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Cedric Itten in Düsseldorf: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt

Patrick

Wenn die Schweizer Nati nächste Woche zum Abschluss der WM-Qualifikation zusammenkommt, ist auch Cedric Itten mit dabei. Wie zuletzt immer, seit seinem Wechsel zu Fortuna Düsseldorf im Juli. Sportlich jedoch, erweist sich die 2. Bundesliga bislang als tückisches Pflaster. Statt um den Aufstieg mitzuspielen, schlägt sich der 28-Jährige mit Verletzungspech, Trainerwechseln und Abstiegssorgen herum.

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Kein Zuckerschlecken: Cedric Itten und Fortuna Düsseldorf tun sich in der aktuellen Zweitligasaison bislang schwer © IMAGO / Osnapix

Zurück in die Bundesliga und zur WM

Als Cedric Itten Ende Juli nach Düsseldorf wechselte, lagen die Ziele auf der Hand: Sich noch einmal im Ausland messen, evtl. ein zweites Mal Bundesliga-Luft schnuppern und im Zuge dessen in die Schweizer Nationalmannschaft zurückkehren. In Bern war seine Karriere zuvor ins Stocken geraten, nachdem Itten in seiner ersten YB-Saison (22/23) mit 19 Toren Torschützenkönig, Meister und Cupsieger geworden war. Eine Spielzeit, die dem gebürtigen Basler auch die Rückkehr in den Kreis der Nationalmannschaft ermöglich hatte, für die er im Rahmen der EM-Quali 2023 immerhin fünf Teileinsätze absolvierte (ein Tor). Doch genauso wie die Nati im Herbst vor zwei Jahren gegen Gegner wie Belarus oder Israel (beinahe) vom Weg abkam, verlor auch Itten in Bern seine Form und Treffsicherheit. Ein Jahr nach Erringen der Torjägerkanone traf der Rechtsfuss noch zehn Mal, in der Saison darauf noch acht Mal, wobei der 1,90 Meter grosse Mittelstürmer dabei zeitweise auch seinen Stammplatz im Berner Angriff verlor. Die auf verschiedenen Ebenen unbefriedigende Entwicklung bei den Young Boys führte schliesslich zum Entschluss, sein Glück noch einmal im Ausland versuchen zu wollen.

 

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt

Im Sommer 2020 hatte der damals 23-jährige Itten nach 19 Toren für den FC St. Gallen ein erstes Mal die heimischen Gefilde verlassen und den Sprung zu den Glasgow Rangers gewagt. Mit dem damals noch alleinigen schottischen Rekordmeister feierte  Itten zwar den ersten Meistertitel seit zehn Jahren, konnte sich sportlich aber nicht durchsetzen (sechs Tore in 30 Spielen), so dass er sich zur Hinrunde 2021/2022 an Bundesliga-Aufsteiger Greuter Fürth ausleihen liess (zwölf Einsätze, zwei Tore). Mit Beginn der Rückrunde spielte Itten in den Plänen der Franken aber keine Rolle mehr, worauf er nach Glasgow zurückkehren musste. Bis zum Ende der Spielzeit absolvierte er für die «Gers» aber nur noch vier Partien, sass beim Europa-League-Finale gegen Frankfurt auf der Tribüne und wechselte schliesslich nach Bern, von wo aus er diesen Sommer nach wochenlangen Verhandlungen den Schritt zur Fortuna nach Düsseldorf wagte.

Am Rhein freute man sich auf den Zuzug des 13-fachen Nationalspielers, mit dem der «Fast-Aufsteiger» der Saison 23/24 nach fünf Jahren 2. Liga endlich wieder ins Oberhaus aufsteigen wollte. Auf dem Weg dorthin sollte Itten bei den Fortunen für die notwendigen Tore sorgen, nachdem sich der Klub in der Sommerpause von gleich vier arrivierten Offensivkräften (die gemeinsam für 33 Tore und 18 Vorlagen gesorgt hatten) trennte. Und Ittens Start verlief denn auch vielversprechend, der Schweizer traf in den ersten vier Pflichtspielen gleich drei Mal, was der Fortuna sportlich aber trotzdem nicht zu mehr als einem Saisonsieg verhalf. Unter dem langjährigen Trainer Daniel Thioune (135 Spiele) offenbarten die Rheinländer immer grössere Probleme in der Spielentwicklung, die schliesslich Anfang Oktober in der Trennung vom 51-jährigen Übungsleiter gipfelten. Der erfahrene Zweitliga-Trainer Markus Anfang übernahm, konnten den Turnaround bislang allerdings auch noch nicht bewerkstelligen. Im Gegenteil: Unter dem ehemaligen Werder- und Köln-Coach gelang in vier Spielen noch nicht ein Sieg. Zwar zeigte sich Düsseldorf zuletzt spielerisch verbessert, offensiv aber tritt man am Rhein unverändert an Ort. Erst zehn Tore hat der Traditionsverein in dieser Zweitligasaison erzielt, die zweitschlechteste Ausbeute der gesamten Liga. Ein wichtiger Grund: Mittelstürmer Itten, der seine anfängliche Pace im allgemeinen Formtief der Fortunen nicht halten konnte und darüber hinaus jüngst auch noch in Teilen von vier Spielen verletzt fehlte. Am Sonntag gegen Holstein soll der helvetische Hoffnungsträger (drei Tore, eine Vorlage) nun aber sein Comeback geben.

 

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Mittendrin, aber noch nicht wirkich mit dabei: Cedric Itten (ganz rechts) muss seinen Platz im möglichen WM-Kader in den kommenden Monaten noch verteidigen (Keystone / Georgios Kefalas)

Kommt mit Cedric Itten die Wende (und das WM-Ticket)?

Aus Sicht der Fortunen soll sich mit Ittens Rückkehr auch endlich die aktuelle Kampagne zum Guten wenden. Trotz Platz 13 und bereits 12 und mehr Punkten Rückstand auf die Aufstiegsränge, dürfte das Thema Aufstieg im Rheinland nämlich noch nicht komplett ad acta gelegt worden sein. Voraussetzung, um das kleine Flämmchen der Hoffnung in den kommenden Wochen aber aufrecht zu erhalten ist, dass die Mannschaft die unter Anfang propagandierten Fortschritte ab sofort auch mit Siegen bestätigt. Und genau dabei soll Itten helfen, der mit seiner Erfahrung und seinen Toren dazu beitragen soll, dass die Spielzeit 25/26 für Fortuna vielleicht doch noch ein erfolgreiches Ende nimmt. Eine Herausforderung, die für den 1,90 Meter grossen Mittelstürmer auch eine grosse Chance beinhaltet. Gelingt es ihm nämlich tatsächlich, in Düsseldorf entscheidend zu einer Art Trendwende beizutragen, würde das auch seine Position im Kampf um einen Platz im möglichen WM-Kader deutlich verbessern. In dessen aktueller «Qualifikations-Ausgabe» ist der Goalgetter diesen Herbst zwar regelmässig mit von der Partie, eine starke Saison in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt und der Beweis, eine Mannschaft auch als Leader prägen zu können, würde seinem in der Nati oft etwas übersehen Profil aber sicher nicht schaden.

 

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