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SL-Preview: FCB, YB und Lugano – es ist Zeit, zu liefern

Andy

Am kommenden Wochenende startet die Super League in die neue Saison. Mit dem FC Thun als Titelverteidiger, dem FC Vaduz als Aufsteiger und den «Grossen» in Basel, Bern und Zürich auf der Suche nach neuen Erfolgen. Wer wird in den kommenden Monaten überraschen? Und wer enttäuschen? Im letzten Teil unserer Saisonvorschau befassen wir uns mit einem Trio, das Leistung bringen muss.

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FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner steht von Anfang an unter Druck. © KEYSTONE/Claudio Thoma

FC Basel: Wie lange hält sich Lichtsteiner?

Ausgangslage: Wer oder was ist der FCB? Grundsätzlich ist es klar: Der FCB ist ein Spitzenklub und hat den Anspruch, um den Meistertitel mitzuspielen. Letzte Saison lagen Vision und Realität aber weit auseinander. Die Basler landeten nur auf Rang 5 und verpassten das europäische Geschäft. Das schmerzt – vor allem auch finanziell. Nun ist eine Reaktion gefordert. Vor allem auch von Trainer Stephan Lichtsteiner, der in der vergangenen Saison Ludovic Magnin abgelöst hat, aber den Beweis noch schuldig ist, die Basler zum Erfolg führen zu können. In 19 Wettbewerbsspielen gewann er mit seinem Team durchschnittlich 1,05 Punkte, nachdem sein gefeuerter Vorgänger noch auf 1,58 Zähler gekommen war. Fabio Celestini, der letzte FCB-Meistertrainer, hatte es noch auf einen Punkteschnitt von 1,89 gebracht. Nur schon diese Zahlen zeigen: Der FCB ist unter Druck, Lichtsteiner muss liefern, um nicht eher früher als später zu fliegen.

Schlüsselfiguren: Nach dem Rücktritt von Marwin Hitz wurde mit Jonas Omlin ein renommierter Torhüter verpflichtet. Der Luzerner spielte schon zwischen 2018 und 2020 in Basel, ehe er sein Auslandsabenteuer startete, das ihn nach Montpellier, Gladbach und Leverkusen brachte. Mit dem FCB wurde er 2019 Cupsieger, nun ist die Hoffnung gross, dass der 32-Jährige die neue defensive Lebensversicherung wird, wobei die schlechte letzte Saison sicher nicht den Leistungen von Vorgänger Hitz geschuldet war. «Der Meistertitel ist ein grosser Traum, den ich mir erfüllen möchte», sagte Omlin bei seiner Rückkehr. Nun muss er aber seinen Worten Taten folgen lassen. Eine andere Schlüsselfigur ist der slowenische Stürmer Zan Celar, der 2024 im Dress von Lugano Torschützenkönig der Super League war und sich danach bei den Queens Park Rangers und in Düsseldorf versuchte, aber nicht durchstartete. «Zan Celar hat seine Qualitäten in der Schweiz bereits eindrücklich unter Beweis gestellt. Auch wenn die vergangenen beiden Saisons für ihn nicht nach Wunsch verliefen, sind wir von seinen Abschlussqualitäten überzeugt. Er brennt darauf, seine Torgefahr erneut konstant unter Beweis zu stellen», sagt Andreas Herrmann, der Technische Leiter beim FCB.

Was Hoffnung macht: Der FCB verfügt über die nötige Qualität im Kader, um vorne mitzuspielen. Und auch für Xherdan Shaqiri heisst es: neue Saison, neues Glück. Er hatte in den letzten Wochen zwar mit Schmerzen in der Leiste und an der Achillessehne zu kämpfen, konnte aber in der Sommerpause seine Batterien wieder aufladen. Ihm sollte auch entgegenkommen, dass die Bebbi nicht europäisch spielen und so keine Doppelbelastung besteht. Und Shaq ist motiviert. So sagte er zuletzt: «Die Spieler, die zum FC Basel kommen, müssen wissen, dass es um Titel geht.» Das Ziel sei es, um Titel zu spielen.

Prognose: Der FCB wird an der Spitze mitspielen und ist ein Titelkandidat. Ob mit Stephan Lichtsteiner oder einem anderen Trainer, ist aber eine andere Frage. Die Basler müssen von Anfang an überzeugen, sonst wird die Luft für den Coach ganz schnell ganz dünn. Denn nicht umsonst wird der ehemalige Nati-Captain als einer der Top-Kandidaten gehandelt, wenn es um die erste Trainerentlassung in der neuen Super League-Saison geht.

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Gerardo Seoane soll die Young Boys zurück zum Erfolg führen.

YB: Bringt Seoane die Stabilität zurück?

