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Der SCB auf gutem Weg

Andy

Den letzten Meistertitel gewann der SC Bern 2019, seither haben die Mutzen auch keine Playoffserie mehr gewonnen. Doch momentan gehört diese sportliche Tristesse der Vergangenheit an: Heute Abend empfangen die Berner die ZSC Lions zum Spitzenkampf.

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Verteidiger Ian Mitchell ist für den SCB eine wertvolle Verstärkung. © KEYSTONE/Alessandro della Valle

Der SCB hat schwierige Jahre hinter sich. Die einstigen Big Bad Bears wurden für die Gegner immer mehr zu Plüschtieren. Die Mutzen waren zu lieb und gingen zu wenig unter die Haut. Es gab zu viele blutleere Auftritte, sodass kein Gegner den Gang in die PostFinance Arena fürchtete. Entsprechend liest sich auch die Trainerhistorie. Seit dem letzten Meistercoach Kari Jalonen waren folgende Trainer fest oder interimistisch tätig: Hans Kossmann, Don Nachbaur, Mario Kogler, Johan Lundskog, Toni Söderholm, Jussi Tapola und Heinz Ehlers. Die Halbwertszeit für Übungsleiter sank ebenso dramatisch wie der Unterhaltungsfaktor im Stadion. Die einstigen Giganten mutierten zu einem biederen, gewöhnlichen Klub.

Doch nun ist am Horizont Morgenröte zu sehen. Mit dem Wechsel an der Spitze der Klubführung von Marc Lüthi zu Jürg Fuhrer wurde auch eine neue Philosophie implementiert. Im Zentrum stehen Begriffe wie Nachhaltigkeit, Nachwuchsförderung und regionale Abstützung. Im ganzen Klub soll dieselbe Vision verfolgt werden, die Gesamtorganisation steht über den einzelnen Teams. «Wir wollen in unserer Strategie verankern, dass wir als SCB junge Athletinnen und Athleten entwickeln. Wir wollen den jungen Menschen eine Perspektive und eine Chance bieten, dass sie auf der obersten Stufe Karriere machen können», erklärte kürzlich Pascal Signer, der Chief Hockey Officer des SCB.

Trainer Aubin leistet gute Arbeit

Eine wichtige Person in dieser Neuausrichtung ist Cheftrainer Serge Aubin. Mit seiner Anstellung wurde der nordische Weg mit dem Schablonenhockey verlassen und das kanadische Element wieder eingebracht. Der Trend stimmt. Die Mannschaft lebt und spielt nach vorne. Der Erfolgstrainer, der mit den Eisbären Berlin zuletzt in sieben Jahren fünfmal deutscher Meister wurde, hat dem Team Leben eingehaucht und ihm die Siegermentalität eingeimpft.

Der Turnaround erfolgte schneller als gedacht. Die Mutzen belegen in der Tabelle Rang 3, empfangen heute Abend Leader ZSC Lions zu einem unerwarteten Spitzenkampf. Die momentane Rangierung ist auch der Lohn für geschickte Transfers. Mit Connor Hughes und Christof von Burg haben die Berner ein starkes Schweizer Goalie-Duo und müssen keine Ausländerlizenz für einen mittelmässigen Import verschwenden. Verteidiger Ian Mitchell und Rodrigo Abols sind zwei Söldner, die das Team stärker machen. Rodwin Dionicio und Dario Rohrbach verstärken das kreative Element und die offensive Feuerkraft, während Davyd Badandun die Defensive festigt.

Noch viel Potenzial vorhanden

Bemerkenswert ist, dass trotz der offensichtlichen Verbesserung noch viel Potenzial besteht. Der Amerikaner Sonny Milano und der Finne Miro Aaltonen sind noch weit von ihrer Bestform entfernt, und auch viele andere Akteure haben teils noch immense Steigerungsmöglichkeiten. Der Weg stimmt, das Auftreten der Mannschaft macht den Fans endlich wieder Freude und steigert die Hoffnung auf einen weiterhin positiven Saisonverlauf. Das sieht auch Goalie Connor Hughes so, der aus Lausanne nach Bern gekommen ist und kürzlich auf die Frage nach den Zielen und Möglichkeiten des SCB erklärte: «Ich möchte keine konkrete Platzierung nennen. Ich weiss, was ein Top-6-Team ausmacht, und ich habe auch gesehen, was es für die Top 4 braucht. Ich glaube, dass wir das Potenzial dafür haben. Natürlich sagen wir zunächst einmal, dass wir die Playoffs erreichen wollen. Aber tief in uns drin wollen wir alle mehr. Und ich glaube, dass das möglich ist.»

Klar ist aber auch: Abgerechnet wird erstmals nach der Qualifikation und dann nach den Playoffs. Bis dahin dauert es noch Monate, und es müssen auch Probleme bewältigt werden. Bei einer Niederlagenserie gilt es, ruhig zu bleiben und nicht in Aktionismus zu verfallen. «Wir müssen auch bei den ersten Niederlagen ruhig bleiben und den Weg konsequent weitergehen. Konstanz auf Schlüsselpositionen ist ein wichtiger Punkt, den es in den nächsten Jahren zu berücksichtigen gilt», sagte Chief Hockey Officer Pascal Signer vor wenigen Wochen.

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