Kobel im Alu-Glück – Manzambi und Akanji mit Assists
Kein Tor, aber wenigstens Assists von Johan Manzambi und Manuel Akanji. Die Schweizer Söldner produzierten am vergangenen Wochenende keine grossen Schlagzeilen, wie der Blick auf die europäischen Top-5-Ligen zeigt.
Im Klassiker in München sicherte sich Borussia Dortmund gegen Rekordmeister und Leader Bayern München dank eines Treffers von Fabio Silva in der 89. Minute wenigstens einen Punkt. Doch dazu brauchten die Dortmunder auch eine grosse Portion Fortune – und gleich mehrfach die Unterstützung von Latte oder Pfosten. Bemerkenswert war, dass auch Weltfussballer Harry Kane im Abschluss sündigte, einige Möglichkeiten vergab und einen Penalty ans Lattenkreuz setzte. BVB-Goalie Gregor Kobel hielt wie gewohnt stark, machte einige Chancen zunichte und stand in der 24. Minute im Rampenlicht, als er gegen Ismael Saibari rettete, den Marokkaner aber so unglücklich traf, dass dieser sich verletzte. Die bittere Diagnose später: Syndesmosebandriss im rechten Sprunggelenk, Operation und lange Zwangspause. «Es tut mir leid, dies zu sehen. Ich wünsche Dir alles Gute. Werd schnell gesund, Ismael», schrieb Kobel später auf Instagram, worauf der Offensivspieler der Bayern erwiderte: «Danke. Das weiss ich zu schätzen.»
Rieder angefressen
In der Tabelle liegen die Bayern punktgleich, aber mit dem besseren Torverhältnis vor Dortmund auf Rang 1. Erster Verfolger ist der SC Freiburg, der auswärts gegen Augsburg 2:1 gewann, wobei Bruno Ogbus (Trainingsrückstand) und Rouven Tarnutzer nicht im Aufgebot standen. Fabian Rieder spielte bei Augsburg durch und zog im Mittelfeld die Fäden, war nach dem sechsten sieglosen Spiel in Folge aber mächtig angefressen. «Es ist einfach scheisse, wir haben so viel Aufwand betrieben gegen einen super Gegner. Ich fand unsere Leistung eigentlich stark. Sie hatten fast keine Chance. Am Ende stehen wir mit null Punkten hier. Das zeigt, dass wir nicht zu 100 Prozent das ganze Spiel da sind», so Rieder. Und weiter: «Heute haben wir über 90 Minuten gezeigt, dass wir mithalten können, aber nicht über 93 Minuten. Darum stehen wir jetzt mit null Punkten hier. Freiburg macht aus zwei Halbchancen die Tore, wir machen es nicht klar.»
Auf Tuchfühlung mit der Spitze ist nach wie vor auch Werder Bremen. Die Hanseaten siegten gegen Hoffenheim 2:0 und liegen auf Rang 5, Cedric Itten kam aber einmal mehr nicht zum Einsatz und musste von der Bank aus zusehen, wie Niclas Füllkrug, sein Konkurrent im Sturm, bereits seinen neunten Treffer erzielte.
Einen wichtigen Sieg feierte der VfB Stuttgart. Nach dem missglückten Saisonstart gewannen die Schwaben auswärts gegen Leverkusen 4:2 und rückten ins breite Mittelfeld vor. Luca Jaquez kam nach seiner Verletzungspause zu seinem ersten Meisterschaftsspiel in dieser Saison, stand in der Startformation, zeigte eine solide Leistung und hatte nach 65 Minuten (und einer Gelben Karte) Feierabend. Leonidas Stergiou stand nicht im Aufgebot.
Trainer Urs Fischer und Silvan Widmer (in der 63. Minute eingewechselt) verloren gegen den kecken Aufsteiger Elversberg 1:4 und mussten nach dem Cup-Out gegen Bochum die zweite Enttäuschung innert weniger Tage hinnehmen. Adrian Gantenbein fehlte bei der 0:2-Niederlage von Schalke gegen Leipzig aufgrund muskulärer Probleme im Aufgebot, während die restlichen vier Schweizer Spieler in der Bundesliga zu Neuauflagen der Cup-Duelle der letzten Woche kamen. Miro Muheim verlor mit dem HSV wie schon im Cup auch in der Meisterschaft gegen Frankfurt mit 1:3 und spielte durch, konnte aber wie das ganze Team nicht überzeugen. Michel Aebischer und Kastriot Imeri waren am vergangenen Dienstag in Köln mit einem 0:5 sang- und klanglos aus dem Pokal ausgeschieden, verpassten nun in der Liga aber daheim die Revanche gegen die Kölner. Aebischer wurde nach 84 Minuten ausgewechselt, Imeri hatte bereits nach 61 Minuten Feierabend, während Joël Schmied bei den Kölnern durchspielte. «Es war nicht einfach nach der Klatsche in Köln. Das Team ist mit der richtigen Mentalität auf den Platz und danach auch verdient in Führung gegangen. Die erste Halbzeit war gut, nach der Pause war nicht geplant, dass wir so passiv auftreten», sagte Union-Trainer Mauro Lustrinelli nach einem insgesamt schwachen Spiel, das seine Position nicht stärken wird.
