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Manzambi und Freiburg: Die Krönung des Höhenfluges?

Andy

Der SC Freiburg will heute Abend Geschichte schreiben und mit einem Sieg im Europa League-Final gegen Aston Villa den mit Abstand grössten Erfolg seit seiner Gründung im Jahr 1904 feiern. Ein Hoffnungsträger ist bei diesem Unterfangen der 20-jährige Genfer Johan Manzambi.

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Johan Manzambi strebt mir dem SC Freiburg den ersten Titelgewinn in der Klubgeschichte an. © KEYSTONE / DPA

Das Palmarès der Freiburger liest sich aktuell noch ziemlich bescheiden. Vor 33 Jahren stieg der Klub erstmals in die Bundesliga auf, schaffte dieses Kunststück danach noch weitere drei Mal: 2003, 2009 und letztmals 2016. Das beste Resultat auf der nationalen Bühne war Rang 3 in der Saison 1994/95, nur drei Punkte hinter Meister Dortmund. Dazu kommt die Qualifikation für den Pokalfinal 2022, in dem aber RB Leipzig im Penaltyschiessen gewann. Auf der europäischen Bühne waren die Achtelfinal-Qualifikationen 2023 und 2024 in der Europa League mit den Niederlagen gegen Juventus Turin und West Ham United die herausragenden Ergebnisse.

Bis zu dieser Saison jedenfalls. Denn nun befinden sich die Freiburger auf einer Mission. In der Europa League, in der sie im September mit einem 2:1-Heimsieg gegen den FC Basel in die aktuelle Kampagne gestartet sind, fehlt nur noch ein Erfolg bis zum mit Abstand grössten Erfolg und zur Krönung einer denkwürdigen Saison, in der die Freiburger in der Bundesliga am Ende Rang 7 belegten und im DFB-Pokal erst im Halbfinal nach Verlängerung am VfB Stuttgart scheiterten.

Gigantische Euphorie

Der Final gegen Aston Villa zieht die Stadt Freiburg und die ganze Region in ihren Bann. Die Euphorie ist bemerkenswert. In 15 Minuten waren alle 11'000 Tickets für das Spiel der Spiele in Istanbul vergriffen, 62'000 Fans fragten Karten an. Die Zuversicht ist gross, so sagt etwa Abwehrchef Matthias Ginter: «Es haben schon grössere und auch schon kleinere Vereine als der SC Freiburg Finalspiele gewonnen. Es ist ein sehr, sehr grosses Zeichen, wie sich der Verein die letzten Jahrzehnte, aber vor allem auch die letzten Jahre entwickelt hat.» Es sei jetzt das Ziel, «diese Hemmschwelle» der titellosen Zeit zu überbrücken.

Die Aufgabe hat es aber in sich. Mit Aston Villa wartet der Tabellenvierte der Premier League auf die Freiburg. Der Wert des Kaders der Engländer wird von «transfermarkt» mit 547,5 Millionen Euro beziffert, jener von Freiburg lediglich mit 191 Millionen. Doch Geld garantiert bekanntlich noch lange keinen Erfolg und so sind die Deutschen zwar Aussenseiter, aber noch lange nicht chancenlos – und sie haben die Chance, in eine neue Dimension aufzusteigen. Die bisherigen Erfolge in dieser Europa League-Kampagne haben bereits für einen Geldregen gesorgt und dem Klub rund 50 Millionen Euro beschert. Bei einem Sieg wäre der Einzug in die Ligaphase der Champions League 2026/27 garantiert – und weitere Millionen würden folgen. Dazu kommt, so oder so, die Wertsteigerung der Spieler.

Marktwert explodiert

Allen voran steht da Johan Manzambi, der mit einem Marktwert von 35 Millionen der wertvollste Spieler im Kader ist. Sein Marktwert ist förmlich explodiert. Von 750'000 Euro im ersten Quartal 2025 bei seinen ersten Bundesliga-Einsätzen über sieben Millionen Euro im Juli 2025 nach seinem Debüt für die Schweiz, 15 Millionen im Herbst des vergangenen Jahres bis auf heute 35 bis vielleicht sogar 40 Millionen Euro. «Er strahlt eine unglaubliche Ruhe und gleichzeitig eine positive Arroganz aus. Du hast als Gegner ständig das Gefühl, dass du ihm den Ball sowieso nicht abnehmen kannst», sagt Freiburg-Legende Nils Petersen im Blick über Manzambi. Voll des Lobes ist auch Leonard Thurre, RTS-Experte und ehemaliger Schweizer Nationalspieler, der gegenüber «Le Temps» erklärt: «Er hat wirklich eine andere Dimension erreicht und sich Schritt für Schritt weiterentwickelt.» Manzambi sei auf mehreren Positionen stark, mit einer Vielseitigkeit, die ihn – natürlich in anderer Grössenordnung – an Désiré Doué oder Warren Zaïre-Emery bei Paris Saint-Germain erinnere. «Er trifft in grossen Spielen, was nie zufällig ist. Gleichzeitig strahlt er Ruhe und Gelassenheit aus.»

Die Gerüchte um Real

Manzambi hat einen steilen Aufstieg vom Youngster zum Leistungsträger hinter sich und auf dem Transfermarkt Begehrlichkeiten geweckt. Sein Vertrag beim SC Freiburg läuft bis 2030, entsprechend teuer wird ein Transfer. Über eine Ablösesumme von rund 50 Millionen Euro wird teilweise spekuliert, oder auch, dass sich unter den Interessenten auch Real Madrid befindet. «Das habe ich auch mitbekommen, aber ich weiss nicht, ob da was dran ist oder nicht», kommentierte der 20-jährige Genfer das Gerücht gegenüber Blue lachend, um anzufügen, dass er noch nicht wisse, wo er in der kommenden Saison spielen wird.

Mit dem Final in der Europa League und der WM mit der Schweiz bekommt der vielseitig einsetzbare Manzambi weitere Bühnen, um sich zu präsentieren. Wobei sein erstes Ziel ist, jeden Tag besser zu werden und in jedem Spiel gute Leistungen zu zeigen. In der Nati, aus der er nicht mehr wegzudenken ist, ist ihm das ebenso gelungen wie beim SC Freiburg, für den er in dieser Saison wettbewerbsübergreifend in 46 Spielen sieben Tore und neun Assists erzielte und mit dem er heute in Istanbul Geschichte schreiben will, auch wenn Aston Villa allgemein als Favorit gehandelt wird: «Sie sind im Final, also sind sie eine gute Mannschaft – aber wir stehen auch dort. Ich hoffe, dass wir jetzt den Pokal holen.»

 

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