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Manzambi und Elvedi mit Assist – Athekame trifft, darf aber nicht an die WM

Andy

Die nationalen Meisterschaften gehen in den europäischen Top-5-Ligen zu Ende, stattdessen steht überall bereits die WM im Fokus. Dies auch bei den in Deutschland, England, Italien, Spanien und Frankreich engagierten Schweizer Spielern, von denen mit Zachary Athekame am Wochenende nur einer traf, der es aber dennoch nicht ins WM-Team schaffte.

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Captain Nico Elvedi gelang beim Sieg von Gladbach gegen Hoffenheim ein Assist. © IMAGO / DeFodi Images

Geplant war, dass das WM-Aufgebot der Schweiz erst in den kommenden Tagen bekannt wird und Nationaltrainer Murat Yakin am Mittwoch seine Erklärungen abgibt. Nun wurde das 26-Mann-Kader durch Indiskretionen doch schon publik. Es war ein Leak, das für Gesprächsstoff sorgte.

Aus der Bundesliga setzt Murat Yakin auf acht Spieler, dazu kommt Stürmer Cedric Itten, der mit Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga abgestiegen ist. Es war ein wahrer Abstiegskrimi, in dem der Fortuna ein Tor zur Barrage und zwei Treffer zum direkten Ligaerhalt fehlten. Mitentscheidend war wohl, dass den Düsseldorfern bei der fatalen 0:3-Niederlage gegen Greuther Fürth mit Itten der beste Torschütze gesperrt fehlte – er hat in der Liga 15 Tore erzielt, elf mehr als die Nummer 2 seines Teams, Florent Muslija, der im Saisonfinale verletzt ausfiel.

Weniger spannend war der letzte Spieltag in der ersten Bundesliga. Die Bayern sind schon lange durch, feierten ihre Meisterparty mit einem 5:1-Sieg gegen den 1. FC Köln, bei dem Joël Schmied nach einer schwachen Leistung in der Pause ausgewechselt wurde. Schmied fehlt ebenso im Kader von Murat Yakin wie zwei weitere in Deutschland engagierte Innenverteidiger: Bruno Ogbus, der mit Freiburg gegen Leipzig 4:1 gewann und diese Woche mit seinem Verein noch in der Europa League Geschichte schreiben kann. Und Cedric Zesiger, der mit Augsburg gegen Union Berlin 0:4 tauchte und wie sein Teamkollege Fabian Rieder durchspielte.

Kobel zum 15. Mal sauber

Insgesamt nimmt Yakin acht Bundesligasöldner an die WM mit: Goalie Gregor Kobel, der zum Saisonabschluss gegen Bremen (Isaac Schmidt wurde nach 53 Minuten ausgewechselt) mit 2:0 gewann und zum 15. Mal in dieser Saison zu Null spielte, was der Bestwert in der Liga ist, die Innenverteidiger Luca Jaquez, Aurèle Amenda und Nico Elvedi, die Aussenverteidiger Silvan Widmer und Miro Muheim sowie den Offensivspieler Johan Manzambi, der sich beim Freiburg-Sieg gegen Leipzig einen Assist gutschreiben liess. Jaquez, der in der 73. Minute eingewechselt wurde, eroberte mit Stuttgart im Duell gegen Amenda (spielte durch) und Frankfurt beim 2:2 einen Punkt und löste das Ticket für die Champions League. Dies auch dank der Schützenhilfe eines anderen Schweizer Innenverteidigers: Nico Elvedi gewann als Captain mit Mönchengladbach gegen Hoffenheim 4:0, realisierte einen Assist und band Hoffenheim im Kampf um Platz 4 zurück.

Und auch zwei Aussenverteidiger der Nati waren am Samstag im Einsatz: Captain Silvan Widmer gewann mit Mainz gegen Heidenheim 2:0 und verbannte den Gegner, bei dem Leonidas Stergiou im Aufgebot fehlte, in die 2. Liga. Und Miro Muheim gab nach seiner Verletzung sein Comeback, wurde beim 1:1 des Hamburger SV gegen Bayer Leverkusen nach einer Stunde eingewechselt. Bei Bayer einmal mehr nicht im Kader stand Goalie Jonas Omlin, dessen Zukunft beim FC Basel liegen könnte.

Fünf Schweizer stehen aktuell in der Premier League unter Vertrag – und vier von ihnen reisen an die WM. Da ist natürlich Captain Granit Xhaka, der mit Aufsteiger Sunderland gegen Everton 3:1 gewann und am internationalen Business schnuppert. Dazu kommen die Offensivspieler Dan Ndoye, Noah Okafor und Zeki Amdouni. Ndoye (Nottingham) und Okafor (Leeds) fehlten ihren Arbeitgebern am Wochenende angeschlagen, während Zeki Amdouni und Absteiger Burnley heute Abend Arsenal im Meisterkampf ein Bein stellen wollen. Fabian Schär fehlt Newcastle nach wie vor verletzt, zudem läuft der Vertrag des ehemaligen Nati-Innenverteidigers nach der Saison aus. Kehrt er vielleicht bald in die Schweiz zurück?

