Das Duell der Gegensätze
Verteidigt Paris Saint-Germain in der Champions League seine Krone oder triumphiert Arsenal erstmals in der Königsklasse? Im Final in Budapest kommt es auch zum Duell der Gegensätze.
Das wird ein Samstag für Sport-Feinschmecker. Am Nachmittag ab 15.20 Uhr spielt die Schweizer Eishockey-Nati an der Heim-WM gegen Underdog Norwegen um den Finaleinzug. Um 18 Uhr erfolgt dann in Budapest der Ankick zum Final in der Champions League. Es sind zwei Höhepunkte in der Sportagenda, die für Emotionen und hitzige Diskussionen sorgen werden. Am besten stellt man frühzeitig die Getränke kalt.
Wie die Eishockey-Nati an der WM hat Titelverteidiger Paris Saint-Germain in dieser Champion League-Kampagne mit viel Offensivpower begeistert. Die Pariser erzielten in 16 Partien 44 Treffer und sind die aktuelle Nummer 1 in diesem Wettbewerb, während Arsenal 14 Spiele bestritt und «nur» 29 Mal einnetzte, wobei dies im Saisonranking doch auch Rang 6 zur Folge hat.
PSG spektakulär, Arsenal langweilig
Die Offensivstärke der Franzosen ist beeindruckend. Bester Torschütze ist Khvicha Kvaratskhelia mit zehn Treffern, dahinter folgen der zuletzt angeschlagene Ousmane Dembélé (7), Vitinha (6) und Désiré Doué (5). Bei den Gunners sind Gabriel Martinelli (6) und Viktor Gyökeres (5), Bukayo Saka, Noni Madueke und Kai Havertz (je 3) am treffsichersten. Doch während PSG wirbelt, teilweise über die Gegner hinwegbraust und so begeistert, wird Arsenal immer wieder vorgeworfen, «boring», langweilig, zu spielen und sich zu sehr auf die Standards zu verlassen.
Doch der Erfolg heiligt bekanntlich die Mittel. Arsenal hat in der Premier League gerade erstmals seit 2004 den Meistertitel gewonnen, und nun haben Mikel Arteta und sein Team die grosse Gelegenheit, erstmals überhaupt in der Champions League zu triumphieren, nachdem der einzige Final vor zwanzig Jahren gegen Barcelona 1:2 verloren gegangen war.
«Wir haben in dieser Saison die beste Defensive. Und wenn du der Beste bist, willst du gegen die Besten spielen», sagt Arsenals Innenverteidiger William Saliba, der sich auf einen französischen Wirbelsturm einstellen kann. Ähnlich selbstbewusst gibt sich Gunners-Goalie David Raya: «Alle fühlen sich nach dem Gewinn der Premier League grossartig. Das Team strotzt vor Selbstvertrauen und Überzeugung. Jetzt wollen wir am Samstag rausgehen und versuchen, noch einen weiteren Titel zu holen.»
Im Gegenzug hat PSG die Chance, als erst zweite Mannschaft nach Real Madrid seit der Einführung des neuen Formats im Jahr 1992 den Titel zu verteidigen. Schon beim Titelgewinn 2025 musste PSG die Hürde Arsenal überwinden, entschied den Halbfinal für sich. Nun kommt es im Final zum ultimativen Showdown.
Arbeit, Leidenschaft und Überzeugung
«Das Wichtigste für uns ist, uns mehr auf uns selbst und weniger auf den Gegner zu konzentrieren. Wir sprechen hier vom besten Vereinswettbewerb Europas, daher muss man sich natürlich ein wenig anpassen, denn das Niveau ist sehr hoch. Aber wir haben es geschafft, unser Spiel zu verbessern, und wir sind stolz darauf, wieder im Finale zu stehen», sagt PSG-Trainer Luis Enrique, während sein Gegenüber Mikel Arteta erklärt: «Wir sind uns in Bezug auf unsere Wünsche und Ambitionen für den Verein vollkommen einig. Manchmal hatten wir Glück – manchmal muss einfach alles zusammenpassen –, aber wir haben so viel Arbeit, Leidenschaft und Überzeugung in das gesteckt, was wir tun. Dafür wurden wir mit einem unglaublichen Tag in Budapest belohnt.»
Dieser unglaubliche Tag soll nun auch mit einem Happy End gekrönt werden. Arsenals Offensivmann Kai Havertz gibt sich jedenfalls kämpferisch: «PSG war letztes Jahr, um es fair zu sagen, wahrscheinlich die beste Mannschaft Europas. Und nun haben sie wieder eine unglaubliche Saison gespielt. Für uns ist es das zweite Mal, dass der Verein es in den Final geschafft hat. Aber wir haben viel Selbstvertrauen. Wir kämpfen nun schon seit ein paar Jahren auf höchstem Niveau und haben nun endlich die Premier League gewonnen. Ich denke, das gibt uns ebenfalls einen grossen Schub. Es spielt keine Rolle, ob man Aussenseiter ist oder was auch immer – wir werden auf den Platz gehen und sie schlagen.»