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Gewinnmaschine ZSC Lions

Andy

Zwölf Spiele, zwölf Siege, die klare Leaderposition in der Tabelle: Die ZSC Lions lassen aktuell ihre Muskeln spielen und sind eine Gewinnmaschine. Feiern sie heute im Klassiker gegen den HCD den nächsten Sieg?

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Sven Andrighetto, Simon Knak und Denis Malgin – der Paradesturm der ZSC Lions. © Keystone/Manuel Geisser

Die Zürcher sind vor dieser Saison einmal mehr als einer der heissen Titelanwärter gehandelt worden. Und sie werden diesen Vorschusslorbeeren vollauf gerecht. In den ersten zwölf Spielen der laufenden Saison gingen sie nie als Verlierer vom Eis. Einzig gegen Lausanne, Lugano und Gottéron gaben sie Punkte ab, als sie in die Verlängerung mussten. Die Zürcher präsentieren sich aktuell als eine gut geölte Gewinnmaschine – und eilen von Sieg zu Sieg. Das hat verschiedene Gründe.

Bissiger und gefährlicher

Die Verpflichtung von Headcoach Claude Julien war ein gelungener Schachzug von Sportchef Sven Leuenberger. Der erfahrene Kanadier lässt seine Mannschaft direkter angreifen, die hochbegabten Spieler verlieren sich weniger im ewigen Kreisen im gegnerischen Drittel. Der Druck aufs gegnerische Tor ist grösser, die Lions sind bissiger und gefährlicher. Und für den Gegner unangenehmer und unberechenbarer.

Die individuelle Qualität bei den Zürchern ist enorm. Im Tor ist Simon Hrubec ein gewohnt sicherer Wert, aber auch auf seinen Backup Robin Zumbühl ist Verlass. In der Statistik der gehaltenen Schüsse liegt Ersatzgoalie Zumbühl (92,59 Prozent) gar vor «Meister» Hrubec (90,52 Prozent). In der Defensive sorgen die gestandenen Verteidiger Mikko Lehtonen, Yannick Weber, Dean Kukan, Christian Marti und Patrick Geering weiterhin für viel Qualität. Dazu kommt Rückkehrer Tim Berni, der über NHL-Erfahrung verfügt und die Defensive zusätzlich veredelt – besser geht es fast nicht.

Knak als passendes Puzzleteil

Im Angriff gehören Denis Malgin und Sven Andrighetto weiterhin zu den besten Spielern, die auf Schweizer Eis zu finden sind. Coach Claude Julien hat ihnen nun Simon Knak an die Seite gestellt, der von Davos zu den Lions gestossen ist, und damit die aktuell wohl beste Sturmlinie der Schweiz gebildet. In der internen Skorerliste führt nach zwölf Spielen Malgin (18 Punkte) vor Andrighetto (16) und Knak (15). Eine beeindruckende Bilanz. Und vor allem Knak hat sich prächtig entwickelt. Nach einem Dutzend Spielen hat er bereits zwei Tore mehr und nur zwei Skorerpunkte weniger erzielt als in der gesamten letzten Regular Season.

Mit dem ebenfalls neu verpflichteten Malte Strömwall (Lakers), Rudolfs Balcers, Jesper Fröden, Derek Grant und Juho Lammikko stehen zudem ausländische Stürmer im Kader, die jederzeit ein Spiel entscheiden können. Für die nationale Konkurrenz muss es wie ein Alarmsignal tönen, dass sie noch nicht alle richtig auf Touren gekommen sind. Dass die Lions dennoch klar vorne sind, ist auch ein Zeichen für die imposante Kaderbreite. Die Zürcher sind nicht auf eine einzelne Linie angewiesen, auch der vierte Sturm kann jeden Gegner in Bedrängnis bringen und Tore erzielen.

Cool und nervenstark

Und der ZSC kann auf jede Art und Weise gewinnen und nicht nur dann, wenn er den Gegner von A bis Z dominiert und ein Schaulaufen absolviert. Gerade die Spiele gegen Lausanne, Lugano und Gottéron, in denen die Entscheidung erst in der Overtime fiel, sind ein Beleg für die Coolness und Nervenstärke des Teams von Claude Julien, das auch in Bedrängnis funktioniert und in jeder Situation eine Lösung findet. Und auch das Powerplay funktioniert – die Erfolgsquote von 36,11 Prozent ist hinter Meister Gottéron (36,54 Prozent) die zweitbeste der Liga.

Das Siegen als Selbstverständlichkeit

Jeder Sieg stärkt zudem das Selbstvertrauen. Das Selbstverständnis des Siegens ist in den Köpfen der Spieler fest verankert. Alle wissen, dass auch schwierige Partien gewonnen werden können. Gleichzeitig sorgt diese Dominanz bei den Gegnern für Respekt. Zumal auf der «Opferliste» der Lions bereits zwölf Clubs stehen, einzig das erste Direktduell mit dem EV Zug steht noch aus, sodass man nicht von Glück mit dem Spielplan sprechen kann.

Irgendwann, das ist aber klar, werden die ZSC Lions in dieser Saison auch einmal verlieren. Die letzte Niederlage kassierten sie in der National League am 12. April im Playoff-Halbfinal auswärts gegen den HC Davos. Den entscheidenden Treffer erzielte damals in der Verlängerung Brendan Lemieux. Wer weiss, vielleicht sorgt diese Erinnerung ja bei den kriselnden Bündnern für zusätzlichen Schwung, sodass der Vizemeister im Direktduell heute Abend in dieser Saison dem Leader aus Zürich die erste Saisonniederlage zufügt.

 

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