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Das Duell zweier Generationen

Andy

Als Cristiano Ronaldo sein erstes Länderspiel für Portugal bestritt, war der Spanier Lamine Yamal noch nicht einmal geboren. Heute Abend stehen sich der 41-Jährige und der bald 19-Jährige im WM-Achtelfinal gegenüber. Es ist das erste und letzte WM-Duell dieser Vertreter zweier Generationen.

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Cristiano Ronaldo bejubelt sein Tor im Sechzehntelfinal gegen Kroatien – war es sein letzter WM-Treffer? © KEYSTONE / AP Photo/Stephanie Scarbrough

Mehr als zwei Jahrzehnte hat Cristiano Ronaldo den Weltfussball geprägt und massenhaft Trophäen gewonnen. Vor zehn Jahren wurde er mit Portugal Europameister, es war der grösste Titel mit seinem Nationalteam, für das er bis heute 232 Länderspiele gemacht und 146 Tore erzielt hat. Angefangen hat diese Reise am 20. August 2003, als er gegen Kasachstan zu einem 45-minütigen Teileinsatz kam. Eingewechselt wurde er damals für Luis Figo, frei nach dem Motto: «Legende für Legende».

Heute könnte für CR7 nun das letzte WM-Spiel seiner Karriere folgen, nachdem er in diesen Tagen erklärt hat, seine letzte Weltmeisterschaft zu bestreiten. «Ich möchte es so sehr wie möglich geniessen», sagte der Portugiese im Vorfeld des Achtelfinalduells gegen Spanien, und er hoffe, dass sein letztes WM-Spiel nicht schon am Montag stattfinde.

Kritik und Replik

Wie während seiner ganzen Karriere, produziert der Superstar auch aktuell nicht nur Tore, sondern auch Schlagzeilen. Immer wieder wird daran gezweifelt, dass der 41-Jährige überhaupt noch in die Nati gehört. Kritiker sagen, er sei eine Schwächung für das Team, das zum erweiterten Kreis der Titelanwärter gehört. Doch Ronaldo hat auch Antworten bereit und erzielte in den ersten vier Spielen der laufenden WM für sein Team drei Tore.

Und er erhält auch Unterstützung von seinem ehemaligen Teamkollegen Luis Figo. Dieser hat zuletzt die junge Generation in Portugals Nationalmannschaft für ihren Umgang mit Ronaldo kritisiert. «Es ist offensichtlich, dass einige Spieler Cristiano Ronaldo nicht im Team haben wollen. Vielleicht denken sie, dass er sie bremst», so Figo. Ronaldo habe Portugal über Jahre auf seinen Schultern getragen und verdiene Respekt: «Als Cristiano zum ersten Mal in die Nationalmannschaft berufen wurde, respektierte er alle älteren Spieler. Bei den jetzigen Jungs ist das anders. Aber was haben die erreicht? Nichts.» Und auch Nationaltrainer Roberto Martinez nahm seinen Stürmer in Schutz und sagte: «Wir reden hier vom grössten Spieler der Geschichte. Er ist hier, weil er immer noch auf dem höchsten Level abliefert und nicht, weil er in der Vergangenheit viel erreicht hat.»

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Lamine Yamal überzeugt mit Tempo und Instinkt und hat an der WM bislang einmal getroffen.

Das nächste Aushängeschild

Ronaldo war gemeinsam mit Messi das prägende Gesicht einer ganzen Generation. Einzig der WM-Titel fehlt ihm zur Vollendung seiner Karriere. Noch träumt er von dieser ultimativen Krönung. Doch um weiterhin diesen Traum leben zu können, braucht Ronaldo am Montagabend einen Sieg im Derby gegen die Spanier, die auch zu den Titelfavoriten gehören. Und in deren Team steht mit Lamine Yamal, der in einer Woche seinen 19. Geburtstag feiert, ebenfalls ein Ausnahmespieler, der in der kommenden Generation der «Primus inter Pares» und das Aushängeschild sein könnte.

Mit Ronaldo und Yamal treffen zwei Generationen aufeinander. Es ist das zweite Duell der beiden Superstars – und vielleicht auch das letzte. Im Juni 2025 spielten sie im Final der Nations League gegeneinander. Die Portugiesen siegten im Penaltyschiessen, nachdem es nach 120 Minuten 2:2 gestanden hatte. Ronaldo war für das Ausgleichstor zuständig und musste nach 88 Minuten angeschlagen vom Platz. Yamal hatte nach 105 Minuten Feierabend und blieb ohne Tor und Assist.

Der Achtelfinal bietet nun vielleicht den perfekten Rahmen für eine Stabsübergabe. CR7 tritt zum letzten Mal auf der ganz grossen Bühne auf und Lamine Yamal könnte zur grossen Figur des Turniers werden, wenn er nach dem EM-Titel 2024 nun auch noch die WM-Trophäe in die Höhe stemmen würde.

Disziplin und Instinkt

Während Ronaldo der Weg an die Spitze mit eiserner Disziplin, grossem Ehrgeiz und als perfekter Athlet gelang und er heute von der Erfahrung und seinen nach wie vor vorhandenen Abschlussqualitäten lebt, glänzt Lamine Yamal mit seinem Instinkt, seiner Kreativität und seiner Unbekümmertheit. Er spielt ohne Angst und gehört bereits heute zu den spektakulärsten Spielern der Welt und hat die Voraussetzungen, um an der WM für die Spanier zum X-Faktor zu werden.

Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente geht jedenfalls von einem ausgeglichenen Duell aus, schliesslich treffen zwei Mannschaften aufeinander, «die sich in vielerlei Hinsicht ähneln». Beide pressen aggressiv, schalten nach Ballverlust schnell um, verteidigen intensiv, erobern den Ball früh zurück und fühlen sich mit Ballbesitz wohl. «Es gibt zwar kleine Unterschiede, aber es gibt eine Grundidee, die sehr erkennbar und identifizierbar ist.»

Für De la Fuente ist daher klar, dass «am Ende Kleinigkeiten den Ausschlag geben werden». Details oder vielleicht ein Geniestreich. Durch Cristiano Ronaldo, dessen WM-Karriere bei einer Niederlage abrupt enden würde und der bei einem Sieg weiter auf die Vollendung seiner Karriere hoffen dürfte. Und von dem De la Fuente sagt: «Bei ihm darf man sich niemals in Sicherheit wiegen. Er ist ein aussergewöhnlicher Spieler, ein Genie.» Oder durch Lamine Yamal, der alles mitbringt, um das Erbe der Ausnahmefiguren Messi und Ronaldo anzutreten, ebenfalls eine Generation zu prägen und dem Nationaltrainer De la Fuente im Achtelfinal eine tragende Rolle zutraut: «Er ist immer bereit, mehr zu geben. Lamine liebt genau solche Spiele. Er steht gern im Mittelpunkt, übernimmt Verantwortung und ergreift die Initiative. Ich bin überzeugt, dass er alle Voraussetzungen mitbringt, um ein grosses Spiel zu machen.»

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