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Aufgefallen: Die 1. Runde im Schweizer Cup

Patrick

Drei Tage, 32 Partien und 21 Profi-Klubs, die sich mit einer Ausnahme mehr oder weniger humorlos für die nächste Runde qualifizierten. Und dennoch bot der Cup-Auftakt durchaus die eine oder andere aussergewöhnliche Geschichte. Unser Rückblick - von A wie Aaraus Fast-Flop, bis Z wie Zürichs Flirt mit dem Cup-Disaster.

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Zog als erster Superligist in die 2. Runde ein: Der FC Zürich (im dunklen Trikot), der sich bei Erstligist Tuggen knapp mit 2:1 durchsetzte © Keystone / Gian Ehrenzeller

Kreide

Eine Cuprunde, in der sich in 20 von 21 Fällen der favorisierte Profiverein durchsetzt, würde man im angelsächsischen Sportwettenjargon wohl mit «Chalk» (für die Kreide auf den Wetttafeln) bezeichnen. Und in der Tat gaben sich ins insbesondere die Super-League-Klubs an diesem Auftaktwochenende keine Blösse. Reihenweise wurden die unterklassigen Herausforderer auf dem Weg zu Kantersiegen bereits in den Startminuten demoralisiert, wobei sich insbesondere der FC Lugano (10:1 bei Vedeggio Calcio), Servette Genf (7:0 bei Promotionligist Bavois), Lausanne-Sport (6:0 bei Kosova Neuchâtel) und der FC Basel (6:1 beim FC Courtételle) aus der breiten Masse klarer Siege etwas hervorhoben. Schlussendlich war Challenge-League-Aufsteiger SC Kriens (0:2 bei Promotionligist Cham) der einzige Klub aus den beiden obersten Ligen, der bereits in der ersten Cup-Runde hängenblieb. Im vergangenen Jahr hatte es da noch den späteren Schweizermeister FC Thun (bei Breitenrain) erwischt.

 

Mit Hängen und Würgen

Nicht zu den überragenden Siegern dieses Wochenendes gehörte der FC Zürich. Die Stadtzürcher zogen zwar als erster Superligist bereits am Freitagabend in die 2. Cuphauptrunde ein, bekleckerten sich dabei aber nicht mit Ruhm. Denn auf dem vielleicht ländlichsten aller ländlichen Fussballplätze in Tuggen, setzte man sich gegen den lokalen Erstligisten nur hauchdünn mit 2:1 durch. Insbesondere in  Halbzeit Zwei spielte die Truppe von Marcel Koller dabei mit dem Feuer und kam in der Schlussphase nur knapp um den Ausgleich herum. Zuvor hatte Umeh Emmanuel den FCZ in der 40. Minute in Führung geschossen, ehe Alexander Hack Tuggens zwischenzeitlichen Ausgleich (57., Dominic Edward Philipps) immerhin noch mit der erneuten Zürcher Führung beantworteten konnte (66.). Mehr lag für den FC Zürich an diesem Abend aber nicht drin. «Zur Strafe» wartet mit dem FC Aarau nun eine der schwierigsten Aufgaben der Sechzehntelfinals auf den FCZ.

 

Keystone _Andreas Becker_Den Stars ganz nah_GC Captain Amir Abrashi mit zwei Fans am Rande des Cupspiels in Regensdorf
Nirgends kommt man den Profis so nahe, wie im Schweizer Cup: GC-Captain Amir Abrashi mit zwei Fans beim Gastspiel in Regensdorf (Keystone / Andreas Becker)

(Cup) Wunder gibt es nicht alle Tage

Gut 15 Monate ist es her, seit der FC Biel-Bienne mit dem Einzug in den Final für die grösste Cupsensation dieses Jahrtausends gesorgt hatte. Seitdem wurde es deutlich ruhiger um die Seeländer, deren grösste Helden (Torhüter Raphael Radtke oder die Stürmer Malko Sartoretti und Brian Beyer) im Gegensatz zum Promotionligisten den Sprung in eine höhere Liga geschafft haben. Und so kam gestern Sonntag CL-Aufstiegsanwärter FC Aarau als Favorit in die Tissot Arena, führte nach 81. Minuten mit 2:0 (Izer Baliu und Roko Baturina hatten getroffen) und fand sich zehn Minuten später dennoch in der Verlängerung wieder – trotz Platzverweis gegen Biels Saleh Chihadeh. Auch in der Verlängerung machte der dezimierte Underdog noch einmal einen Rückstand wett (Presley Pululu traf in der 121. Minute zum 3:3) ehe die Bieler im Penaltyschiessen die Nerven – und vermutlich auch die Kräfte - im Stich liessen. Gleich zwei Seeländer scheiterten vom Punkt, womit die Aargauer das eigentlich schon fix gebuchte Ticket für die Runde der letzten 32 doch noch einlösten. Nahe an einem kleinen Cupwunder war der FC Biel-Bienne aber allemal.

 

Ein Hoch auf die Kleinen

Sie heissen Fabio Moor, Nuno Filipe Da Silva oder Ledior Mamusha. Sie spielen für Klubs wie den FC Rotkreuz (2. Liga Inter, vs. Bellinzona) oder den FC Winkeln (2. Liga, vs. Mutschellen) und sorgten mit ihren Toren am Wochenende dafür, dass sich ihre Teams in knapp zwei Monaten auf ein zweites, aussergewöhnliches Cup-Wochenende freuen können. Genauso wie Pully Football (2. Liga Inter, vs. Genolier-Begnins), der FC Köniz (2. Liga Inter vs. Münsingen) und der FC Grenchen 15 (2. Liga Inter, vs. Courrendlin-Courroux), die sich allesamt ebenfalls durchsetzen konnten. Nun treffen die fünf Kubs am Wochenende des 16. bis 18. Oktobers mit einer Ausnahme allesamt auf einen Superligisten und können sich auf ein kleines, herbstliches Fussballfest freuen. Ein solches hätte der FC Köniz mit Sicherheit auch gerne erlebt, darf sich dafür aber bessere Chancen auf einen Einzug in die Runde der letzten 16 ausmalen. Gegner Brühl kommt ebenfalls aus dem Amateurlager (PL).

 

Die Highlights der 2. Runde

In der zweiten Cuprunde nimmt die Intensität des Wettbewerbs für gewöhnlich zu. Auf alle Fälle gilt das für den FC Basel, FC Luzern, den FC St. Gallen und den FC Zürich, die allesamt vor potentiell heiklen Aufgaben stehen. Unser Überblick über die Partien der elf noch im Wettbewerb verbliebenen Superligisten:

FC Aarau (CL) vs. FC Zürich (SL)

FC Winterthur (CL) vs. FC Luzern (SL)

FC Rapperswil-Jona (CL) vs. FC St. Gallen (SL)

Stade Nyonnais (CL) vs. FC Basel (SL)

SC Cham (PL) vs. FC Sion (SL)

FC Schaffhausen (PL) vs. FC Thun (SL)

AC Taverne (1. Liga) vs. BSC Young Boys (SL)

Pully  Football (2. Liga Inter) vs. FC Lugano (SL)

FC Grenchen 15 (2. Liga Inter) vs. Grasshopper Club Zürich (SL)

FC Rotkreuz (2. Liga Inter) vs. Servette FC (SL)

FC Winkeln (2. Liga) vs. FC Lausanne-Sport (SL)

 

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