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Das wichtige Wiedersehen mit Xabi Alonso

Andy

Vor einem Jahr hing der Himmel beim AFC Sunderland noch voller Geigen, befand sich der Aufsteiger im Erfolgsrausch. Nun ist beim Klub von Granit Xhaka der Kater eingekehrt und heisst die bittere Realität: Abstiegskampf.

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Granit Xhaka und Sunderland läuft es aktuell alles andere als wunschgemäss. © IMAGO / News Images

Vor ziemlich genau zwölf Monaten surfte Sunderland auf der Erfolgswelle. In der neunten Runde der Premier League traf der Aufsteiger auswärts auf Chelsea und siegte 2:1. Der Lohn war das Vorrücken auf den vierten Tabellenplatz. 17 Punkte hatte Sunderland auf dem Konto, einen mehr als das direkt dahinterliegende Starensemble von Manchester City.

Nun wiederholt sich die Geschichte – aber nur teilweise. Am kommenden Sonntag trifft Sunderland wieder auf Chelsea. Aber jetzt daheim. Und in einer anderen Verfassung. Denn aktuell ist die Situation im Klub von Captain Granit Xhaka trist. Nach rund einem Viertel der Meisterschaft liegt Sunderland auf dem letzten Platz. Fünf Punkte sind die magere Ausbeute aus den ersten neun Spielen. Und in den letzten sieben Liga-Matches gab es keinen Sieg.

Klare Worte des Captains

Am vergangenen Wochenende verlor Sunderland auswärts gegen Aufsteiger Coventry 1:3, was die Krise verschärfte. Und Captain Xhaka zu klaren Worten veranlasste. «Es bringt nichts, die Wahrheit zu verstecken. Wir sind momentan nicht gut genug und müssen Verantwortung übernehmen», sagte der Spiritus Rector seines Teams im klubeigenen Interview. Und: «Wir machen so viele Fehler. Wenn wir nicht mal die Basics hinkriegen, müssen wir über alles andere gar nicht erst nachdenken.» Man leiste sich jedes Wochenende die gleichen Aussetzer, «und jedes Wochenende werden wir dafür bestraft».

Sein erfahrener Teamkollege Nordi Mukiele, der in der Vergangenheit schon mit Paris Saint-Germain und RB Leipzig Trophäen gewonnen hat, sprach schon vor etwa zwei Wochen eine Warnung aus, als er sagte: «Vielleicht sind wir überheblich geworden.» Geändert hat das nichts. Sunderland hat das Siegen verlernt. Dies auch auf dem europäischen Parkett. Am Donnerstag trafen die Engländer in der Europa League, wo sie in den ersten drei Spielen ungeschlagen waren, daheim auf Dinamo Zagreb und kassierten eine weitere Niederlage (0:2).

Der Trainer unter Druck

Zur Pause und nach dem Schlusspfiff wurde die Mannschaft ausgepfiffen. Viele Fans verliessen das Stadion schon deutlich vor Spielende. Und so stellt sich die Frage: Wie viel Kredit hat Trainer Régis Le Bris noch? Der Druck auf den Franzosen nimmt zu, und auch im Klub des Schweizer Kyril Louis-Dreyfus werden irgendwann die in diesem Business üblichen Mechanismen greifen. Der sensationelle siebte Platz in der letzten Saison und die damit verbundene Qualifikation für die Europa League werden schnell nur noch eine schöne Erinnerung sein.

«Es ist eine schwierige Phase. Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten erlebt. Die erste war mit vielen jungen Spielern schwierig. Diese Phase ist nicht einfach zu bewältigen. Die Spieler haben es versucht, aber man merkt, wie sehr die Situation sie gerade belastet. Es ist nicht leicht, den Lauf der Dinge zu ändern», erklärte Le Bris nach der Niederlage gegen Zagreb und machte dabei auch einen etwas ratlosen Eindruck. Die Reaktion in der zweiten Halbzeit habe ihm gefallen, wobei da auch erfahrenere Spieler auf dem Platz gestanden hätten. «Doch wenn man in einer Negativserie steckt, ist es schwer, die Wende zu schaffen.»

«Das nächste Spiel ist immer das schwerste», sagte einst der legendäre deutsche Trainer Sepp Herberger. Angelehnt daran ist auch das Motto: «Das nächste Spiel ist immer das wichtigste.» Und das gilt nun auch für Le Bris und Captain Granit Xhaka. «Wir haben gute Spieler und eine gute Mannschaft. Ich glaube, dass dieses Team sehr viel Potenzial hat. Das haben wir letzte Saison gezeigt. Aber man muss auch schwierige Situationen durchstehen», erklärte nun Coach Le Bris. Allerdings fragt man sich: Wo ist das Sunderland der vergangenen Saison geblieben? Damals war die Mannschaft schwer zu schlagen, fand, angeführt von Leithammel Xhaka, Lösungen und konnte Rückschläge wegstecken. Davon ist in dieser Saison wenig zu sehen. Und Captain Xhaka allein kann auch nicht für den Turnaround sorgen.

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Granit Xhaka und Xabi Alonso waren bei Bayer Leverkusen ein Erfolgsduo.

Doch vielleicht schreibt der Fussball am Sonntag wieder einmal eine dieser vielen verrückten oder romantischen Geschichten. Dann, wenn Xhaka und seine Kollegen auf Chelsea treffen und es zum Wiedersehen des Schweizers mit Xabi Alonso kommt, mit dem er bei Bayer Leverkusen eine Erfolgsgeschichte schrieb. Der Spieler und sein Ex-Coach schätzen einander, und im Sommer gab es ja auch Gerüchte, dass Xhaka Sunderland verlassen und sich Alonso und Chelsea anschliessen könnte. Der Nati-Captain entschied sich aber, bei Sunderland zu bleiben, wo er bis 2028 unter Vertrag steht.

Mit einem Sieg im Direktduell könnte er nun bei den «Black Cats» die Wende einläuten und zeigen, dass sein Entscheid richtig war. Eine weitere Niederlage würde die Krise dagegen verschärfen und den Stuhl von Le Bris im Hinblick auf die Nati-Pause, die schon oft ein Zeitpunkt für Trainerwechsel war, wackeln lassen. Denn schon mancher Held wurde nach ein paar Niederlagen zum Sündenbock.

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