WM 2026: Stars, Talente und Geheimtipps unter der Lupe
Am Donnerstagabend geht die WM 2026 endlich los: 1248 Spieler stehen in den Kadern der 48 teilnehmenden Mannschaften. Von Superstars über bekannte Grössen bis zu (noch) unbekannten Namen. Wer wird an der WM glänzen und vielleicht auch Schlagzeilen liefern? Wir präsentieren zwölf Kandidaten.
Lamine Yamal (18), Spanien
Der Rechtsaussen ist erst 18 Jahre alt, eines der grössten Talente in der Fussballwelt und bereits heute einer der besten Kicker. Der Marktwert des Teenagers, der schon über 150 Pflichtspiele für Barcelona und 25 Länderspiele für Spanien bestritten hat, liegt bei 200 Millionen Euro – damit ist er momentan gemeinsam mit Erling Haaland der wertvollste Spieler der Welt. Seine grössten Stärken liegen im Eins-gegen-Eins, in einem explosiven Dribbling, in der überragenden Technik und der Kreativität. Und für sein Alter ist er aussergewöhnlich reif. Yamal gehörte bereits an der EM 2024 beim Titelgewinn der Spanier zu den prägenden Figuren und dürfte auch an der WM ein Schlüsselspieler sein. Allerdings verlief die Vorbereitung nicht wunschgemäss. Yamal fiel seit April wegen einer Muskelverletzung am Oberschenkel aus, doch zuletzt gab es die Meldung, dass er beim WM-Startspiel der Spanier am kommenden Montag gegen Kap Verde dabei sein sollte.
Michael Olise (24), Frankreich
Der Franzose gehört zu den aktuell aufregendsten Offensivspielern der Welt. Der Rechtsaussen verbindet Technik, Kreativität und Effizienz auf aussergewöhnliche Weise – er ist einer der grössten Trümpfe der Équipe tricolore an dieser WM. Er kann ein Spiel mit einer einzigen Aktion entscheiden und ist ein Akteur für magische Momente. In der vergangenen Saison hat Olise für die Bayern wettbewerbsübergreifend in 52 Spielen 22 Tore und 31 Assists erzielt – es sind die Statistiken eines Superstars. Dasselbe gilt auch für seinen Auftritt im letzten Testspiel vor der WM gegen Nordirland, als er beim 3:1-Sieg der Franzosen einen Hattrick erzielte. Olise vereint Spektakel und Effizienz und ist einer der begehrtesten Spieler weltweit. Sein Marktwert liegt bei 150 Millionen Euro, doch sein Vertrag in München läuft bis 2029 und die Bayern haben längst kundgetan, dass sie nicht daran denken, ihren offensiven Zauberer zu verkaufen.
João Neves (21), Portugal
Der zentrale Mittelfeldspieler ist vielleicht nicht so spektakulär wie Lamine Yamal oder Michael Olise, aber mit seinen erst 21 Jahren gehört er bereits zu den wichtigsten Spielern von Paris Saint-Germain und dem portugiesischen Nationalteam. Neves verbindet die Rollen eines klassischen Spielmachers und eines Abräumers, hat ein herausragendes Positionsspiel, eine enorme Passsicherheit, ist enorm spielintelligent und laufstark. Er bietet sich ständig an, fordert den Ball und findet auch unter Druck fast immer eine Lösung. Obwohl er nur 1,74 Meter gross und damit bezüglich Physis limitiert ist, gewinnt er viele Zweikämpfe und Luftduelle. Seine Schnelligkeit, sein Timing und seine Aggressivität gleichen körperliche Nachteile aus, und so erzielte er auch im Champions League-Halbfinal gegen die Bayern ein Kopfballtor. «Wenn man körperlich nicht stark ist, muss man clever sein», sagte Neves kürzlich. «Vielleicht unterschätzen mich manche wegen meiner Grösse und weil ich nicht besonders kräftig bin, aber Intelligenz spielt auch eine Rolle.» Er hat sich seinen Nachteil tatsächlich zum Vorteil gemacht: In der Königsklasse hat er in dieser Saison pro Spiel im Schnitt 1,85 Kopfballduelle gewonnen – nur sieben Prozent aller Spieler waren besser. Neves ist kein Spieler für die grossen Schlagzeilen, aber bereits jetzt einer fürs schwere Bankkonto: Sein Marktwert liegt bei 140 Millionen Euro.
Rayan Cherki (22), Frankreich
Der französische Offensivmann ist kreativ, unberechenbar – kurz: ein faszinierender Spieler. Er glänzt mit Kreativität, Improvisation und Unberechenbarkeit und gilt als eines der grössten Offensivtalente, die Frankreich in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Er ist ein Spieler für die Highlights. Seine grössten Qualitäten sind die überragende Technik, die Beidfüssigkeit, der Spielwitz, die Kreativität und auch der Mut zum Risiko. Cherki versucht Dinge, die andere Spieler gar nicht erst wagen und hat nach seinem Wechsel von Lyon zu Manchester City im Starensemble von Pep Guardiola einige Akzente gesetzt und seinen Marktwert auf 90 Millionen Euro gesteigert. Bei den Franzosen kann er mit Michael Olise ein spektakuläres und für jeden Gegner gefährliches Duo bilden.
