skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Galatasaray und Fenerbahçe mit dem Rücken zur Wand

Andy

Die Klubs der türkischen Süper Lig haben im Sommer tüchtig investiert und aufgerüstet. Doch in der Champions League sind Galatasaray und Fenerbahçe nur schleppend aus den Startlöchern gekommen und stehen bereits unter Druck.

imago1084646508h
Leroy Sane ist eines der Sorgenkinder von Galatasaray. © IMAGO / Anadolu Agency

Der Krösus der Liga ist nach wie vor Galatasaray. Das Kader des türkischen Meisters hat einen Gesamtwert von 381,50 Millionen Euro. Dahinter folgen Besiktas (273,50 Mio.), Fenerbahçe (261,20 Mio.) und Trabzonspor (184,30 Mio.). In der Meisterschaft liegt aktuell Galatasaray vor dem überraschenden Aufsteiger Amed SK mit dem ehemaligen YB-Junior Samuel Ballet, Trabzon und Besiktas. Fenerbahçe folgt dagegen erst auf Rang 6.

Stotternder Motor statt Gala-Aufritte

National läuft damit alles mehr oder weniger nach Plan. Doch international erfüllen die türkischen Klubs die Erwartungen nicht, die sie mit ihren Investitionen und grossen Namen in den Kadern geschürt haben.

Da ist Galatasaray. Speziell die Offensive ist beim Meister hochkarätig besetzt. Victor Osimhen und der aus Mailand verpflichtete Rafael Leão bilden ein klangvolles Duo, ihr Marktwert beträgt zusammen beachtliche 105 Millionen Euro. Dazu kommen der offensive Mittelfeldspieler Aleksey Batrakov und Leroy Sané. Der 21-jährige Russe Batrakov wurde im Sommer für 25 Millionen von Lok Moskau verpflichtet, wurde sofort ein Leistungsträger und wird nun gerüchtehalber schon mit den renommiertesten Klubs Europas in Verbindung gebracht, von Barcelona über Arsenal, Liverpool, Manchester City oder Chelsea bis zu Paris Saint-Germain.

Doch in der Champions League stottert der Motor, auf Gala-Auftritte warten die Fans noch. Zum Auftakt gab es eine 1:3-Niederlage gegen Sporting, danach folgte ein 1:4 daheim gegen Barcelona, ehe im dritten Spiel endlich der erste Sieg gefeiert werden konnte – 4:2 auswärts gegen Lille. Aktuell reicht das in der Tabelle für den 23. Platz, wobei nach acht Runden nur die Top 24 in die Playoffs einziehen. Das heisst: Jeder Punkt zählt, jede weitere Niederlage kann verhängnisvoll sein. Auch heute Abend daheim gegen den VfB Stuttgart.

Sané und Gündogan enttäuschend

Doch dafür müssten die Stars endlich ihr Potenzial ausschöpfen. Bislang haben in der Königsklasse einzig Batrakov (2) sowie Oshimen und Yunus Akgün (je 1) getroffen. Leão wartet ebenso auf ein Tor wie Leroy Sané. Der Deutsche kam vor einem Jahr ablösefrei von Bayern München nach Istanbul, kann die Erwartungen aber nicht erfüllen. Letzte Saison gelangen ihm wettbewerbsübergreifend in 43 Spielen sieben Tore, nun steht er nach 13 Matches noch ohne Treffer und Torbeteiligung da und war zuletzt auch nur selten in der Startelf. Noch dramatischer ist die Situation bei Routinier Ilkay Gündogan. Auch der 36-Jährige spielt seine zweite Saison am Bosporus, ist aber bestenfalls noch ein Mitläufer. Erst 74 Spielminuten stehen in dieser Saison insgesamt erst in seiner Statistik, in der Startformation war er noch nie  – eine pure Enttäuschung.

Vor dem wichtigen Match gegen Stuttgart zeigt sich Trainer Okan Buruk aber optimistisch: «Wir kommen langsam in Form und unsere Spieler lernen sich besser kennen. Auch wenn in jeder Saison viele Spieler im Kader bleiben, bildet man mit zwei, drei oder vier Neuzugängen doch immer wieder eine neue Mannschaft.» Nach dem durchwachsenen Saisonstart habe Galatasaray «die dunklen Wolken vertrieben» und sich «in den letzten Wochen nicht nur was die Ergebnisse angeht, sondern auch spielerisch deutlich verbessert». Doch nun muss er mit seinem Team den Worten auch Taten folgen lassen.

imago1085312668h
Interimstrainer Dirk Kuyt ist mit Fenerbahçe gegen seinen Ex-Klub Liverpool gefordert.

Kuyt statt Kartal

Noch schlechter ist die Ausgangslage von Fenerbahçe, das in der Süper Lig nur gerade auf dem sechsten Platz steht und bereits neun Punkte Rückstand auf Galatasaray hat. Und in der Champions League sieht es ganz düster aus. In den ersten drei Spielen gab es daheim nur je ein Unentschieden gegen die AS Rom und Slavia Prag sowie eine 0:6-Auswärtsniederlage gegen Aston Villa, zu der Johan Manzambi ein Tor und einen Assist beitrug. Fenerbahçe hechelt den eigenen Ansprüchen hinterher, und als Konsequenz trat Trainer Ismail Kartal vor einer Woche nach der Derby-Niederlage gegen Galatasaray zurück. 

Für Kartal endete damit bereits seine vierte Amtszeit als Trainer von Fenerbahçe, nachdem er und der Klub mit grossen Hoffnungen in die Saison gestiegen waren. Schliesslich hatte man ja auch klangvolle Namen verpflichtet, etwa Mason Greenwood, Romelu Lukaku, Vedat Muriqi, Nathan Aké oder Kojo Oppong.

In der Tabelle der Königsklasse belegt Fenerbahçe aktuell nur Rang 31 und ist schon fast zum Siegen verdammt, wenn es noch mit einem Platz in den Top 24 klappen soll. Der nächste Gegner ist nun aber am Mittwoch der FC Liverpool, der in dieser Saison in der Champions League noch keinen Punkt abgegeben hat. Ausgerechnet Liverpool! Denn als Interimstrainer hat bei Fenerbahçe der Niederländer Dirk Kuyt übernommen, der von 2006 bis 2012 für die Reds spielte, ehe er zu Fenerbahçe weiterzog.  Für ihn bietet das Duell gegen seinen Ex-Klub nun die grosse Chance, Werbung in eigener Sache zu betreiben, um das Amt des Cheftrainers allenfalls dauerhaft übernehmen zu können. 

Allerdings ist die Hauptprobe am Samstag mit der 1:2-Heimniederlage gegen Göztepe missglückt. Nach dem Spiel sagte er: «Wir möchten uns bei unseren Fans entschuldigen, denn sie verdienen viel mehr. Gleichzeitig kennen die Fans aber auch die Situation, in der wir uns befinden.» Und weiter: «Wir haben versucht, wieder positive Energie ins Training zu bringen. Wir waren überzeugt, dass wir heute ein gutes Resultat erzielen könnten. Aber es ist deutlich zu sehen, dass wir phasenweise sehr anfällig sind.» Es sind Worte, die wenig Mut machen.

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss