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Das Finale im WM-Casting

Andy

Der WM-Countdown läuft, schon bald muss Nationalcoach Murat Yakin sein Kader für die Fussball-WM benennen. Viele Plätze sind bereits besetzt – doch es gibt auch noch offene Fragen und einige Sorgen.

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Für Nationaltrainer Murat Yakin und die Nati rückt die Entscheidung näher – wen nimmt er mit an die WM? © KEYSTONE/Cyril Zingaro

Am kommenden Mittwoch gibt Murat Yakin in Zürich sein Kader für die WM 2026 bekannt. Bis am 30. Mai muss er die Namen der 26 Spieler bei der Fifa einreichen, mit denen er ans Turnier reisen will. Das Casting befindet sich damit in der finalen Phase, wobei einige Spieler ihr WM-Ticket bereits fix gelöst haben, sofern nicht noch Unvorhergesehenes passiert, beispielsweise weil die Verletzungshexe zuschlägt.

In 30 Tagen, am 13. Juni, bestreitet die Schweiz gegen Katar ihr erstes Spiel an der WM 2026. Auf dem Weg in die angestrebte K.o.-Phase des Turniers ist ein Sieg Pflicht. Zumal Murat Yakin über ein solides Grundgerüst verfügt, wenngleich die eine oder andere Position noch offen ist oder andere Fragezeichen bestehen.

Keine Fragen bei den Goalies

Bei den Torhütern ist so weit alles klar. Gregor Kobel ist gesetzt, dahinter folgt Yvon Mvogo, der in der Ligue 1 in dieser Saison sechs Spiele ohne Gegentor bestritt und massgeblich daran beteiligt ist, dass Aufsteiger Lorient den Ligaerhalt längst geschafft hat und sich im breiten Mittelfeld befindet. Als Nummer 3 steht YB-Keeper Marvin Keller bereit, der mittlerweile ein fester Bestandteil des Kaders ist, aber nach wie vor auf sein erstes Länderspiel wartet.

In der Defensive sind Manuel Akanji, Nico Elvedi, Ricardo Rodriguez und Silvan Widmer gesetzt. Gute Chancen hat auch Miro Muheim, der beim HSV eine starke Saison spielt und regelmässig auch die Captainbinde trug. Allerdings verletzte er sich Mitte April im Derby gegen Weder Bremen am Sprunggelenk und fällt seither aus. Die Hoffnung ist aber gross, dass er an der WM dabei ist.

Alterativen für die Innenverteidigung sind Aurèle Amenda, Luca Jaquez und auch Eray Cömert, der sich in Valencia zurück ins Rampenlicht gespielt hat. Dazu kommt Monaco-Captain Denis Zakaria, der sein Ticket auf sicher hat und im Mittelfeld und in einer Dreierkette eingesetzt werden kann. Leise von einem Aufgebot träumt auch Bruno Ogbus, der sich beim SC Freiburg immer mehr zu einem sicheren Wert entwickelt. Aber ob er es in diesen erlauchten Kreis der WM-Fahrer schafft, ist sehr fraglich. Einer, der vielleicht auch noch im letzten Moment zu einem heissen Kandidaten geworden wäre, ist Bryan Okoh. Seit seinem Wechsel nach Frankreich spielt er in der Ligue 1 stark auf und wurde bei Auxerre zum Stammspieler – doch am vergangenen Wochenende zog sich der 22-Jährige bereits den zweiten Kreuzbandriss in seiner Karriere zu und fällt nun monatelang aus.

In der Aussenverteidigung sind als Alternativen Zachary Athekame und Isaac Schmidt denkbar, die aber bei Werder Bremen respektive AC Mailand keinen Stammplatz haben. Eine Möglichkeit ist auch Sascha Britschgi, der nach seinem Wechsel in die Serie A sofort beeindruckte, zuletzt aber bei Parma vermehrt auch auf der Bank sass.

Weiter vorne sind einige Plätze bereits fix vergeben. Zuallererst natürlich jener an Granit Xhaka, den Chef der Schweizer auf und neben dem Platz, der auch der verlängerte Arm von Coach Yakin ist. Dazu kommt Remo Freuler, der kongeniale Partner und die perfekte Ergänzung neben Xhaka. Weitere Fixstarter sind Fabian Rieder, der bei Augsburg im Verlaufe der Saison immer besser in Fahrt gekommen ist, und Ruben Vargas, der in dieser Saison dem FC Sevilla lange verletzt fehlte, sich nun aber rechtzeitig zurückgemeldet hat. Gesetzt ist Johan Manzambi, der beim SC Freiburg regelmässig glänzt und längst das Interesse von namhaften Klubs auf sich gezogen hat. Ebensowenig aus dem Team wegzudenken ist Breel Embolo, der in dieser Saison für Rennes in der Ligue 1 bereits acht Treffer erzielt hat.

Okafor als Durchstarter

Ein wichtiger Spieler wird auch Noah Okafor sein. Er wurde von Yakin nach der zwischenzeitlichen Verbannung aus der Nati begnadigt, zeigt sich geläutert – und startete zuletzt bei Leeds durch, glänzte als Torschütze. Acht Treffer hat er in dieser Saison in der Premier League bereits erzielt – das ist vor ihm noch keinem Schweizer gelungen. Zuletzt musste der Stürmer aufgrund einer Wadenverletzung passen, doch für die WM sollte das kein Problem sein.

Keine Diskussionen sind eigentlich bei Dan Ndoye nötig, der seinen Wert für die Offensive der Schweizer Nati längst bewiesen hat. Allerdings hat er keine einfache Saison bei Nottingham hinter sich, erzielte nur ein Tor in der Premier League und musste zuletzt wieder aufgrund einer Verletzung pausieren. Er wird im Kader stehen und dann im Hinblick auf die WM behutsam zurückgeführt werden. Geduld braucht es auch bei Zeki Amdouni, bei dem es scheint, dass er den Wettlauf gegen die Zeit nach seinem Kreuzbandriss gewinnen wird. Nach seiner langen Zwangspause kam er zuletzt in der Premier League für Burnley zu zwei Teileinsätzen – die Richtung stimmt. Weiter auf seinem Weg zurück ist YB-Spieler Alvyn Sanches, der bei den Bernern zum Stamm gehört und auch für die Nati mit seiner Kreativität enorm wertvoll ist. Auch er dürfte mit an die WM reisen. 

Zu den WM-Fahrern wird auch der Freiburger Michel Aebischer gehören, der mit Pisa aus der Serie A absteigt, aber sehr vielseitig einsetzbar ist. Ein Fixstarter müsste auch Ardon Jashari sein, der vielleicht erste Ersatz von Granit Xhaka im Mittelfeld. Allerdings kommt er bei der AC Milan nicht auf Touren. In dieser für ihn verkorksten Saison, die mit einem Wadenbeinbruch begann, kam er in der Serie A erst auf zwölf Einsätze, 553 Spielminute und einen Assist. Das ist definitiv zu wenig für einen Spieler seiner Güteklasse und mit seinem Selbstvertrauen. Doch nur schon aufgrund seiner Klasse und seines Potenzials wird ihn Murat Yakin wohl nominieren.

Das Gerüst für das Schweizer WM-Kader steht, dennoch sind noch einige Fragen offen und können einige Spieler auf ein WM-Aufgebot hoffen, Beispielsweise Djibril Sow, der in dieser Saison beim FC Sevilla immerhin schon fünf Tore und vier Assists erzielte. Oder YB-Offensivspieler Joël Monteiro, der ein Ersatz für Breel Embolo sein könnte. Vincent Sierro, der aber sein Geld in der Saudi Pro League verdient und auch deshalb längst nicht gesetzt ist. Und vielleicht auch Cedric Itten, der in der 2. Bundesliga mit Düsseldorf um den Ligaerhalt zittert, aber mit 15 Treffern der beste Torschütze seines Teams ist und seine Qualitäten als Joker in der Vergangenheit immer wieder bewies. Und vielleicht auch Alessandro Vogt, der für den FC St. Gallen in der Super League ebenfalls 15 Mal eingenetzt hat.

Nationaltrainer Yakin dürfte seine WM-Fahrer bereits im Kopf haben, auch wenn noch ein paar wenige Spiele bis zum Saisonende in den einzelnen Meisterschaften fehlen. Schon bald wissen aber auch alle Fans, welche 26 Akteure sie in den kommenden Wochen unterhalten und begeistern sollen.

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