Nico Paz (21), Argentinien
Der offensive Mittelfeldspieler ist ein spannender Spielmacher und hat einen bemerkenswerten Aufstieg hinter sich. Er wurde in Spanien geboren und durchlief den Nachwuchs von Real Madrid, wechselte aber vor zwei Jahren nach Como und schaffte in Italien den Durchbruch. Paz, dessen Vater Pablo 1998 mit Argentinien die WM bestritt, ist ein klassischer Zehner, kreativ, mit überragender Technik, Spielübersicht, Torgefahr und der Fähigkeit, das Tempo eines Matches zu kontrollieren. In der Saison 2025/26 erzielte Paz für Como unter Trainer Cesc Fàbregas zwölf Tore und sieben Assists, wurde zum besten Mittelfeldspieler der Serie A gewählt und führte den Klub erstmals in die Champions League. Paz, den kurz vor der WM noch Knieprobleme plagten, hat seinen Marktwert auf 80 Millionen Euro gesteigert, steht bei Como bis 2028 unter Vertrag, dürfte aber wohl zu Real Madrid zurückkehren, da die Königlichen über eine Rückkaufklausel verfügen, die unter zehn Millionen Euro liegen soll.
Bruno Guimarães (28), Brasilien
Der Mittelfeldspieler hat einst in Lyon sein Europa-Abenteuer gestartet und ist nach zwei Jahren im Januar 2022 zu Newcastle weitergezogen. Er ist mittlerweile Captain bei den Magpies – und einer der wichtigsten Spieler der Seleção. Er ist ein moderner Achter: technisch stark, zweikampfstark, kreativ und mit enormem Arbeitspensum. Er ist ein wertvolles Bindeglied zwischen Defensive und Offensive und bestimmt den Rhythmus des Spiels. Er weiss, wann das Tempo erhöht werden muss und wann Ballbesitz wichtiger ist. Deshalb wird er oft als Herz, Hirn oder Motor seiner Mannschaft bezeichnet. Unter Trainer Carlo Ancelotti gehört er zu den Führungsspielern der Seleção. Vor der WM betonte er mehrfach Brasiliens Ambitionen und verwies darauf, dass keine Nation mehr WM-Titel gewonnen hat als die Seleção. Er könnte bei den Brasilianern ein Erfolgsfaktor sein.
Johan Manzambi (20), Schweiz
Der Genfer Mittelfeld- und Offensivspieler ist der Shootingstar im Schweizer Fussball. Er hat sich beim SC Freiburg in der Bundesliga in die Schlagzeilen katapultiert und ist mittlerweile auch in der Schweizer Nati ein fixer Wert, aber noch nicht Stammspieler. Manzambi ist dynamisch und laufstark, torgefährlich, verfügt über grosse technische Fähigkeiten und eine hohe Spielintelligenz und ist vielseitig einsetzbar. Er verbindet Athletik und Kreativität, hat Zug nach vorne und arbeitet im Pressing aggressiv gegen den Ball. Und: Der 20-Jährige bringt die Unberechenbarkeit in die Nati, die mit dem Rücktritt von Xherdan Shaqiri verloren gegangen war. Bemerkenswert ist vor allem auch, wie schnell sich Manzambi zuletzt entwickelt hat, was sich auch in seinem Marktwert widerspiegelt. Dieser ist förmlich explodiert, liegt nun bereits bei 50 Millionen Euro, womit er der klar wertvollste Schweizer an dieser WM ist. An diesem Turnier kann Manzambi weitere Werbung in eigener Sache machen, nachdem er sich schon auf dem Radar verschiedener namhafter Klubs befindet.
Ayyoub Bouaddi (18), Marokko
Der zentrale Mittelfeldspieler gilt als eines der grössten Mittelfeld-Talente im europäischen Fussball und steht bei Lille unter Vertrag, wo er im Oktober 2023 mit 16 Jahren und 20 Tagen in der Ligue 1 debütierte. Er wurde damit zum jüngsten Spieler des Klubs in einem Pflichtspiel. Er ist in der Lage, das Tempo eines Spiels zu kontrollieren und erinnert so an ein Metronom. Bouaddi verfügt über eine herausragende Übersicht, bewahrt unter Druck Ruhe, ist taktisch für sein Alter sehr reif, zweikampfstark und in der Lage, riskante Pässe zu spielen oder sich bei Bedarf mit einem Dribbling durchzusetzen. Der 18-Jährige spielte lange für die französischen Nachwuchsteams und war sogar Captain der U21, entschied sich aber im Mai für die A-Nationalmannschaft Marokkos. Durch seine Qualitäten befindet er sich unter Beobachtung von namhaften Klubs wie Paris Saint-Germain, Arsenal, Bayern München oder auch Manchester United, was auch Einfluss auf seinen Marktwert hat – dieser liegt bei 50 Millionen Euro, Tendenz steigend.
