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Vom Nati-Kandidaten zum HSV-Auslaufmodell: Silvan Heftis schwieriger Weg im Ausland

Patrick

Übermorgen Sonntag trifft der Hamburger SV am 12. Bundesligaspieltag auf den VfB Stuttgart. Ohne Silvan Hefti, den vor rund 16 Monaten verpflichteten, vermeintlichen Hoffnungsträger auf der rechten Abwehrseite. Eigentlich hatte der Ostschweizer in Hamburg noch einmal einen Anlauf in Richtung Nationalmannschaft nehmen wollen. Gelandet ist er auf dem Abstellgleis.

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Darf sich seit Saisonbeginn nur noch in Freundschaftsspielen und im Training zeigen: Derr aussortierte HSV-Legionär Silvan Hefti (l.) © IMAGO / Niklas Heiden

Wo Meisterschaft und Champions League nichts zählen

Im Spätsommer 2020 bewegte ein Transfer die Ostschweizer Fussball-Gemüter: Silvan Hefti, damals 22-jähriger Kapitän des aufstrebenden Vize-Meisters FC St. Gallen wechselte zu den Young Boys aus Bern. Der Grund: In der Bundesstadt erhoffte sich der gebürtige Rorschacher bessere Chancen, um seinem Traum von einem Platz in der Nationalmannschaft mit Karriere im Ausland einen entscheidenden Schritt näher zu kommen. Und zumindest der Start verlief verheissungsvoll: Hefti wurde mit YB Meister, profilierte sich in der Champions League (u.a. als Teil des legendären 2:1 gegen ManU) und wechselte in der Winterpause 2022 zum CFC Genua in die Serie A. In der ligurischen Metropole angekommen, sicherte sich der Rechtsfuss auf Anhieb einen Stammplatz, den er trotz Abstieg auch in der Folgesaison behielt. Das änderte sich Anfang 2023, als sich Hefti aufgrund von Verletzungen und Problemen mit Trainer Alberto Gilardino immer öfter auf der Ersatzbank wiederfand. Nach dem Wiederaufstieg im Sommer kam der ältere Bruder von Thun-Verteidiger Nias Hefti in der Vorrunde noch auf ganze 280 Einsatzminuten, ehe er für die Rückrunde zum Montpellier HSC ausgeliehen wurde. Trotz Stammplatz in Südfrankreich, musste er im Frühsommer 2024 zurück nach Italien, ehe sich im August endlich eine langfristige Lösung abzeichnete: Der ehemalige U21-Internationale wechselte mit einem Vierjahresvertrag zum Hamburger Sport-Verein.

 

Unerfüllte Erwartungen und schlechtes Timing

Beim gefallenen, ehemaligen Bundesliga-Dino setzte man hohe Erwartungen in Hefti. Mit seiner Erfahrung, Physis und Intensität sollte er die Hamburger Defensive stabilisieren und so seinen Teil zum angestrebten Aufstieg beitragen. Der Auftakt verlief vielversprechend, der Schweizer bildete auf der rechten Seite das defensivere Pendant zu Landsmann Miro Muheim auf Links, ehe ihn eine Rückenverletzung für fünf Spiele ausser Gefecht setzte. Just zum Ende jener Zeit ersetzte die Vereinsführung Trainer Steffen Baumgart durch Merlin Polzin, der zu Beginn verständlicherweise nicht auf den eben erst zurückgekehrten Schweizer setzte. Das Problem: Unter dem ehemaligen Assistenten lief es den Hamburgern plötzlich, es folgten zehn Spiele ohne Niederlage (sechs Siege) und zehn Spiele, in denen Hefti nur noch dreimal von Beginn weg ran durfte. Sein Stammplatz war weg und der Schweizer musste als Ergänzungsspieler nach Wegen suchen, um in einer neuen Rolle einen Beitrag zur sich anbahnenden Bundesliga-Rückkehr zu leisten. Jüngere und günstigere Konkurrenz hatte ihm in der entscheidenden Phase den Rang abgelaufen.

 

Perspektive: SSV Jeddeloh anstatt Bayern München – oder doch die Schweiz?

Kurz vor dem Start in die aktuelle Spielzeit bekam Hefti dann die ganz Härte des Fussballgeschäfts zu spüren. Trotz (oder vielleicht auch wegen) Vertrag bis 2028 wurde dem letztjährigen Sommer-Transfercoup eröffnet, dass man beim HSV nicht mehr mit ihm plane. Angesichts der Tatsache, dass Hefti zu den besserverdienenden Spielern im Kader des Aufsteigers gehört und mehr (mit Boni rund 2 Mio. Euro) verdient, als seine Konkurrenten Gocholeishvili (GEO) und Mikelbrencis (FRA) zusammen, nicht ganz überraschend, zumal Trainer Polcin die beiden Letztgenannten auch sportlich deutlich vorne sieht. Für Hefti blieb somit kein Platz mehr im Kader, doch der ehemalige Junior des FC Rorschach-Goldach entschied sich, vorderhand in Hamburg zu bleiben, wo seine neue Realität als Teil der zweiten Mannschaft eher Duelle mit dem SSV Jeddeloh (Regionalliga Nord) als mit dem FC Bayern München vorsieht. Möglicherweise findet sich in der Winterpause ein Abnehmer für Hefti, dessen gut dotierter und vor allem auch langfristiger Vertrag einen Wechsel – speziell zurück in die Schweiz - jedoch erschweren dürfte. Realistischerweise wäre eine solche Rückkehr nur auf Leihbasis vorstellbar. Aber vielleicht erinnert sich ja ein Titelkandidat an den 28-Jährigen, der einst auszog, um das Ausland und die Schweizer Nationalmannschaft zu erobern. Beides hat nicht geklappt, was aber nicht bedeutet, dass Hefti in der Super League keine Verstärkung sein könnte. Zum Beispiel beim FC St. Gallen, der mit Hugo Vandermersch auf der rechten Abwehrseite zwar gut, aber auch ziemlich dünn aufgestellt ist…

 

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