Aufgefallen: Der 4. Spieltag in der Brack Super League
Nur drei Spiele standen an diesem Wochenende auf dem SL-Spielplan. Doch während die Hälfte der Liga die Beine hochlagerte oder sich auf die anstehenden Europacup-Playoffspiele vorbereitete, lieferten die verbliebenen sechs Teams Gesprächsstoff für zwei Wochenenden. Bereits am Samstagabend war dabei klar, dass es in Sachen Torchancen und umstrittenen VAR-Entscheidungen kaum noch Luft nach oben geben würde, am Sonntag folgten dann auch noch Tore im Akkord. Unser Rückblick auf das vierte Wochenende in der Schweizer Beletage.
Grund zu Feiern
So lässt sich ein Geburtstag auch im hohen Alter gut begehen. Mit über 14'000 «Partygästen» im Rücken, einen gelungenen Jubiläumsoutfit und vor allem mit dem ersten Vollerfolg der noch jungen Saison. Dabei stand die Luzerner Siegpremiere eigentlich nur während den ersten knapp 120 Spielsekunden auf der Kippe oder solange, wie die Waadtländer Gäste in der neubenannten Thermoplan Arena das 0:0 halten konnten. Dann traf der generell sehr gut aufgelegte Matteo Di Giusto zum 1:0 – und der Zentralschweizer Dreier zum 125. Geburtstag war eingetütet. Denn was folgte, war Luzerner-Einbahnfussball in Richtung Lausanner Tor, unterbrochen einzig von den Paraden von LS-Keeper Melvin Mastil, der sich in regelmässigen Abständen auszeichnen konnten. Auf der anderen Seite musste ex-Lausanne und Neo-FCL-Keeper Karlo Letica kaum je eingreifen und kam so im ersten Einsatz zum ersten Shutout und zum ersten Sieg. Die Punkte zwei, drei und vier der laufenden Spielzeit dürften für die Leuchten im Jubiläumsspiel jedoch definitiv noch wichtiger gewesen sein.
Nein. Doch. Oh!
Was war das für ein Spiel am späten Samstagabend im Zürcher Letzigrund. Mit einer FCZ-Führung aus dem Nichts und für Nichts (Philippe Keny per Penalty in Minute 8.). Einem Mega-Save von Bledian Krasniqi per Latte und Torlinie kurz vor der Pause (42.). Einem FC Basel, der in der zweiten Halbzeit doch noch den Turnaround bewerkstelligte (62. Kazeem Olaigbe, 85. Zan Celar per Penalty) und einem Schiedsrichter (Anojen Kanakasingam), der schlussendlich nur vom VAR davor bewahrte wurde, das Spiel nach einer durchzogenen ersten Hälfte sogar noch komplett zu entscheiden. Denn eigentlich lag der Berner während den knapp 100 Spielminuten bei fast jeder entscheidenden Situation falsch und das fast immer zugunsten der Zürcher. So auch bei den entscheidenden Szenen vor dem siegbringenden Basler 2:1 (übersehenes Foul von FCZ-Verteidiger Hack) und in der 96. Spielminute, als Kanakasingam seinen ursprünglich getroffenen Elfmeterentscheid im Basler Strafraum erst nach Ansicht der Bilder zurücknahm. Bitte für den FC Zürich, aber gerechtfertigt, auch wenn der eine oder andere Stadtzürcher dies nach der Partie nicht so sehen wollte. Entscheidend für die dritte Zürcher Niederlage im vierten Spiel war aber viel mehr die Tatsache, dass die Koller-Truppe nach der Pause viel zu wenig dafür tat, um die Halbzeitführung nach Hause zu spielen. Auf der anderen Seite bewies der FC Basel Moral und ein glückliches Händchen bei der Torhüterwahl. Ohne die etatmässige Nr. 2 Mirko Salvi in Höchstform (Penaltys ausgenommen), wären die drei Punkte zumindest nicht komplett ans Rheinknie gewandert.
Serientäter
Woran erkennt man, dass einer Mannschaft plötzlich wieder mehr Goodwill entgegen gebracht wird? Vielleicht an jenem Moment, in dem eine aktuelle Entwicklung plötzlich noch mit weiteren Erfolgsmomenten aus dem Vorjahr untermauert wird. So wie zum Beispiel im Fall der Berner Young Boys, vergangene Saison enttäuschender 6. der Super League, nun aber bereits seit sieben Partien in Folge ungeschlagen – wenn man eben den eigentlich bedeutungslosen Schlussspurt vom Mai noch hinzuzählt. Aber auch in der aktuellen Saison steht Gelb-Schwarz nach vier Spielen bereits bei zehn Punkten, inklusive dem sonntäglichen 4:2 Heimerfolg gegen FC Vaduz. Mit abermals zwei Gegentoren (zum dritten Mal in vier Spielen), aber eben halt auch mit z.T. herrlichen Toren von Joël Monteiro (4.), Neuzugang Kaly Sène (37.), Alvyn Sanches (57.) und Armin Gigovic (87.). Wobei man die Anzahl und Art der Tore vielleicht nicht ganz so stark gewichten sollte. Denn dass viele und auch schöne Tore nicht zwingend irgendwo hinführen, zeigt aktuell der Gegner aus dem Fürstentum. Trotz einer abermals guten Leistung, steht der Aufsteiger auch noch vier Partien noch ohne Punkt da. Trotz einem Doppelpack von Milos Cocic (25. und 43.) und trotz bereits sieben erzielten Treffern (bei zwölf Gegentoren). Nun folgt am kommenden Sonntag das Direktduell mit dem ebenfalls schwächelnden GC. Dort kann Vaduz gewinnen – muss es vielleicht aber auch bereits.