Vaduz gegen Aarau – der Showdown im Aufstiegskampf
Heute Abend treffen sich der FC Vaduz und der FC Aarau zum Gipfeltreffen der Challenge League. Sichert sich der FC Vaduz mit einem Sieg nach fünf Jahren in der zweitobersten Schweizer Liga den Aufstieg? Oder rückt der FC Aarau mit einem Erfolg auf die Pole-Position vor?
Zwei Runden vor Schluss liegt Vaduz zwei Punkte vor Aarau und kann im Direktduell mit einem Sieg alles klar machen. Gewinnen allerdings die Aarauer, haben sie den Vorteil auf ihrer Seite und können in der letzten Runde am Freitag daheim gegen Yverdon den Aufstieg perfekt machen, während die Liechtensteiner in der letzten Runde auswärts auf den FC Wil treffen. Spannung ist garantiert – und auch ein gewisses Nervenflattern. So hatte Vaduz zuletzt einige Probleme, spielte gegen Stade Lausanne-Ouchy nur 2:2 und kam gegen Étoile Carouge zu einem knappen 2:1-Sieg, während Aarau gegen Xamax (3:1) und Stade Nyonnais (5:1) ziemlich komfortable Siege feierte.
Vaduz daheim ungeschlagen
Vaduz und Aarau liefern sich während der ganzen Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen, nun kommt es zum Showdown. Und da haben die Vaduzer den Vorteil auf ihrer Seite. Sie dürfen daheim antreten, nachdem in den bisherigen drei Direktduellen immer der Gastgeber gewonnen hat. Zudem ist Vaduz im Rheinpark-Stadion in dieser Saison in der Liga noch ungeschlagen – die beeindruckende Bilanz: 15 Siege, 2 Unentschieden.
«Wir fühlen uns schon die gesamte Saison im Rheinpark Stadion enorm wohl. Das gibt uns ein gutes Gefühl», sagt nun Vaduz-Trainer Marc Schneider – und deutet an, im Hinblick auf dieses kapitale Spiel nicht allzuviel umstellen zu wollen. «Wir kennen uns sicher gegenseitig sehr gut. Wenn man jetzt zu viel ändert und den anderen überraschen möchte, dann schiesst man sich eher ein Eigentor.»
In erster Linie geht es für Schneider und sein Team darum, diesen Showdown nicht zu verlieren, um mindestens weiterhin alles in den eigenen Füssen zu behalten. «Für uns gilt verlieren verboten und für sie ist ein Sieg Pflicht. Aber ich kann garantieren, dass wir auf dem Platz alles geben werden und versuchen zu gewinnen. Auf Unentschieden spielen entspricht nicht meinem Naturell», so Schneider. Und: «Wir müssen die Chancen sehen und nicht das Risiko!»
Stärker gefordert ist der FC Aarau, der den Gang in die Barrage gegen GC oder allenfalls Winterthur vermeiden möchte, nachdem ein Blick zurück nicht viel Mut macht. 2019 gewann Aarau das Hinspiel auswärts gegen Xamax mit 4:0, die Rückkehr in die Super League war eigentlich schon so gut wie fix – und dann scheiterte der FCA dramatisch im Penaltyschiessen. Und letztes Jahr verloren die Aargauer das Hinspiel gegen GC mit 0:4, siegten im Rückspiel zwar 1:0, doch sie verpassten den Aufstieg.
Aarauer Offensivstärke
Die grosse Stärke der Aargauer liegt sicherlich ihn ihrer Offensivstärke. In den letzten beiden Spielen gegen Nyonnais und Xamax erzielten sie acht Tore. Mit dem Franzosen Elias Filet (20 Tore), Valon Fazliu (14), Daniel Afriyie (12) und Shkelqim Vladi (10) haben bereits vier Spieler zweistellig getroffen, während beim FC Vaduz der Österreicher Marcel Monsberger mit zehn Treffern der erfolgreichste Offensivspieler ist. Vaduz-Coach Schneider spricht beim Gegner aber nicht nur von der Offensive, sondern warnt vor dem ganzen Paket: «Sie sind sehr ausgeglichen und hinten und im Zentrum auch sehr gut. Diese Mannschaft hat nirgends Schwächen.»
Die Spannung ist spür- und greifbar. Das Stadion ist ausverkauft, 5800 Zuschauerinnen und Zuschauer werden erwartet – darunter etwa 2000 Aarau-Fans. FCA-Trainer Brunello Iacopetta sprach zuletzt gegenüber den regionalen Medien von der grossen Freude, «um etwas spielen zu können, gab aber auch zu, dass der Druck auf die Aarauer grösser ist als auf den Gegner: «Wir müssen dieses Spiel gewinnen, Vaduz kann auch mit einem Unentschieden glücklich sein.» Seine Mannschaft sei aber gewachsen, habe in dieser Saison einiges erlebt und sich den Herausforderungen immer wieder erfolgreich gestellt. Und: Die Aarauer blieben in der Liga zuletzt in sechs Auswärtsspielen in Folge ungeschlagen, verloren letztmals am 13. Februar gegen Stade Lausanne-Ouchy. Die Zeit ist also reif für einen grossen Sieg. Entweder heute gegen Vaduz. Oder dann spätestens in der Barrage gegen GC oder Winterthur.