Die Zeit ist reif für Gold!
Zum dritten Mal in Folge steht die Schweizer Eishockey-Nati im WM-Final. Nach den Niederlagen 2024 gegen Tschechien und 2025 gegen die USA ist heute in der Swiss Life Arena die Zeit gekommen, ein begeisterndes Turnier ultimativ zu krönen.
Das Selbstverständnis war bemerkenswert. Die Eisgenossen stiegen mit dem erklärten Ziel in die Heim-WM, den Titel zu gewinnen. Und beeindruckend und irgendwie unschweizerisch war, dass sie öffentlich von diesem WM-Titel sprachen. Dieser «Mission Gold».
Und sie hielten bislang Wort. Zauberten sich durch dieses Turnier. Neun Spiele, neun Siege: Es ist eine einzigartige Bilanz. Nun fehlt der von Captain Roman Josi angeführten «Goldenen Generation» nur noch der zehnte Streich, das «Stängeli», um sich endgültig unsterblich zu machen. Und es spricht viel für die Schweiz.
Fantastisch-fanatisches Publikum
Die Finnen sind ganz sicher kein leichter Gegner, es wird wie schon beim 4:2-Sieg zum Abschluss der Vorrunde ein Spiel brauchen, in dem die Schweizer ihr Leistungslimit ausreizen, vielleicht gar die Grenzen verschieben. Angetrieben von einem wunderbaren, fantastisch-fanatischen Publikum wird das auch gelingen. Dazu kommt der Vorteil, dass die Schweizer ein paar Stunden mehr Erholungszeit hatten und so tendenziell frischer ins Spiel steigen.
Natürlich, der Spitzensport ist unberechenbar. Einen Sieg kann niemand garantieren. Doch für Jan Cadieux und sein Team ist der Moment gekommen, um sich unsterblich zu machen. Der Coach, die Mannschaft, die ganze Eishockey-Schweiz sind bereit.
Genoni, Josi, Hischier…
Leonardo Genoni ist der Rückhalt des Teams und hext einmal mehr auf Weltklasse-Niveau. Er strahlt Ruhe aus und verleiht seinen Teamkollegen unschätzbare Sicherheit. Dasselbe kann man von Captain Josi sagen. Der Verteidigungsminister überzeugt in der Defensive und glänzt in der Offensive. Er ist der Star des Teams, der beste Schweizer Eishockeyspieler in der Geschichte. Josi besticht durch sein hervorragendes Skating, seine Eleganz, seine intelligente Spieleröffnung, seine Fähigkeit, das Spiel zu lesen, die immense Eiszeit, die er schultert und auch seine Führungsqualitäten. Er ist das Herz dieser Nati. Am Montag wird der Berner 36 Jahre alt – es ist zu hoffen, dass er als Weltmeister auf diesen Tag anstossen kann.
Auf einem ähnlichen Niveau wie Josi bewegt sich Nico Hischier. Er ist ein schlicht brillanter Zweiwegstürmer, der seine Teamkollegen besser macht. Ein Star in diesem Sport – und dennoch bescheiden und bodenständig. Elegant auf dem Eis, mit überragender Vista und bemerkenswerter Spielintelligenz. Einer, der vorangeht und den Teamgedanken lebt.
Genoni, Josi und Hischier sind das Rückgrat dieser Nati, die aber vor allem eines ist: eine grossartige Gruppe, eine Familie, eine Einheit und definitiv keine Zweckgemeinschaft. Alle leben gemeinsam ihren Traum. Und alle verfügen über gigantische Fähigkeiten. Vom Defensivspezialisten wie Christian Marti über die offensiven Zauberer Denis Malgin und Sven Andrighetto bis zu den Stürmern, die ihren Gegnern unter die Haut gehen: Timo Meier, Damien Riat, Ken Jäger, Simon Knak oder auch Christoph Bertschy. Wobei es unfair ist, einzelne Namen zu nennen, da diese Nati als Kollektiv Freude macht und auf der Erfolgswelle surft.
Der perfekte Moment
Eigentlich ist für unsere Hockey-Helden nur Gold gut genug. Zum fünften Mal seit 2013 stehen die Schweizer nun bereits in einem WM-Final, und dieser soll nun die Premiere bringen. «Es ist schwierig zu glauben und sicher sehr schön, dass wir erneut im Final stehen. Zu Hause wäre es der perfekte Moment, um den Job zu erledigen», sagt NHL-Stürmer Nino Niederreiter, der selber ebenfalls zum fünften Mal im WM-Final steht. «Ich glaube, wir haben bisher sehr gut zusammengespielt. Wir waren in den letzten paar Jahren immer wieder nahe dran, und jeder glaubt daran, dass wir es schaffen können.» Die Energie, die von den Fans komme, treibe sie schon die ganze WM an. «Es ist eine sehr lässige Stimmung, und wir nehmen das sehr auf. Alle wissen, was es geschlagen hat. Wir kriegen nochmals eine Chance – jetzt gilt es, das Beste daraus zu machen.»