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Finnen-Power in der National League

Andy

Die National League ist nach rund einem Drittel der Regular Season in ihre erste Nati-Pause gegangen. An der Spitze der Skorerliste stehen mit Roby Järventie (Ambrì-Piotta) und Kristian Tanus (Ajoie) zwei Finnen, die in der Schweiz bislang eher unbekannt waren.

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Roby Järventie ist aktuell in der National League der Topskorer. © KEYSTONE/Michael Schmid

11 Tore und 15 Assists: Das ist nach den ersten 18 Spielen die beeindruckende Bilanz von Roby Järventie, der damit auch die nationale Skorerliste anführt. Hinter ihm folgt sein Landsmann Kristian Tanus mit gleich vielen Punkten, aber «nur» sechs Treffern. Nach den starken Leistungen dieses Duos aus dem hohen Norden ist es an der Zeit, beide kurz vorzustellen. Zumal beide Klubs in vielen Saisonprognosen auf die letzten beiden Plätze gesetzt wurden und sowohl Ambrì als auch Ajoie bislang positiv überrascht haben.

Im Durchschnitt sind das 1,44 Skorerpunkte pro Spiel – mit diesem bemerkenswerten Wert hat Roby Järventie dazu beigetragen, dass Ambrì der erste Verfolger der ZSC Lions ist. Die Stimmung ist bei den Biancoblù entsprechend gut, und so sagt Roby Järventie: «Mir geht es grossartig hier. Das Leben ist schön, wir haben eine gute Truppe in Ambrì, ich habe viele tolle Teamkollegen und geniesse es wirklich sehr hier.»

Tolle Truppe in einer harten Liga

Ambrì und Järventie mischen die National League auf. «Wir spielen als Team sehr gut, aber wir können noch besser werden. Wir müssen vor allem auch daran arbeiten, Tore zu schiessen», sagt der Stürmer. «Wir haben eine junge Gruppe und wollen den nächsten Schritt machen – ich inklusive.» Er sei im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf positiv gestimmt, auch wenn die Konkurrenz in der Schweizer Liga gross sei. «Es stehen viele sehr gute und talentierte Spieler in der National League unter Vertrag, es ist eine harte Liga.»

Järventie überzeugt bislang auf der ganzen Linie und wird auch von seinem Trainer Jussi Tapola gelobt: «Er ist ein grossartiger Stürmer mit vielen Skills und der tollen Einstellung, immer besser werden zu wollen. Er arbeitet an den Sachen, an denen er arbeiten muss, ist schnell in der Schweizer Meisterschaft angekommen, erzielt Tore und sammelt für das gesamte Team wertvolle Punkte.» Den Lohn für seine starken Leistungen hat der erst 24-Jährige nun auch auf dem internationalen Parkett erhalten: Er wurde von Finnland für die Nocco Hockey Games in Helsinki aufgeboten, bei denen es auch zur WM-Revanche mit der Schweiz kommt.

Durch Knieprobleme gebremst

Eigentlich könnte sich Järventie wohl längst Nationalspieler nennen, wenn er nicht durch Verletzungen gebremst worden wäre. Er stammt aus dem Nachwuchs von Ilves Tampere und wurde im Draft 2020 bereits in der zweiten Runde an insgesamt 33. Stelle von Ottawa ausgewählt. In der Folge spielte er überwiegend in der AHL, schaffte aber auch den Sprung in die NHL. Doch da waren auch die Knieprobleme, die ihn immer wieder plagten und nach zwei Operationen für längere Zeit ausser Gefecht setzten. Dies auch nach seinem Wechsel 2024 in die Organisation der Edmonton Oilers: In zwei Saisons kam er zu 66 Einsätzen (51 Skorerpunkte) bei den Bakersfield Condors in der AHL und zu drei Einsätzen bei den Oilers (keine Skorerpunkte), sodass in seiner Statistik heute zehn NHL-Spiele und ein Assist stehen.

Abgeschrieben hat der Stürmer die NHL aber nicht. Er sagt: «Jetzt sind meine Knie völlig in Ordnung. Wenn ich richtig gesund bin und auf meinem besten Niveau spiele, ist mein Spiel ziemlich nah am NHL-Niveau, also das ist, was ich hoffe und fühle, um dorthin zu kommen.» Wenn er die richtige Gelegenheit bekomme, würde er nochmals versuchen, sich in Nordamerika einen Platz zu erkämpfen. Aber zuerst liegt der Fokus auf Ambrì, wo er bis 2028 unterschrieben hat.

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Kristian Tanus hat den HC Ajoie als Sprungbrett genutzt.

Nach vier Meistertiteln nach Ajoie

Bemerkenswert sind auch die Leistungen von Kristian Tanus. Der 26-Jährige hat als Profi bis auf ein kurzes Leihgeschäft in Finnland immer für seinen Stammklub Tappara Tampere gespielt und versucht sich nun erstmals im Ausland. Nach vier Meistertiteln in den letzten fünf Jahren war die Zeit reif für den Wechsel ins Ausland – und da war die Schweiz seine Wunschdestination. «Für mich ist die National League die beste Liga Europas. Jedes Jahr wechseln Top-Spieler direkt aus der NHL in die Schweiz. Es war mein Ziel, mich ebenfalls mit den Besten zu messen», so Tanus.

Der HC Ajoie ist definitiv keine der grössten oder begehrtesten Adressen im Eishockey, doch Tanus hat den Klub im Jura als Schaufenster genutzt und sich ins Rampenlicht gespielt. Als Belohnung wurde auch der Stürmer, der einst mit Klumpfüssen geboren wurde, wie Järventie ins finnische Kader für die Nocco Hockey Games berufen. Er wird so wohl zu seinem Debüt in der A-Nati kommen, nachdem er seine Heimat in jungen Jahren an der U18- und U20-WM vertreten hat.

Was lange währt, wird endlich gut – und so befindet sich Tanus nun auf dem Weg nach oben und hat Begehrlichkeiten geweckt. Bereits jetzt ist bekannt, dass er den HC Ajoie nach der Saison verlassen wird, ebenso wie sein Teamkollege Anttoni Honka. Die Jurassier wollten das starke Duo zwar unbedingt halten und waren auch zu einer saftigen Lohnerhöhung bereit. Doch beide werden in Zukunft anderswo spielen und wohl noch viel mehr verdienen. Gerüchtehalber wird der EV Zug als neuer Arbeitgeber gehandelt.

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