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Das Wettrüsten der türkischen Klubs

Andy

Wird die Süper Lig zum Eldorado für die Fussballstars? Fakt ist: Die türkischen Fussballklubs greifen auf dem Transfermarkt an, geben Vollgas und locken mit Millionen.

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Mohamed Salah – der neue Superstar bei Trabzonspor. © IMAGO / Anadolu Agency

Die Meldungen in den letzten Tagen hatten es in sich: Nach dem Ende seines Vertrags bei Liverpool wechselt Mohamed Salah ablösefrei in die Türkei. Zuerst führten Spuren des Ägypters zu Besiktas und zu Fenerbahçe, am Ende machte Trabzonspor das Rennen. Der mittlerweile 34 Jahre alte ägyptische Superstar wird für diesen Wechsel fürstlich entlöhnt. 17 Millionen Euro pro Jahr soll sein Gehalt betragen, dazu soll Salah mit 20 Prozent an den Verkäufen seiner Fanartikel beteiligt werden. Und mit denen werden sich die heissblütigen türkischen Fussballfans garantiert massenhaft eindecken.

Für Schlagzeilen sorgten aber auch andere Fussballer von Format, die wohl nicht dem Lockruf des türkischen Honigs gefolgt sind, sich aber ihre Dienste in der Süper Lig gut bezahlen lassen. Nachdem sein Vertrag bei Juventus Turin ausgelaufen ist, wurde Mittelstürmer Dusan Vlahovic mit zahlreichen namhaften Klubs in Verbindung gebracht. Gelandet ist er nun in der Türkei; der Serbe hat bis 2029 bei Besiktas unterschrieben. Der türkische Klub investiert viel in den Serben – das Jahresgehalt soll bei acht Millionen Euro netto liegen, nachdem er zuletzt in Italien noch vier Millionen mehr kassiert haben soll.

Bei Besiktas ist er ein weiterer Millionen-Zugang, nachdem der Klub für Orkun Kökcu 30 Millionen an Benfica bezahlt hat und sich die Dienste von Leandro Trossard (kommt von Arsenal) und Alexander Nübel (von Bayern) Ablösesummen von 18 Mio. respektive 6,25 Mio. Euro kosten liess. Vlahovic wird zum bestbezahlten Profi der Klubgeschichte, zudem gibt es Berichte, dass neben diesem Rekordgehalt eine Antrittsprämie in Höhe von zehn Millionen Euro gezahlt wird.

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Auch der neue Besiktas-Stürmer Dusan Vlahovic wird in der Türkei bereits gefeiert.

Auch bei Fenerbahçe liegen die Millionen locker. Der Engländer Mason Greenwood wurde für 39 Millionen von Olympique Marseille in die Türkei gelockt – es heisst, der Skandalprofi habe sich den Vertrag bis 2030 vergolden lassen. Mit Romelu Lukaku (von Napoli), Nathan Aké (Manchester City), Vedat Muriqi (Mallorca) und dem talentierten Mittelstürmer Sidiki Chérif (Angers) wurden zudem weitere Hoffnungsträger geholt. Zudem gab es Gerüchte, dass sich Fenerbahçe auch die Dienste von Dortmund-Stürmer Serhou Guirassy sichern möchte. Nach der Verpflichtung von Lukaku dürfte diese Personalie aber in den Hintergrund rücken.

Nachdem Meister Galatasaray im Sommer 2025 noch bekannte Namen wie Victor Osimhen (für 75 Mio.), Wilfried Singo (30 Mio.) oder auch die ablösefreien deutschen Stars Leroy Sané und Ilkay Gündogan unter Vertrag genommen hatte, ist es aktuell noch ruhig um den Titelverteidiger. Wobei die Betonung auf «noch» liegen muss. Der saudi-arabische Topklub Al Hilal hat sich bei Galatasaray nach Osimhen erkundigt, und der türkische Rekordmeister soll bereit sein, seinen nigerianischen Torjäger für 65 Millionen Euro ziehen zu lassen. Bislang ist der Franzose Lesley Ugochukwu, der von Burnley ausgeliehen wurde, die einzige Gala-Neuverpflichtung. Doch der Klub ist offenbar an Milan-Star Rafael Leão, Arsenals Gabriel Martinelli und Bruno Fernandes von Manchester United interessiert. Für einen Wechsel ins Ausland hätte Fernandes in diesem Sommer eine Ausstiegsklausel in Höhe von 57 Millionen Pfund.

Verschiedene Geldquellen

Es ist eine stolze Summe. Aber für Galatasaray machbar. Denn die türkischen Spitzenklubs verfügen über finanzielle Potenz und wissen, wie sich Transfers realisieren lassen. Galatasaray verpflichtete 2025 beispielsweise Victor Osimhen für 75 Millionen Euro von Napoli – türkischer Transferrekord. Medienberichten zufolge wurden zunächst rund 40 Millionen Euro bezahlt, die restlichen 35 Millionen wurden auf spätere Raten verteilt. Beim Wechsel von Mason Greenwood von Marseille zu Fenerbahce wird die Ablöse von 39 Millionen offenbar auf drei Raten à 13 Millionen verteilt. Der neue Star wird also sofort verpflichtet, während ein Teil der Rechnung erst in den kommenden Jahren fällig wird.

Zudem haben die Top-Klubs der Süper Lig eine riesige Fanbasis, enorme Merchandisingumsätze, wertvolle Sponsoringflächen, grosse Stadien, vielfach hohe Einnahmen aus den internationalen Wettbewerben sowie Zugang zu finanzstarken Personen, die sich durch ein Engagement im Profifussball profilieren wollen. Klar ist aber: Das Wettrüsten ist gefährlich und kann früher oder später zum finanziellen Kollaps führen.

 

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