Bienvenu mit dem Gesamtskore von 3:2 in die Playoffs einzogen, dort aber an Tottenham scheiterten.

Für Fenerbahçe war es ein frustrierendes Aus, aber nicht das dramatischste. Denn dreimal platzte der grosse Traum erst in den Playoffs. 2012 war Spartak Moskau einen Hauch besser, kam nach Hin- und Rückspiel mit 3:2 Toren weiter. Im Jahr danach war Arsenal eine oder zwei Nummern zu gross, siegte in den beiden Spielen mit 3:0 und 2:0. Und vor einem Jahr war nach dem Aufeinandertreffen mit Benfica Lichterlöschen – die Portugiesen kamen mit 1:0 Toren weiter.

Es war das fünfte Mal in Serie, dass Fenerbahçe in der Königsklasse ein Duell mit einem Treffer Unterschied verlor und nicht ins grosse Millionen-Business einzog. 2022 und 2024 war gegen Dynamo Kiew und Lille die Entscheidung sogar erst in der Verlängerung gefallen. Doch ganz speziell war die Niederlage vor einem Jahr.

Der fatale Aktürkoglu-Treffer

Im Hinspiel daheim mussten sich die von Startrainer José Mourinho geführten Türken mit einem 0:0 begnügen, dennoch war die Zuversicht gross, dass im Rückspiel das Weiterkommen gesichert werden könnte. Doch dort dominierte nicht Fenerbahçe, sondern Benfica. Und die Portugiesen wurden nach 35 Minuten auch erlöst – durch einen ganz speziellen Treffer.

Der türkische Nationalspieler Kerem Aktürkoglu hämmerte den Ball unter die Latte und schoss Fenerbahçe ins Elend. Ausgerechnet Aktürkoglu! Denn hinter seinem Treffer versteckte sich eine pikante Geschichte. Fenerbahçe wollte Aktürkoglu zu diesem Zeitpunkt unbedingt verpflichten. Die Verhandlungen mit Benfica liefen seit einiger Zeit. Benfica wollte ihn jedoch offenbar erst abgeben, nachdem die Qualifikation für die Champions League gesichert war. Und ausgerechnet der Spieler, den Fenerbahçe verpflichten wollte, zerstörte mit seinem Tor Feners Champions League-Traum. Wenige Tage später einigten sich die Klubs tatsächlich auf den Transfer des ehemaligen Spielers von Erzrivale Galatasaray: Fenerbahçe zahlte 22,5 Millionen Euro plus mögliche 2,5 Millionen an Boni. Entsprechend verständlich war der verhaltene Jubel des türkischen Offensivspielers nach diesem so wichtigen Tor. Fünf Tage nach seinem Treffer wurde dann übrigens auch der Transfer offiziell.

Die Champions League-Playoffs waren für Fenerbahçe so ein Albtraum – und dasselbe droht nun auch in diesem Jahr. Im Hinspiel letzte Woche kam Fenerbahce daheim gegen Olympique Lyon nicht über ein 1:1 hinaus. Dies, obwohl die Franzosen, bei denen nun auch der Schweizer Zachary Athekame im Kader steht, zuletzt mit grossen finanziellen Problemen zu kämpfen hatten und vor einem Jahr dem Zwangsabstieg in die Ligue 1 nur haarscharf entgangen waren.

Namhafte Zuzüge

Im Gegensatz dazu steht Fenerbahçe, das in den letzten Wochen auf dem Transfermarkt mächtig Gas gegeben hat. Offensivspieler Mason Greenwood wurde für 39 Millionen Euro aus Marseille losgelöst, Mittelstürmer Vedat Muriqi kam für 15,5 Millionen aus Mallorca. Weitere namhafte Zuzüge sind Nathan Aké (Manchester City) und Romelu Lukaku (Napoli). Aber Trainer Ismail Kartal plagen vor dem kapitalen Rückspiel am Mittwochabend Sorgen: Spielmacher Marco Asensio (Oberschenkelzerrung) und Linksaussen Kerem Aktürkoglu (Gehirnerschütterung) stehen in Lyon nicht zur Verfügung. Gelingt es den Türken dennoch, den «Alptraum Champions League-Playoffs» zu beenden, oder geht das schon bald ewige Warten auf die Königsklasse weiter? Wenigstens steht im Kader der Franzosen weder ein Spieler mit türkischem Pass noch einer, bei dem es Gerüchte um einen möglichen Wechsel zu Fenerbahçe gibt.

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