In Spanien verlor Ruben Vargas mit dem FC Sevilla gegen Getafe, das in der Conference League vom FC Lugano vor knapp zwei Wochen mit 5:2 abgefertigt wurde, mit 1:3, wobei der Schweizer Offensivspieler nach 72 Minuten eingewechselt wurde. Filip Ugrinic wurde beim 1:0-Sieg des FC Valencia gegen Elche zwölf Minuten vor Schluss eingewechselt. Damit hat Valencia den Anschluss ans Mittelfeld geschafft.
Xhaka und Ndoye am Tabellenende
In England ist die Situation für Granit Xhaka und Dan Ndoye aktuell trist. Captain Xhaka und Sunderland verloren gegen Coventry (Aurèle Amenda fehlte aufgrund von Wadenproblemen) mit 1:3 und liegen nach der fünften Niederlage in den letzten sechs Meisterschaftsspielen in der Premier League auf dem letzten Platz. Am kommenden Wochenende wäre gegen Chelsea ein Sieg höchst willkommen… Dan Ndoye und Nottingham verloren auswärts gegen Brentford mit 0:2. Ndoye stand im neunten Meisterschaftsspiel zum neunten Mal in der Startformation, hatte aber nach 65 Minuten Feierabend. Damit dümpelt auch Nottingham vor sich hin und liegt mit einem Punkt Vorsprung auf Sunderland auf dem zweitletzten Platz.
Eine Niederlage kassierte auch Leeds United. Beim 0:2 gegen Bournemouth spielte Innenverteidiger Nico Elvedi durch, während sein Teamkollege Noah Okafor aufgrund von Adduktorenbeschwerden kurzfristig passen musste. So musste in der Premier League einmal mehr Johan Manzambi die Schweizer Fahne hochhalten. Der Genfer bereitete beim 1:1 von Aston Villa gegen Fulham den Treffer von Nicolas Jackson vor. Es war bereits der fünfte Skorerpunkt im sechsten Spiel in der Premier League – eine starke Bilanz! Fabian Schär spielt mit Newcastle heute Abend daheim gegen Everton. Ein Sieg ist Pflicht, um ins vordere Mittelfeld vorzurücken.
In der Ligue 1 verlor Monaco mit Captain Denis Zakaria (nach 55 Minuten ausgewechselt), aber einmal mehr ohne Goalie Philipp Köhn (Ersatz) gegen den FC Paris mit 1:3 und fiel nach dem vierten sieglosen Spiel in Folge auf den siebten Platz zurück. Leader ist der Titelverteidiger Paris Saint-Germain, der mit Le Havre (ohne Felix Mambimbi, Achillessehnenriss) kurzen Prozess machte und 5:1 gewann. Auf Rang 2 folgt Lille, das ohne Loun Srdanovic (nicht im Kader) gegen Lens 1:0 siegte. Den dritten Platz belegt Lyon, das mit Zachary Athekame gegen Angers 2:0 siegte. Ulisses Garcia siegte mit Marseille gegen Toulouse 2:0 und wurde nach zwanzig Minuten für den verletzten Emerson eingewechselt. Yvon Mvogo, der in dieser Saison schon fünfmal ohne Gegentor bliebt, trifft erst heute Abend mit Lorient daheim auf Brest.
In Italien stand am Samstag das Mailänder Derby im Fokus. Milan erwischte dabei einen Traumstart und lag nach zehn Minuten bereits 2:0 in Führung. In der 22. Minute verlängerte aber Nati-Star Manuel Akanji eine Ecke von Hakan Calhanoglu und ermöglichte so Alessandro Bastoni den 1:2-Anschlusstreffer. Zu einem Punkt reichte es Inter aber nicht, weil der überragende Belgier Diego Moreira mit dem 3: 1 und seinem dritten Skorerpunkt für Milan alles klar machte. Die AC Milan, bei der Ardon Jashari zehn Minuten vor Schluss eingewechselt wurde, ist seit nunmehr acht Derby della Madonnina ungeschlagen. In der Tabelle ist aber Inter besser klassiert – Rang 2 hinter Lazio, während der Stadtrivale auf dem fünften Platz liegt.
Simon Sohm verlor mit Aufsteiger Venedig gegen Como 0:1 und liegt auf dem letzten Platz. Niederlagen gab es auch für den FC Turin, der ohne Eray Cömert (Ersatz) und Ricardo Rodriguez (verletzt) gegen den starken Aufsteiger Frosinone mit 0:2 verlor, und Lecce, das mit Joël Monteiro (nach einer Stunde ausgewechselt) gegen den FC Genua 1:2 verlor. Bei Genua wurde Djibril Sow nach 80 und Ethan Meichtry nach 86 Minuten eingewechselt. Vincent Sierro und Sascha Britschgi treffen mit Parma erst heute Abend auf Atalanta und können mit einem Punktgewinn die Abstiegsplätze verlassen.