Kobbie Mainoo (21), England
Er gilt als einer der komplettesten jungen Mittelfeldspieler Englands und hat auf der Position des Sechsers oder Achters seine Stärken. Der 21-Jährige überzeugt mit Technik und Übersicht und hat speziell in der zweiten Saisonhälfte in der Premier League überzeugt. Gleichzeitig werden ihm aber auch Schwächen in der Defensivarbeit nachgesagt. Der zentrale Mittelfeldspieler ist weder klassischer Spielmacher noch reiner Abräumer. Seine Stärken liegen in der Ruhe, in der Ballführung auf engem Raum, den Tempowechseln im Dribbling und vor allen auch in seiner Spielintelligenz und Reife. Er steht bis 2031 bei Manchester United unter Vertrag, wo er auch schon die Junioren durchlaufen hat und soll auch bei den «Three Lions» ein prägender Spieler werden. Aktuell liegt sein Marktwert bei 70 Millionen Euro.
Nathaniel Brown (22), Deutschland
Der Linksverteidiger von Eintracht Frankfurt hat sich innerhalb weniger Monate vom Bundesliga-Talent zum deutschen Nationalspieler und WM-Fahrer gemausert. Der deutsch-amerikanische Doppelbürger kann sehr hohes Tempo gehen, betreibt aggressives Pressing, verfügt über eine saubere Technik und ist taktisch flexibel. Seine grössten Stärken sind die Dynamik – er ackert offensiv wie defensiv unermüdlichdie Aussenlinie entlang – und die offensive Präsenz. Brown wurde von den Fans von Frankfurt zum Spieler der Saison gewählt und hat auch Begehrlichkeiten geweckt. Aktuell wird intensiv über einen Wechsel zu Rekordmeister Bayern München spekuliert. Sein Marktwert liegt bei 40 Millionen Euro, als Transfersumme stehen 60 Millionen im Raum. Apropos Raum: Im Team von Julian Nagelsmann gilts Brown als grosser Herausforderer von Leipzigs David Raum.
Ferdi Kadioglu (26), Türkei
Der Profi von Brighton & Hove Albion besticht durch seine Vielseitigkeit. Er kann praktisch überall spielen – Linksverteidiger, Rechtsverteidiger, Mittelfeld, Flügel – und überzeugt meistens. In den britischen Medien wurde er zuletzt sogar als einer der vielseitigsten Spieler der Premier League tituliert. Brighton-Trainer Fabian Hürzeler bezeichnete den 1,74 Meter kleinen Kadioglu als starken Läufer mit sehr guter Passtechnik. Der 26-Jährige, dessen Marktwert bei 35 Millionen Euro liegt und der fussballerisch in den Niederlanden gross wurde und bis zur U21 für Oranje spielte, ist enorm laufstark und schaltet sich permanent in die Offensive ein. Er ist stark im Eins-gegen-Eins und kann so Überzahlsituationen schaffen. Der grosse internationale Durchbruch gelang ihm an der EM 2024. Dort gehörte er zu den besten türkischen Spielern und war ein wichtiger Faktor beim Vorstoss in den Viertelfinal. Danach wechselte er von Fenerbahçe zu Brighton in die Premier League. Seine Kombination aus Technik, Tempo und Vielseitigkeit macht ihn zu einem äusserst interessanten Aussenverteidiger.
Pavel Sulc (25), Tschechien
Der offensive Mittelfeldspieler von Lyon gehört sicher nicht zu den bekanntesten Namen der WM 2026, hat aber das Potenzial, zu einer positiven Überraschung zu werden. Der 25-Jährige wurde 2025 zum tschechischen Fussballer des Jahres gewählt, hat im vergangenen Sommer von Viktoria Pilsen zu Lyon gewechselt und in der Ligue 1 überzeugt. Sulc ist ein moderner Offensivspieler, torgefährlich, zeigt eine hohe Laufbereitschaft und kann als Zehner, Achter oder auf den Flügeln spielen. In seiner letzten Saison bei Pilsen erzielte er 15 Ligatore und lieferte neun Assists. Nach seinem Wechsel zu Lyon kam er in seiner ersten Spielzeit in der Ligue 1 auf elf Tore und drei Assists. Der Marktwert von Sulc liegt bei 20 Millionen Euro, womit er hinter Captain Ladislav Krejci (22 Mio.) der zweitwertvollste Spieler im Team der Tschechen ist. Er ist ein Schlüsselspieler und auch Hoffnungsträger für die erste WM-Teilnahme der Tschechen seit 2006.