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Sind sie die Nächsten? 5 SL-Kicker auf den Spuren von Athekame, Vogt & Co.

Patrick

30 Tore in sechs Partien. Auch in Zeiten eines schlitternden UEFA Rankings ist die Super League offensichtlich in der Lage, das eine oder andere Highlight zu produzieren. Unter anderem auch wegen jungen und entwicklungsfähigen Spielern, die ihre sportliche Zukunft noch vor sich haben. So wie zuletzt Ardon Jashari (2024 zu Brügge), Zachary Athekame (2025 zu Milan) oder Alessandro Vogt (diesen Sommer zu Hoffenheim). Wer nutzt die «Bühne» Super League als Nächstes zum Sprung ins Ausland? Wir werfen einen Blick auf fünf vielversprechende Kandidaten.

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Bereits jetzt ein auch international gefragter Mann: Winsley Boteli (vorne im Bild), Topskorer des FC Sion © Keystone / Jean-Christophe Bott

Winsley Boteli, Angriff FC Sion

Ist Winsley Boteli der nächste grosse Schweizer Stürmer? In Gladbach, wo der gebürtige Genfer zwischen 2022 und 2025 während drei Jahren im Nachwuchs engagiert war, glaubte man offensichtlich eher nicht daran. Schliesslich verlieh man den heute 20-Jährigen im letzten Sommer an den FC Sion und gewährte den Wallisern obendrein eine Kaufoption in der Höhe von 3,50 Mio. Euro. Ob die Fohlen diesen Entscheid heute bereuen? Denn mittlerweile trifft Boteli so regelmässig wie kein anderer Schweizer Angreifer, egal ob auf europäischem Parket (Hattrick vs. Ajax) oder in heimischen Gefilden (3 Tore in 4 Spielen). Ein paar Wochen nach dem Saisonstart steht Boteli aktuell bei zehn Toren in zehn Spielen und eigentlich überrascht nur, dass der 1,85 m grosse und kräftige Mittelstürmer auch am Deadline Day noch im Wallis unter Vertrag steht. Wie lang noch? Vielleicht nur noch ein paar Stunden. Auf alle Fälle ist kaum vorstellbar, dass ein Boteli auf diesem Niveau über diese Spielzeit hinaus in Sion bleiben wird. 

 

Alvyn Sanches, Offensives Mittelfeld, BSC YB

Dort, wo Winsley Boteli jetzt steht, stand Alvyn Sanches auch schon. Im Winter 204/2025 dominierte der talentierte Lausannois die Super League beinahe nach Belieben, debütierte in der Nationalmannschaft, ehe er sich in einem bedeutungslosen Testspiel in Nordirland einen Kreuzbandriss zuzog. Anstatt im Ausland spielt der mittlerweile 23-Jährige nun bei YB, wo er sich seit seinem Comeback im Spätherbst 2025 wieder Schritt für Schritt an seine «alte» Form herantastet. Aktuell im Takt von rund einem Skorerpunkt pro Spiel und als der Mann, der für die Berner zumindest in nationalen Gefilden den Unterschied ausmachen kann. Und international? Hofft Sanches darauf, bald den Beweis antreten zu können, auch in einer Big-Five-Liga bestehen zu können. Ohne Einsätze auf europäischem Parkett keine einfache Aufgabe, insbesondere für einen Spieler mit dem Alter, Renommee und Preisschild des Mannes mit schweizerisch-portugiesisch-kapverdischen Wurzeln (aktueller Marktwert: 10 Mio. Euro).

 

Marvin Keller, Tor, BSC YB

Zwei Jahre ist es her, dass Marvin Keller die Hackordnung im Berner Tor kräftig durcheinander wirbelte. Zurück nach einer einjährigen Ausleihe bei Winterthur, hexte er Gelb-Schwarz gegen Galatasaray in die Champions League und übernahm in der Folge die Position als Nr. 1 vom langjährigen Stammkeeper David von Ballmoos. Seitdem ist der mittlerweile 24-Jährige der unangefochtene Mann im YB-Tor, auch wenn der Hype um den ehemaligen GC-Junior mittlerweile etwas abgeflacht ist. Die verpatzte vergangene Spielzeit der Berner hat auch Kellers Momentum etwas gedämpft, wenn auch nicht gestoppt. Nach wie vor ist der einfache Schweizer Nationalspieler ein realistischer Kandidat für den Sprung ins Ausland und bringt mit einer Grösse von 1,89 Meter, guten fussballerischen Fähigkeiten sowie starken Reflexen Vieles mit, um auch in einer grösseren Liga zu reüssieren. Zudem spricht auch die Vertragssituation (bis 2028) zumindest nicht gegen einen Wechsel im kommenden Sommer.  Als WM-Teilnehmer und aktuelle Nr. 3 im Schweizer Nationalteam, ist Keller (Marktwert 6 Mio. Euro) mittelfristig zu gut für die Super League, zumal er das Alter, in dem Torhüter im Zenit performen,  erst gerade erreicht.

 

Keystone_Andreas Becker_Mit 21 Jahren bereits de Nr 1 im FCZ_Goalie Talent Silas
Mit 21 Jahren bereits die Nr. 1 beim FC Zürich: Goalie-Talent Silas Huber (Keystone / Andreas Becker)

Silas Huber, Tor, FC Zürich

Fast genau drei Jahre jünger als Keller ist der zweite vielversprechende Torhüter in unserer Liste der heissesten SL-Auslandskandidaten: Silas Huber, im Juli 21 Jahre alt geworden und seit letztem Frühjahr Stammkraft beim FC Zürich. Dort drängte der gebürtige Aarauer in der vergangenen Spielzeit Klublegende Yanik Brecher aus dem Zürcher Kasten und beweist sich seit dem als überdurchschnittlicher Super-League-Torhüter. Trotz seines jugendlichen Alters und der kaum vorhandenen Erfahrung (17 Spiele) würde es überraschen, würde Huber noch sehr lange das Stadtzürcher Tor hüten. Zu verlockend sein körperlichen Voraussetzungen (1,97m), zu abgeklärt sein Verhalten und zu komplett bereits jetzt sein gesamtes Torhüterspiel. Stellt Huber in den kommenden Monate auch noch die notwendige Konstanz unter Beweis, könnt er den FCZ trotz Vertrag bis 2029 bereits im nächsten Sommer verlassen und dem Klub dabei eine Ablöse einbringen, die um ein Mehrfaches höher sein wird, als sein aktueller Marktwert von 1,5 Mio. Euro.

 

Lutfi Dalipi, Offensives Mittelfeld, FC Vaduz

Die am schnellsten wachsende und riskanteste Transferaktie der Super League spielt derzeit ausgerechnet beim FC Vaduz. Ganze 14 Profispiele (SL und CL) hat die YB-Leihgabe Lutfi Dalipi derzeit auf dem Buckel, und trotzdem spricht im Moment die halbe Liga vom 20-jährigen Mittelfeldmann mit dem Mini-Marktwert von 250 ‘000 Euro. Denn: Der sechsfache U20-Internationale zeigt Woche für Woche, was für ein Potential in ihm steckt. Beim Premieren-Sieg des Aufsteigers am Sonntag gegen GC war Dalipi der entscheidende Mann und steht nach nur fünf SL-Einsätzen bereits bei sechs Skorerpunkten (zwei Tore und vier Assists). Geplant ist, dass der gebürtige Freiburger (aus Riaz) Ende Saison mit einem ganz Rucksack an Super-League-Erfahrungen zurück in die Bundesstadt wechseln soll, wo er noch bis 2030 unter Vertrag steht. Doch was, wenn der Linksfuss diesen Schritt ganz einfach überspringt? Ganz ausschliessen sollte man dieses Szenario nach diesem Saisonstart auf alle Fälle nicht.

 

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