Ein Weltmeister kommt, ein Weltmeister geht
Mittlerweile sind auch die lange an der WM engagierten internationalen Topstars zurück bei der Arbeit und bereiten sich auf die neue Saison in den Top-5-Ligen vor. Gleichzeitig dreht das Transferkarussell weiter und werden Spieler und Millionen verschoben. Eine Übersicht über die letzten Tage.
Bis zum 31. August respektive zum 1. September, wenn in den europäischen Top-Ligen das Sommertransferfenster schliesst, hat der Transfermarkt Hochkonjunktur. Einige Gerüchte haben sich in den vergangenen Tagen geklärt, bei anderen wird gepokert.
Die finale Bestätigung ist zwar noch ausgeblieben, doch was sich in den letzten Tagen immer stärker abgezeichnet hat, wird bald Tatsache: Weltmeister-Captain Rodri verlässt nach sieben Jahren Manchester City und kehrt in seine Heimat zurück. Er unterschreibt beim spanischen Meister Barcelona einen Vierjahresvertrag. Gerüchtehalber haben sich die beiden Klubs auf ein Ablösepaket in Höhe von 87,8 Millionen Euro verständigt, von denen 60 Millionen Euro direkt nach England fliessen.
Der Ballon-d’Or-Gewinner von 2024 sowie Europameister 2024 und Weltmeister 2026 stand auch bei Real Madrid ganz oben auf dem Wunschzettel, doch das Rennen macht nun Barça. Die Katalanen bekommen einen Spieler der Extraklasse, während die Citizens erheblich geschwächt werden. Mit João Cancelo kehrt zudem ein bekanntes Gesicht nach Barcelona zurück. Der Portugiese hat seinen Vertrag bei Al-Hilal aufgelöst und spielt in Zukunft wie bereits im letzten halben Jahr für Barcelona.
Mit Rodri erhält Barcelona einen Weltmeister, im Gegenzug verlässt mit Ferran Torres jener Stürmer Barça, der Spanien mit seinem Finaltreffer gegen Argentinien zum Weltmeistertitel geschossen hat. Der 26-Jährige verlässt Barça nach viereinhalb Jahren und heuert bei Champions League-Sieger Paris Saint-Germain an. Der Spanier hat in Paris einen Vertrag bis 2031 unterschrieben – und Barça kassiert 48,5 Millionen Euro. Bisher spielte Torres in seiner Karriere in Spanien und England, nun wird er auch den französischen Fussball und die Ligue 1 kennenlernen.
PSG in Spendierlaune
Champions League-Sieger PSG wirbelte zuletzt auf dem Transfermarkt und verpflichtete am gleichen Tag wie Torres von Ajax den belgischen Flügel Mika Godts. Er erhält ebenfalls einen Vertrag bis 2031, und die Basisablösesumme soll bei 45 Millionen Euro liegen und bis auf 55 Millionen Euro ansteigen können. Seit dem Rekordabgang Antony vor vier Jahren für 95 Millionen Euro von Ajax zu Manchester United gewechselt ist, hat der niederländische Rekordmeister nie mehr eine so hohe Summe für einen Spieler kassiert. Gleichzeitig ist PSG investitionsfreudig – zusammen mit Torres und Maghnes Akliouche (50 Mio., von Monaco) hat PSG über 140 Millionen Euro für ein neues Offensivtrio ausgegeben.
Auch Borussia Dortmund war auf dem Transfermarkt aktiv. Nachdem die Verpflichtung von Said El Mala vom 1. FC Köln gescheitert war, weil ein Angebot über 50 Millionen Euro den Kölnern nicht genügte, reagierte der BVB und nahmvon PAOK Saloniki den Griechen Giannis Konstantelias unter Vertrag. Die Sockelablöse liegt bei 26 Millionen, inklusive Boni kann der Betrag aber auf mehr als 30 Millionen steigen. Mit dem Niederländer Joey Veerman von PSV Eindhoven kommt zudem eine weitere Verstärkung – er hat in seiner Heimat eine Ausstiegsklausel über 20 Millionen Euro.
Freuler nach Piräus – Aebischer wohl nach Berlin
Auch bei den Schweizer Nationalspielern herrscht Bewegung. Nachdem es vor ein paar Tagen noch geheissen hatte, dass Nico Elvedi bei Borussia Mönchengladbach Vizecaptain wird, zieht es den Innenverteidiger auf die Insel. Offiziell ist der Wechsel Elvedis zu Leeds United zwar noch nicht. Die beiden Klubs sollen sich aber auf eine Ablösesumme im Bereich von zehn Millionen Euro geeinigt haben. Zudem soll Gladbach eine Weiterverkaufsbeteiligung in Höhe von 15 Prozent erhalten. Einen neuen Arbeitgeber hat auch Remo Freuler. Nachdem der Vertrag des Mittelfeldspielers bei Bologna ausgelaufen ist, hat er für zwei Jahre bei Olympiakos Piräus in Griechenland unterschrieben.
Italien verlassen dürfte auch Michel Aebischer, der nach dem Abstieg nicht weiter in Pisa spielen will. Nun dürfte der Freiburger zu Mauro Lustrinelli und Union Berlin wechseln. Der Klub und Aebischer haben sich offenbar schon geeinigt, nun feilschen Pisa und die Berliner noch um die Ablöse – aktuell bewegt sich diese bei rund 3,5 Millionen Euro. Nach wie vor offen ist dagegen die Zukunft von Ricardo Rodriguez, der Betis Sevilla verlässt. Zuletzt wurde der FC Turin als neuer Arbeitgeber gehandelt. Also der Klub, für den der Schweizer schon zwischen 2020 und 2024 verteidigt hat.