skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Das Duell der Super-Trainer

Andy

Am Samstag bestreiten Titelverteidiger VfB Stuttgart und Meister Bayern München den DFB-Pokalfinal. Es ist auch das Duell der aktuell in Deutschland am höchsten eingeschätzten Trainer: Sebastian Hoeness und Vincent Kompany.

imago1077683475
Vincent Kompany oder Sebastian Hoeness: Wer jubelt am Samstagabend in Berlin? © IMAGO / Sven Simon / Montage

In den letzten Wochen und Monaten wurden schier unzählige Lobhudeleien über Vincent Kompany verfasst und publiziert. Der Belgier ist das Gesicht des Erfolges des FC Bayern München und hat es durch sein Wesen und Wirken und auch die Art, wie er Fussball spielen lässt, so weit gebracht, dass die Bayern auch bei früheren Gegnern oder Neidern in der Gunst massiv gestiegen sind. Dass die Münchner in der Champions League knapp und unglücklich an Paris Saint-Germain gescheitert sind, sorgte im Unterschied zu früheren Niederlagen kaum für Schadenfreude oder Spott.

Kompany steht in der weltweiten Trainer-Hierarchie nun weit oben, und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sein Name fällt, wenn Pep Guardiola bei Manchester City abdankt und die finanziell potenten Skyblues einen Nachfolger für den Startrainer brauchen, schliesslich hat Kompany eine langjährige und erfolgreiche Spielervergangenheit in Manchester.

Die Bayern lassen solche Gerüchte kalt. Sie haben den Wert ihres Cheftrainers längst erkannt und seinen Vertrag vorzeitig bis 2029 verlängert. Gleichzeitig wird natürlich dennoch immer wieder spekuliert, wer für den Fall der Fälle oder irgendwann auf Kompany folgen könnte – und da fällt regelmässig der Name Sebastian Hoeness, der im Pokalfinal in Berlin Kompany und seine Truppe fordern wird.

Vom Ligaerhalt bis in die Champions League

Hoeness, gerade erst 44 Jahre alt geworden, war einst im Nachwuchs der Bayern als Trainer tätig, ehe er im Sommer 2020 seine Karriere in der Bundesliga lancierte und zu Hoffenheim wechselte. Im April 2023 folgte er in Stuttgart auf Bruno Labbadia, übernahm das Team auf dem letzten Platz – und startete eine Erfolgsgeschichte. Hoeness rettete den Klub vor dem Abstieg, führte ihn in die Champions League und zum Pokalsieg 2025. Damit ist Sebastian Hoeness definitiv nicht mehr nur der Sohn von Ex-Stürmer Dieter oder der Neffe von Bayern-Zampano Uli Hoeness, sondern hat sich in der Fussballwelt einen Namen gemacht. In den letzten Wochen wurde gar über Interesse von Real Madrid spekuliert, am Ende dürfte nun aber José Mourinho bei den Königlichen landen.

Es ist aber keine gewagte Prognose, dass Hoeness noch weiter für Furore sorgen wird. Sein Vertrag läuft bei den Schwaben bis 2028, was danach kommt, ist offen. «Er macht einen tollen Job in Stuttgart. Wenn ich mir die jungen Trainer anschaue, dann ist er einer der Ersten, der mir in den Sinn kommt, dem ich eine grosse Karriere zutraue«, sagte kürzlich Bayern-Präsident Herbert Hainer. «Warum sollte er nicht auch eines Tages Bayern München trainieren? Aber wir haben Kompany, und wir werden nicht müde, zu betonen, dass er noch lange bleiben soll.»

Das Lob von Onkel Uli

Auch Onkel Uli Hoeness schwärmt von seinem Neffen Sebastian, sagt, dass Kompany von ihm aus noch fünf oder zehn Jahre in München bleiben könne, dass Sebastian aber als Bayern-Trainer «mindestens mal in Frage» komme: «Er hat die Mannschaft erstens im Abstiegskampf übernommen, zweitens wurden ihm in den vergangenen Jahren immer wieder die besten Spieler verkauft.» Und trotzdem habe er es immer wieder geschafft, mit Stuttgart vorne mitzumischen. «Also ganz ehrlich: Sebastian hat nach unserem Trainer von mir den grössten Respekt.»

Hoeness gegen Kompany – es wird am Samstagabend ein Trainerduell auf höchstem Niveau, wobei die Statistik ganz klar für Kompany spricht. Fünfmal sind die beiden bislang mit ihren Teams aufeinander getroffen – und immer gewann Kompany. Das Gesamtskore steht bei 18:4 Toren, in dieser Saison gewannen die Bayern im Supercup mit 2:1 und in der Bundesliga mit 5:0 und 4:2. Doch nachdem die Stuttgarter sich bereits für die Champions League qualifiziert haben, können sie unbeschwert und ohne Druck die Titelverteidigung im Pokal in Angriff nehmen und mit aggressivem und offensivem Spielstil die Bayern ärgern, die erstmals seit 2020 wieder den Pokal gewinnen wollen.

Der gegenseitige Respekt der beiden Trainer ist bemerkenswert. «Es ist ganz interessant, was er gemacht und geleistet hat mit Stuttgart in den letzten Jahren. Die Vision von seinem Fussball stimmt überein mit den Jungs, die er im Kader zur Verfügung hat», sagte Vincent Kompany in dieser Saison über Sebastian Hoeness und dessen Arbeit. Der Stuttgart-Coach befand im Gegenzug über Kompany: «Er führt und stellt die Mannschaft in herausragender Form ein. Dass Vinnie sehr viele Sachen sehr gut macht, seit er bei Bayern ist, das ist offensichtlich. Er macht einen überragenden Job.»

 

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss