skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Aufgefallen: Der 12. Spieltag in der Brack Super League

Patrick

Acht Tore zwischen den Berner Young Boys und dem FC Zürich. Neun Tore zwischen Lausanne-Sport und Thun. Dazu das Eigentor des Jahres, das Nicht-Tor des Jahres und 20 Punkte Differenz zwischen dem FC Lugano und dem FC Basel nach weniger als einem Drittel der Meisterschaft. All das geht in die Annalen des 12. SL-Spieltags 2026 ein. Unser Rückblick auf ein wahrlich verrücktes Halloween-Wochenende.

Keystone_Die Entscheidung in Bern_Selmin Hodza (nicht im Bild trifft in der 82 Minute zum 3zu4 für den FCZ
Die Entscheidung in Bern: Selmin Hodza (nicht im Bil) trifft in der 82. Minute zum 3:4 für den FCZ © Keystone / Peter Schneider

Zweischneidig

Wer die Duelle gegen die direkten Konkurrenten erfolgreich gestaltet, bleibt am Ende in der Liga, sagt man. Nun, der FC Vaduz sammelte beim 2:2 im dritten Kellerduell dieser Saison Punkt Nr. 7, holte zum ersten Mal in dieser Saison auswärts einen Zähler und ärgerte sich am Ende dennoch über den knapp verpassten Dreier. Denn im Letzigrund führten die Liechtensteiner zweimal (16. Liridon Berisha, 64. Juan Cabrera), ehe sie den Hoppers in der 88. Minute doch noch den Ausgleich zugestehen mussten (Young-jun Lee). Zuvor hatte Manex Guibelalde (24.) für GC das zwischenzeitliche 1:1 erzielt, mit dem die Zürcher zur Pause allerdings eher etwas zu schlecht wegkamen. Am Ende musste sich aber auch der Rekordmeister mit einem Zähler zufriedengeben, der im Abstiegskampf zumindest zwei beidseitig positive Aspekte mit sich brachte: GC und Vaduz hielten einander in Schach (beide jetzt mit 12/10) und konnten gleichzeitig den Vorsprung auf das letztplatzierte Lausanne auf vier Zähler ausbauen.

 

Zu spät

Vielleicht war es der Schock über den frühen Rückstand nach sechs Spielminuten durch FCSG-Crack Carlo Boukhalfa. Möglicherweise aber auch die unmittelbar darauf folgende Verletzung von Topstürmer Kingstone Mutandwa (out nach 10 Minuten). Was immer es war, es bekam dem Servette FC am Samstagabend in St. Gallen nicht. Mit breiter Brust und vier Siegen in den letzten fünf Partien angereist, fanden die Servettiens in der Ostschweiz viel zu lange viel zu wenig statt. Mostafa Heydari und Aliou Baldé hätten für das Heimteam schon vor der Pause erhöhen können, Captain Lukas Görtler tat es schliesslich in der 65. Minute (Elfmeter nach Handspiel Mazikou). Dass die Calvin-Städter in der Schlussphase noch zum Anschlusstreffer (82., Jesper Karlsson) sowie zu Chancen auf den Ausgleich kamen, änderte am Spielausgang nichts mehr. Für mehr und die Zementierung unter den Top 6 hätten die Genfer mehr als nur starke zehn Schlussminuten gebraucht.

 

Gespenstisch

Am Ende konnten die Walliser (Rang 3 mit 23 Punkten) vielleicht sogar darüber lachen. Über die Tatsache, dass sie in Luzern (12/13) nur zu einem Punkt kamen, trotz einer eigentlich überlegen geführten Partie. Doch wer dem Gegner durch einen vergebenen Elfmeter (Winsley Boteli, 56.) Momentum gibt, ihm dann durch ein Eigentor die Führung schenkt (65., Kreshnik Hajrizi) und schliesslich auch noch das Nicht-Tor des Jahres erzielt (Franck Surdez, 74.), darf sich am Ende glücklich schätzen, wenn auch der Gegner nicht immer alles richtig macht. Denn nur durch direkt aufeinanderfolgende Unzulänglichkeiten von Luzerns Lucas Ferreira und Loïc Lüthi kamen die Walliser in der 79. Minute durch den eingewechselten Rilind Nivokazi doch noch zum verdienten Ausgleich. So richtig Saures gab es am Halloween-Abend also für keine der beiden Equipen, die nach zwölf Spieltagen weiterhin satte zehn Zähler und fünf Ränge voneinander trennen.

 

Keystone_Ti-Press_Samuel Golay
Unterschiedlich unterwegs: Während Lugano (hier Dereck Moncada) weiterhin die Liga dominiert, geht der Trend bei Flavius Daniliuc (r.) und dem FC Basel in die entgegengesetzte Richtung (Keystone / Ti-Press / Samuel Golay)

Zwei Schritte zurück

Problem gelöst? Nix da. Denn nach zwei Spielen ohne Gegentor erlebte YB gestern Sonntag einen Rückfall in noch viel zu präsente Zeiten. Im Duell mit dem FC Zürich kassierten die Berner nämlich gleich fünf Mal und taten damit alles, um ihren ehemaligen Schnitt von zwei Gegentoren pro Spiel in einer einzigen Partie wiederherzustellen. Dabei führte Gelb-Schwarz nach zweimaligem Rückstand (Philippe Kény nach 12 und Umeh Emmanuel nach 25 Minuten) zur Pause dank einem Doppelpack von Samuel Essende (22. und 29.) und einem Treffer von Alvyn Sanches (40.) noch mit 3:2, ehe es für einmal dem Gegner vorbehalten war, noch ein bis zwei Zacken zuzulegen. Und das tat die Mannschaft von Marcel Koller auch und kam dank Toren von Livano Comenencia (60.), Selmin Hodza (82.) und abermals Emmanuel (92.) zum nicht unbedingt erwarteten nächsten Dreier. Dem vierten in den vergangenen sechs Spielen (14 Punkte), mit dem sich die Stadtzürcher (20 Punkte) in den Top 4 der Liga etablierten. Dort stehen auch die Young Boys (12/25), allerdings neu mit bereits neun Punkten Rückstand auf Tabellenführer Lugano.

 

Super League

Ein Slapstick-Elfmeter zum 1:1 (Bauchplatscher-Handspiel von Jan Bamert). Ein stümperhafter Ballverlust von Marco Bürki vor dem 1:3. Ein Eigentor von Lucien Dähler zum 1:4. 62 Minuten lang deutete sehr wenig darauf hin, dass der FC Thun in Lausanne den zweiten Saisonsieg der bis anhin meist desolaten Waadtländer verhindern könnte. Und dann? Passierte schlichtweg Unglaubliches. Ein zweiter Thuner Treffer durch Brighton Labeau (70.). Drei Lausannois, die Noah Christoffersson nicht daran hindern konnten, Riccardo Braschis 3:4 aufzulegen (81.). Das Eigentor des Jahres durch Karim Sow (86.) und schliesslich der ultimative Höhe- oder Tiefpunkt, je nach Thuner oder Lausanner Perspektive: Das 4:5 nach 90. +6, nach einem erneuten Bock von Sow und dem zweiten Treffer von Labeau. Der ist Ex-Lausanner und war wohl noch selten so froh, mittlerweile im Berner Oberland engagiert zu sein, wie nach der gestrigen Sechspunkte-Partie. Denn die wirkte sich in der Tabelle wie folgt aus: Thun neu auf Rang 9 mit 13 Punkten. Lausanne unverändert auf Rang 12 mit sechs Punkten.

 

Das beste Pferd

Wie heisst es so schön: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Und dass die Lugano-Ausgabe 2026/2027 ein sehr gutes Pferd ist, wissen wir schon seit einigen Wochen. Immerhin sind die Bianconeri seit mittlerweile 21 (!) wettbewerbsübergreifenden Pflichtspielen ungeschlagen und beweisen genau jene Qualität, die es benötigt, um im dichtgedrängten Spielkalender aus Meisterschaft, Conference League und Cup bislang nichts anbrennen zu lassen. Denn wie schon in der Vorwoche in Thun überzeugten die Luganesi auch im Duell mit dem FC Basel nur zeitweise und bevorzugt in der ersten Halbzeit. In der nutzte Lugano zwei mit weiten Bällen zielstrebig lancierte Angriffe, um noch vor Ablauf der ersten halben Stunde durch Daniel Dos Santos (10.) und Yanis Cimignani (26.) so etwas wie die Vorentscheidung herbeizuführen. Denn der FCB konnte in der 37. Minute (Philip Otele) zwar verkürzen, richtig gefährlich wurden die Bebbi im weiteren Verlauf der Partie jedoch trotz 65% Ballbesitz nicht mehr. Für die Basler (12/14) dabei besonders bitter: Nach nur zwölf Runden ist das Thema Meisterschaft – vermutlich sogar die Top 2 – angesichts von 20 und elf Punkten Rückstand auf das Duo Lugano (12/34) und YB (12/25) bereits erledigt. Ja, sogar Rang 3 und der FC Sion (23 Punkte) sind aktuell weiter entfernt als das letztplatzierte Lausanne-Sport (6 Punkte).

 

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss