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Gut geht's bald los: Fünf Erkenntnisse vom letzten WM-Test vs. AUS

Patrick

Mit einem 1:1 gegen Australien beschloss die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft am Samstagabend (Schweizer Zeit) ihre Vorbereitung auf die FIFA WM 2026. Ein Spiel, in dem die Nati gegen einen bescheidenen Gegner den Sieg verschenkte - und trotzdem die eine oder andere Erkenntnis für das WM-Auftaktspiel gegen Katar (Sa., 13.6.) gewonnen haben dürfte.

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Traf in Minute 14 zur Führung, scheitert hier aber an Aussie-Keeper Patrick Beach: Nati-Angreifer Dan Ndoye © Keystone / Peter Klaunzer

Gewöhnungsbedürftig

Das Pre-Game-Meal vermutlich gegen 08.30 morgens. Anpfiff um 12:00 und eine Trinkpause von 180 Sekunden zur Mitte jeder Halbzeit. Alles ungewohnte Parameter rund um ein Länderspiel der Schweiz, aber Gegebenheiten, wie sie die Nati zumindest während der WM-Vorrunde noch dreimal erleben wird. Von daher war die wichtigste Erkenntnis, dass die Schweizer sich zumindest einmal im Vorfeld des Turniers mit diesen durchaus ungewohnten Rahmenbedingungen anfreunden konnten.  Wobei «anfreunden» das Erlebte wohl nur ungenügend beschreibt. Die Art und Weise, wie die Schweiz nach der ersten Trinkpause ihr Spiel verlor, dürfte in der Vorbereitung auf das Katar-Spiel noch das eine oder andere Mal thematisiert werden.

 

Achtung

Granit Xhaka wählte seine Worte mit Bedacht, aber bestimmt. Kaum vors Mikrofon von SRF-Reporter Jeff Baltermia getreten, legte der Nati-Captain nach dem enttäuschenden 1:1 gegen die Australier den Finger in die Wunde. Nicht nur was die Partie gegen die Aussies anbelangte, sondern mit Blick auf die bisherige WM-Vorbereitung im Allgemeinen. Zu viele Sonderregelungen und zu viel Ablenkung, dafür zu wenig Biss und Ernsthaftigkeit im Hinblick auf die kommenden Aufgaben. Auch das Breel Embolo aufgrund seiner Visa-Probleme erst verspätet anreisen konnte, schmeckte dem Sunderland-Star nicht, der zwischen den Zeilen zudem den Eindruck erweckte, dass irgendjemand aus dem 50-köpfigen Nati-Staff diesen Umstand hätte verhindern können. Umso wichtiger sei es jetzt, den Schalter umzulegen. Dem gibt es wenig hinzuzufügen.

 

Brotlose Kunst

100:13 Pässe nach knapp zehn Spielminuten. 75 Prozent Ballbesitz nach 25 und bei Spielende dann doch «nur» ein 1:1. Vielleicht einfach deshalb, weil in den beiden jüngsten Nati-Auftritten eine Mischung aus sich bewegen, ein paar taktische und personelle Alternativen testen und sich nicht verletzen im Vordergrund zu stehen schien, vielleicht aber auch nicht? Auf alle Fälle hat sich die Schweiz gestern mit fortlaufender Spieldauer zum zweiten Mal innert Wochenfrist dem Niveau eines schwächeren Gegners angepasst, was mit Blick zur WM nur bedingt als gutes Zeichen zu werten ist. Denn dort trifft die Nati  erneut auf drei Kontrahenten, die grundsätzlich nicht über die Klasse der Schweiz verfügen. Bleibt zu hoffen, dass es im Ernstfall dann gelingen wird, die Überlegenheit nicht nur in Torchancen, sondern auch in Zählbares umzumünzen.

 

Keystone Peter Klaunzer Häufig einen Schritt zu spät_Zeki Amdouni konnte mangelende Spielpraxis nicht verbergen
Häufig einen Schritt zu spät: Zeki Amdouni (in rot) konnte seine mangelnde Spielpraxis nicht verbergen (Keystone / Peter Klaunzer)

Gewinner und Verlierer

Breel Embolo noch im Jetlag, Noah Okafor noch nicht ganz fit. Da ist es logisch (und sinnvoll), dass im Sturm gestern Zeki Amdouni das Vertrauen ausgesprochen bekam. Schliesslich kam der Burnley-Legionär eben erst von einem Kreuzbandriss zurück, kann von jeder Minute Spielpraxis profitieren. Denn auf der Höhe seines Schaffens ist der 25-Jährige (logischerweise) noch nicht, was er auch gestern nicht verbergen konnte. Amdouni hatte Mühe, sich gegen die robuste australische Verteidigung zu behaupten und zeigte vor allem, dass er noch Zeit braucht. Ähnlich wenig Impact hatte auf Schweizer Seite nur Fabian Rieder, an dem das Spiel nach seiner Einwechslung zur Pause grösstenteils vorbeilief.

Besser gefielen da die im fortgeschrittenen Verlauf der zweiten Halbzeit eingewechselten Miro Muheim (für Ricardo Rodriguez) und Cedric Itten (für Zeki Amdouni), die sich in knapp 20 Minuten Spielzeit beide zwei Mal positiv in Szene setzen konnten und so Torgefahr kreierten. Die war in Halbzeit eins noch nahezu ausschliesslich von Dan Ndoye ausgegangen, der zwischen der 5. und 45. Minute gleich vier Mal in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam. Dafür und für sein Tor (14.) gebührt ihm ein Lob, auch wenn mit etwas besserer Ballan- und -mitnahme eigentlich auch ein Zweites hätte drin liegen müssen.

 

Alte Bekannte

Während seiner Zeit in der Super League fiel er nicht gross auf und tat das auch gestern nicht. Logisch, denn Awer Mabil (zwischen August ‘23 und Januar ‘25 30 Spiele und fünf Tore für GC) kam gestern als einiger der wenigen Spieler im australischen Kader nicht zum Einsatz. Dass es der 30-jährige Linksaussen von Castellon CF (Segunda Division) aber überhaupt ins WM-Team der Aussies geschafft hat, überrascht durchaus. Der Wandervogel (neun Klubs in den letzten zehn Jahren) kommt so zu seiner zweiten WM-Teilnahme.

Mehr Impact hatte da der zweite ehemalige SL-Spieler im Team der «Socceroos», Nestory Irankunda. Die 20-jährige ehemalige Bayern-Leihgabe bei GC (21 Spiele, 1 Tor in der Rückrunde 2025) war auf bescheidenen Niveau der vielleicht sogar gefährlichste australische Angreifer und scheiterte in der 49. Minute mit einem Lattenknaller nur knapp. Darüber hinaus deutete der heute beim FC Watford in der Championship engagierte Rechtsaussen ein paar Mal an, dass er mit seinem Speed eine Waffe für die gestern offensiv ziemlich impotenten Australier sein kann.

 

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