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Eray Cömert hat es ins WM-Kader geschafft – und ist in der Bundesliga begehrt.

Rot und Aufgebot für Cömert

Verteidiger Eray Cömert hat sich bei Valencia eindrücklich zurückgekämpft und einen Platz im WM-Kader erobert. Für ihn ist die Saison in Spanien nun aber vorzeitig vorbei. Beim 4:3-Sieg gegen San Sebastian wurde Cömert nach 70 Minuten aufgrund einer Notbremse vom Platz gestellt, drei Minuten später wurde sein Teamkollege Filip Ugrinic ausgewechselt. War es vielleicht gar Cömerts letzte Aktion in Spanien? Sein Vertrag läuft aus, an ihm sollen Union Berlin und Mainz interessiert sein. Ihren Platz im WM-Kader gesichert haben wenig überraschend Ricardo Rodriguez, der bei der 1:3-Niederlage von Betis gegen Meister Barcelona nur Ersatz war, und Djibril Sow und Ruben Vargas, die mit dem FC Sevilla zwar gegen Real Madrid 0:1 verloren, aber dennoch über den Klassenerhalt jubeln durften.

Aus der französischen Ligue 1 haben es drei Schweizer ins Aufgebot von Murat Yakin geschafft: Monaco-Captain Denis Zakaria, der mit seinem Team gegen Strassburg einen 5:4-Spektakelsieg feierte und durchspielte, während sein Teamkollege Philipp Köhn nur Ersatzgoalie war. Stürmer Breel Embolo, der mit Rennes gegen Marseille 1:3 verlor und die Champions League verpasste. Und Keeper Yvon Mvogo, der mit Lorient gegen Le Havre (ab der 85. Minute mit Felix Mambimbi) 0:2 verlor. Ein Mann für die Zukunft, aber nicht für die Gegenwart der Schweizer Nati ist wohl Innenverteidiger Bryan Okoh, der bei Auxerre stark gestartet ist, nun aber aufgrund eines Kreuzbandrisses monatelang ausfällt und auch den wichtigen 2:0-Sieg gegen Lille verpasste, mit dem der Ligaerhalt gesichert wurde.

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Yann Sommer verabschiedet sich wohl aus dem San Siro.

Sommer-Abschied vom San Siro?

In Italien wurde der langjährige Nati-Goalie beim 1:1 von Meister Inter Mailand gegen Verona zehn Minuten vor Schluss ausgewechselt. Es ist wohl ein Zeichen, dass Sommer, dessen Vertrag bei Inter ausläuft, den Klub verlassen wird und so nach seinen erfolgreichen Inter-Jahren gebührend aus dem San Siro verabschiedet wurde. Sein Teamkollege Manuel Akanji, der natürlich an der WM dabei sein wird, erlebte das Remis von der Ersatzbank aus mit. Wie Akanji an der WM dabei sind auch Michel Aebischer, Remo Freuler und Ardon Jashari. Aebischer verlor mit Absteiger Pisa gegen Napoli 0:3 und spielte durch, während Stürmer Filip Stojilkovic nach einer Stunde ausgewechselt wurde und Verteidiger Daniel Denoon nach wie vor verletzt passen musste. Remo Freuler gewann mit Bologna gegen Atalanta 1:0 und spielte durch, während sein Teamkollege Simon Sohm 90 Minuten auf der Ersatzbank sass. Und Ardon Jashari stand bei Milan zum sechsten Mal in dieser Saison in der Meisterschaft in der Startelf und wurde beim 2:1-Sieg gegen den FC Genua (ohne den verletzten Ersatzgoalie Benjamin Siegrist) fünf Minuten vor Schluss ausgewechselt, während sein Teamkollege Zachary Athekame durchspielte und in der 81. Minute das 2:0 erzielte. Für Athekame war es der zweite Saisontreffer – und auch dank ihm darf Milan von der Champions League träumen.  Für die WM reichte es Athekame aber dennoch nicht, genauso wie Sascha Britschgi, der beim 0:1 von Parma gegen Como gesperrt war, und Ulisses Garcia, der mit Aufsteiger Sassuolo gegen Lecce 2:3 verlor, aber 90 Minuten durchspielte.

Im Kader von Murat Yakin stehen – kurzfristige Überraschungen und Verletzungen ausgenommen – 24 Spieler, die ihr Geld in Deutschland, England, Italien, Spanien und Frankreich verdienen, sowie mit Ersatzgoalie Marvin Keller und Christian Fassnacht zwei «Exoten», die bei den Young Boys in der heimischen Super League unter Vertrag stehen.

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