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Die spannendste Liga der Welt? Die halbe 2. Bundesliga kämpft gegen den Abstieg

Patrick

Da waren es noch acht: Mit einem 4:1 Heimsieg über Eintracht Braunschweig hat sich der VfL Bochum am vergangenen Sonntag (wahrscheinlich) aus dem Abstiegskampf in der 2. Bundesliga verabschiedet. Dafür noch mittendrin: Acht Teams, von D wie Dynamo Dresden bis P wie Preussen Münster, alle nur durch vier Zähler voneinander getrennt. Wer am Schluss das Rennen macht? Wir werfen einen Blick auf die acht Abstiegskandidaten und ihre Ausgangslage.

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Auch diese beiden Klubs sind mit in der Abstiegsverlosung: Dynamo Dresden (in gelb) und Preussen Münstern beim Direktduell vor wenigen Wochen © IMAGO / Picture Point LE

Dynamo Dresden (Rang 11, 32 Punkte)

Die Dresdner mit dem Schweizer Trainer Thomas Stamm sind das Team der Rückrunde – zumindest wenn man sich bei der Betrachtung ausschliesslich auf die Klubs fokussiert, die mit den Sachsen noch um den Ligaerhalt kämpfen. 19 Punkte (aus zwölf Spielen) und der fünftbeste Angriff der Liga (47 Tore) sprechen aktuell für die SGD, die ziemlich löchrige Defensive (47 Gegentreffer) dagegen. Was gewiss ist: In den noch verbleibenden Direktduellen mit Bochum, Düsseldorf, Braunschweig und Kiel hat es der siebenfache DDR-Meister in den eigenen Füssen, den definitiven Klassenerhalt zu sichern.

 

Holstein Kiel (Rang 12, 32 Punkte)

In einem Jahr von der Bundesliga runter in Liga drei? Dieses Horrorszenario droht aktuell Holstein Kiel, nachdem die Norddeutschen zu Beginn der Rückrunde in acht Spielen nur zwei Zähler gewinnen konnten. Mittlerweile hat sich die Lage unter Trainer-Rückkehrer Tim Walter (ersetzte am 24. Februar Vorgänger Marcel Rapp) wieder etwas stabilisiert. Hoffnung macht insbesondere der jüngste 1:2-Auswärtssieg bei Fortuna Düsseldorf, dank dem die Störche die Abstiegsränge wieder verlassen konnten. Am sicheren Ufer sind die Kieler jedoch noch nicht. In den Direktduellen mit Braunschweig, Magdeburg und Dresden wird sich in den kommenden Wochen weisen, ob der KSV den Ligaerhalt unter Dach und Fach bringen kann.

 

Arminia Bielefeld (Rang 12, 31 Punkte)

Pokalfinale, Aufstieg in die 2. Bundesliga und dann dort nach fünf Spieltagen mit zehn Punkten auf Rang 3. Doch seitdem läuft es rund um die Bielefelder Alm nicht mehr ganz so rund, hat der Klub vor allem Auswärts (nur zehn Punkte) Probleme. Allgemein spielt die Mannschaft von Trainer Mitch Kniat eine solide Saison, findet sich z.B. sowohl bei den geschossenen als auch bei den erhaltenen Toren im Tabellenmittelfeld wieder.  Eine Schlüsselpartie wird mit Sicherheit das Auswärtsspiel bei Preussen Münster am 25. April werden, in dem die Westfalen die Weichen in Richtung Ligaerhalt stellen können. Die übrigen Gegner heissen Nürnberg, Bochum, Lautern und Hertha, wobei noch insgesamt drei Mal zu Hause (bislang 21 Punkte) gespielt werden kann.

 

Fortuna Düsseldorf (Rang 14, 31 Punkte)

Das hatte man sich am Rhein ganz anders vorgesellt. Anstatt gegen die Abstieg, wollte man zum jetzigen Zeitpunkt der Saison eigentlich um die Rückkehr in die Bundesliga spielen. Doch auch zwei Trainerwechsel (von Daniel Thioune zu Markus Anfang und schliesslich zu Alexander Ende) später, kämpft man in der Karnevalshochburg mehr denn je um den Klassenerhalt. Zuletzt gab es auf fünf Spielen nur drei Punkte, was die Verantwortlichen vor den wegweisenden Direktduellen mit Magdeburg und Dresden (später folgen auch  noch Tabellenführer Schalke und Greuther Fürth ) dazu bewog, Anfang durch den erst vor wenigen Wochen in Münster entlassenen Ende zu ersetzen. Das grösste Probleme: Die mit 27 Toren schwächste Offensive der Liga. Da sorgen auch die mittlerweile zwölf Saisontore von Nati-Crack Cedric Itten zu selten für einen Unterschied.

 

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Daumen hoch in sportlich schwierigen Zeiten: Trainer Heiko Vogel und Greuther Fürth können den Klassenerhalt noch schaffen

1.FC Magdeburg (Rang 15, 30 Punkte)

Mit dem Interims-Trainerduo Petrik Sander und Pascal Ibold, dem achtbesten Angriff und Liga-Topskorer Mateus Zukowski (16 Saisontore) steigt der 1. FC Magdeburg in die entscheidenden Wochen der Saison. Das Problem: Die zweitschlechteste Verteidigung der Liga (55 Gegentore) sowie die schwächste Heimbilanz (erst elf Punkte) sind nicht unbedingt Garanten dafür, dass der Balance-Akt der Mannschaft aus Sachsen-Anhalt am Ende der Spielzeit aufgehen wird. Viel wird davon abhängen, wie die beiden Direktduelle mit Fortuna Düsseldorf (am Samstag) und mit Holstein Kiel (am 9. Mai) ausgehen werden. In den letzten vier Spieltagen hievten sich die Magdeburger von Rang 18 zurück auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Ob dieser Trend in den finalen fünf Spielen weiter Bestand haben wird?

 

Eintracht Braunschweig (Rang 16, 30 Punkte)

Auch beim Klub, bei dem das Trikot-Sponsoring in den 1970er Jahren erfunden wurde, ist guter Rat teuer. Seit März steht bei der Eintracht mit Lars Kornetka ein neuer Mann an der Seitenlinie, verbessert hat sich die Situation dadurch aber nicht nachhaltig. Nach wie vor dümpelt der ex-Klub von Neo-Hopper Sven Köhler im Tabellenkeller der zweiten Liga herum, was auch darin liegt, dass der Klub weder Offensiv (Nr. 16 der Liga) noch Defensiv (Nr. 15 der Liga) wirklich überzeugen kann. Und: Auch hier hat es das Restprogramm mit Gastspielen in Kaiserslautern und auf Schalke in sich, weshalb den Direktduellen mit Kiel und Dresden maximale Bedeutung zukommt. Kann Braunschweig aus diesen Spielen nicht mindestens vier Zähler mitnehmen, könnte es das mit dem Ligaerhalt gewesen sein.

 

Spvgg Greuther Fürth (Rang 17, 30 Punkte)

Der «schweizerischste» Klub Deutschlands? Das wäre die Spielvereinigung Greuter Fürth, mit dem hierzulande bestens bekannten Trainer Heiko Vogel, Verteidiger Jan Elvedi (Bruder von Nico) sowie den beiden Offensivkräften Sayfallah Ltaief (ex-Winterthur) und Aaron Keller (U21-Nationalmannschaft). Und tatsächlich: Von einigen bei Vogels Amtsantritt im Dezember bereits abgeschrieben, haben sich die Franken mit einem Zwischenspurt zumindest wieder in die Nähe der Nichtabstiegsplätze gekämpft. Zuletzt holten die Kleeblätter aus drei Spielen allerdings nur noch einen Zähler, was angesichts der ligaweit schwächsten Defensive (61 Gegentore) und einem nur bedingt besseren Angriff (Nr. 14) nicht weiter verwundern kann. Ein weiteres Problem: Fürth triff in den verbleibenden fünf Partien nur noch einmal auf einen direkten Konkurrenten (am letzten Spieltag vs. Düsseldorf). Das Ziel von Vogel und Co. muss es also sein, das Heimspiel vom 34. Spieltag zu einer Art Endspiel um den Klassenerhalt zu machen.

 

Preussen Münster (Rang 18, 28 Punkte)

So nah und halt doch so fern. So könnte man die Ausgangslage von Preussen Münster vor den entscheidenden Wochen dieser Spielzeit umschreiben. Und in der Tat sind die Chancen auf den Ligaerhalt im Münsterland nicht besonders gross. Denn zum einen treffen die Adler nur noch am 30. Spieltag auf einen direkten Konkurrenten (Bielefeld), zum anderen hat es das Restprogramm mit Spielen gegen die Aufstiegsaspiranten Schalke, Hannover, Darmstadt und Elversberg absolut in sich, zumal die aktuelle Formkurve (zwei Punkte aus fünf Spielen) keine grossen Sprünge vermuten lässt. Neo-Trainer Alois Schwartz (seit Ende März im Amt) steht vor einer Herkulesaufgabe, wenn er den zweiten Abstieg der Münsteraner in diesem Jahrzehnt noch verhindern will.

 

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