Ausgangslage: Wer oder was ist YB? Wie beim FCB gilt auch bei den Bernern: Sie haben den Anspruch, um Titel mitzuspielen. Und sie haben auch das fussballerische Personal dazu. Aber in der vergangenen Saison krankte YB vor allem auch in der Defensive. Zum Zeitpunkt der Aufteilung in die Championship Group und die Relegation Group nach 35 Spielen hatten die Berner 60 Tore kassiert. Einzig Luzern (61), der FCZ (63), GC (65) und Winterthur (86) waren defensiv noch schwächer. Gerardo Seoane, der Berner Meistertrainer von 2019, 2020 und 2021, ist nun gefordert. Er muss die defensive Stabilität zurückbringen, damit die Young Boys ihren Ansprüchen gerecht werden können. Gelingt das nicht, könnte auch er schnell unter Druck geraten, auch wenn der Luzerner durch seine Meistertitel und sein souveränes Auftreten über einen gewissen Bonus verfügt. Am Ende der vergangenen Saison, die für die Berner auf dem enttäuschenden sechsten Platz endete, hatte er noch selbstkritisch gesagt: «Seit meiner Ankunft haben wir es ganz klar nicht geschafft, die Konstanz hinzubekommen. Wir haben immer wieder gute Leistungen gezeigt und eine gewisse Konstanz gefunden, aber noch nicht so zufriedenstellend, wie wir uns das vorstellen. Da stehen wir als Trainerteam als Erstes in der Verantwortung.» Nun ist die Umsetzung gefragt.

Schlüsselfiguren: Eine Schlüsselfigur ist ganz klar Trainer Seoane. Der Luzerner hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er ein Team zu Erfolgen führen kann. Zudem haben die Berner mit Rückkehrer Cédric Zesiger und mit Isaac Schmidt die Defensive verstärkt, so dass Goalie Marvin Keller weniger oft alleine gelassen werden dürfte als noch in der vergangenen Saison. Sollte der Keeper YB in den kommenden Wochen noch in Richtung Ausland verlassen, steht zudem mit Joël Mall eine zuverlässige Alternative bereit.

Was Hoffnung macht: Unter Coach Seoane sollten die Berner eigentlich nicht mehr so oft dem Gegner naiv ins offene Messer laufen. Zudem kann Rückkehrer Zesiger gemeinsam mit Grégory Wüthrich die Defensive zusammenhalten. In der Kreativabteilung sollte Alvyn Sanches die Nachwehen seines Kreuzbandrisses endgültig verarbeitet haben und zaubern können. In der vergangenen Saison erzielte er in 28 Super League-Spielen zehn Tore, nun dürfte er noch treffsicherer sein. Noch zeigen muss sich aber, wer die Lücke nach dem Abgang von Chris Bedia schliessen wird. Der Stürmer hat letzte Saison 17 Meisterschaftstreffer erzielt und war hinter Christian Fassnacht (18) teamintern die Nummer 2, spielt nun aber für Al-Nasr und arbeitet an seiner Vermögensbildung.

Prognose: Die Berner melden sich in der Super League an der Spitze zurück und sind ein heisser Kandidat auf den Meistertitel. Auch ihnen kommt zugute, dass die Doppelbelastung durch das Verpassen des europäischen Geschäftes ausbleibt.

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Wird David von Ballmoos bei Lugano zum Meisterhexer?

FC Lugano: Gelingt endlich der grosse Coup?

Ausgangslage: Wer oder was ist der FC Lugano? Der FC Lugano spielt in der Schweiz weit weg vom grossen Rampenlicht und kann sich so gut entwickeln. Dank dem US-Milliardär Joe Mansueto sind auch die finanziellen Mittel vorhanden, um den nationalen Fussballgipfel zu erklimmen. Mit Mattia Croci-Torti trägt zudem seit 2021 ein schlauer und charismatischer Trainer die sportliche Verantwortung, der mit dem Cupsieg 2022 gezeigt hat, dass er Trophäen gewinnen kann. Die Tessiner sind reif, um in der Super League ganz an der Spitze den Tarif durchzugeben und dürfen auch vom Titelgewinn träumen. Ein Puzzleteil dazu ist das neue, schmucke Fussballstadion, die AIL Arena, in der 8793 Personen Platz haben, was endlich für einen würdigen Rahmen für Spitzenfussball sorgt.

Schlüsselfiguren: Goalie David von Ballmoos hat in seinen Jahren bei den Young Boys gezeigt, dass auf ihn Verlass ist, nun kann der 31-Jährige auch in der Sonnenstube glänzen. Stürmer Kevin Behrens hat in der letzten Saison bewiesen, dass er nicht nur für Skandale, sondern auch für Tore gut ist – seine 13 Meisterschaftstore waren der Bestwert im Team. Dahinter folgten Renato Steffen (8), Anto Grgic (7) und der Grieche Georgios Koutsias (6). Weitere Schlüsselspieler sind die Verteidiger Antonios Papadopoulos und Mattia Zanotti sowie Uran Bislimi, bei denen aber wie bei Koutsias die Gefahr besteht, dass sie in den kommenden Wochen noch eine Luftveränderung wahrnehmen. Doch wie schon erwähnt: Die finanziellen Mittel sind vorhanden, um bei Bedarf adäquaten Ersatz zu finden.

Was Hoffnung macht: Der FC Lugano arbeitet weit weg von den medialen Schlagzeilen und vom grossen Rampenlicht und kann so in aller Ruhe Schritt für Schritt machen. Das neue Stadion sorgt für das passende Ambiente und eine zusätzliche Motivation. Die trostlose Atmosphäre in einer baufälligen und leeren Arena gehört der Vergangenheit an.

Prognose: Der FC Lugano wurde in seiner Geschichte dreimal Meister – 1938, 1941 und 1949. Nun ist die Zeit reif, dass die Tessiner wieder einmal ganz vorne mitmischen. Mit ein bisschen Wettkampfglück, ohne Verletzte und mit dem einen oder anderen zusätzlichen Transfer kann sich Mattia Croci-Torti im Tessin unsterblich machen und die Young Boys und den FC Lugano nicht nur herausfordern, sondern sogar hinter sich lassen.

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