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Gimme 5: Die fünf grössten Gewinner der SL-Saison 2025/2026

Patrick

Seit vorgestern Sonntag ist sie Geschichte: Die Super-League-Saison 2025/2026, die mit dem Meistertitel des FC Thun, dem Cupsieg für den FC St. Gallen und dem Abstieg des FC Winterthur endete. Logisch sind die beiden Erstgenannten auch Teil unserer Siegerliste der abgelaufenen Saison. Gemeinsam mit drei weiteren und nicht immer ganz offensichtlichen Gewinnern.

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Mehr geht (fast) nicht: Mauro Lustrinelli führte Aufsteiger Thun zur sensationellen Meisterschaft © Keystone / Peter Schneider

Mauro Lustrinelli, Meistertrainer

Natürlich: Hier hätte anstatt dem Tessiner auch rund eine Handvoll Thuner Spieler stehen können, die sich nach dieser Spielzeit allesamt als Gewinner fühlen dürfen. Und klar ist auch, dass Lustrinelli ohne Captain Marco Bürki, ohne Dauerläufer Michael Heule, ohne Taktgeber Leo Bertone und ohne Topskorer Elmin Rastoder niemals diesen Thuner Höhenflug hätte inszenieren können. Sicher ist aber auch: Ohne den 50-jährigen und seine Arbeit der letzten vier Jahre hätte es die märchenhafte Geschichte der Berner Oberländer nie gegeben. Nicht den Aufstieg im Vorjahr (nach der bitteren Enttäuschung in der Relegation 2024) und nicht den sensationellen Run zum Meistertitel in dieser Spielzeit. Doch Lustrinelli war eben da, als schlitzohriges Super-League-Greenhorn, und schaffte es, seinem Klub einen Spielstil auf den Leib zu schneidern, der in mehr als die Summe seiner Teile resultierte. Weil er es schaffte in den vier Jahren seines Wirkens eine Winner-Mentalität zu entwickeln, die überhaupt erst die Grundlage dafür bot, um zu keinem Zeitpunkt am eigenen Weg zu zweifeln. „Wir haben in den letzten Jahren viel gewonnen“ antwortete der ehemalige Nationalspieler in den letzten Wochen immer wieder auf die Frage, wie denn der Glaube und das Selbstvertrauen der Oberländer überhaupt so weit wachsen konnten, um diese Art von Überraschung zu schaffen. Bleibt zu hoffen, dass es dem Tessiner auch an seiner nächsten  Sation  gelingen wird, möglichst rasch viele Siege zu sammeln. Ab August wird er für Union Berlin in der Bundesliga an der Seitenlinie stehen.

 

FC St. Gallen, Cupsieger und Besserwisser

Vizemeister mit 70 Punkten, Cupsieger und damit Eroberer des ersten Titels für die Grün-Weissen in 26 Jahren. Kein Wunder, wimmelt es auch in der Gallusstadt nur so von Siegern, nur dass einige von ihnen noch vergangenen Juli gänzlich anders gesehen wurde. Weniger Präsident Matthias Hüppi, der seit seiner Installation vor acht Jahren als Vater des St. Galler Aufschwungs gilt, oder Captain Lukas Görtler, umso mehr aber Sportchef Roger Stilz und Trainer Enrico Maassen, die nach dem enttäuschenden achten Rang im Vorjahr mit mächtig Gegenwind in diese Spielzeit starteten. Nicht wenige sahen im St. Galler Führungsduo sogar die Kronfavoriten auf den nur bedingt erstrebenswerten Titel der ersten Entlassung auf Trainer- oder Sportchefebene, zehn Monate später gehören die Beiden zu den grossen Gewinnern dieser Spielzeit. Übertroffen - in den eigenen Reihen - nur noch von Shooting-Star Alessandro Vogt, der die Saison als unbekannter Nachwuchscrack mit der Referenz von 13 Saisontoren in der 1. Liga Classic begann, und sie mit 15 Saisontoren in der Super League und einem Wechsel zur TSG Hoffenheim beschloss. Vogt (wie zuvor schon Willem Geubbels) adäquat zu ersetzen, dürfte eine der grossen Herausforderungen der St. Galler in den kommenden Wochen sein. Andere, möglicherweise tiefschürfendere Veränderungen in der Führung des Klubs könnten gemäss aktuellen Medienberichten folgen.  

 

Barthélémy Constantin, Sportchef

Wer ist eigentlich Barthélémy (Barth) Constantin? Für eine relativ lange Zeit war die Antwort auf diese Frage rasch zur Hand: Barth ist der Sohn von Christian Constantin, Präsident und Alleinherrscher des FC Sion, der den Klub in seiner zweiten Amtszeit seit mittlerweile 23 Jahren führt. Immerhin: Seit 2015 und kaum dem Teenageralter entwachsen, durfte Constantin Jr.  seinem Vater in der Führung des Klubs als Sportchef offiziell zur Seite stehen, kostspielige Transfer- und Trainerentscheide seines Papas mittragen und dabei zusehen, wie sich der Klub keinen einzigen Schritt vorwärts bewegte. Bis zum Abstieg 2023, der beim Klub und seinem mächtigen Besitzer ein Umdenken auslöste – oder so ähnlich. Auf alle Fälle veränderte sich das Wesen des Klubs seitdem spürbar, vom ständigen Durchlauferhitzer hin zum Klub, der zuletzt überraschend oft durch Kontinuität und geschickte Transfers überzeugte. Angefangen bei Trainer Didier Tholot, der direkt nach dem Abstieg „einstieg“ und einem Kader, der nach der Relegation mit diversen guten und weitsichtigen Transfers neu aufgebaut wurde. Mit einem Nias Hefti (LV) und Jan Kronig (IV), die heute zum Stammpersonal gehören. Mit Ali Kabacalman (DM), der heute das Kapitänsamt bekleidet, und mit einem Kreshnik Hajrizi, der seit vergangener Spielzeit als erfahrener Anker die zweite Position in der Innenverteidigung besetzt. Dafür zumindest mitverantwortlich: Barth Constantin, der die genannten Defensivspezialisten (mit 40 Gegentoren die Nr. 1 der Liga) zuletzt noch mit Keeper Anthony Racioppi sowie den starken Offensivspieler wie Rilind Nivokazi (13 Saisontore) und Youngster Winsley Boteli (11 Saisontore) ergänzte und damit das beste Ergebnis (Rang 4) der vergangenen neun Spielzeiten ablieferte. Und: Findet der mittlerweile 31-jährige Sportchef im Sommer einen Weg, um den aktuellen Kader punktuell so zu verstärken und zu verbreitern, dass er auch einer etwaigen Doppelbelastung durch die Conference League widerstehen kann, sind die Top 4 auch in der kommenden Spielzeit im Bereich des möglichen.

 

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Er kam, sah und traf: FCSG-Sturmhoffnung Alessandro Vogt katapultierte sich mit 18 Saisontoren innerhalb eines Jahres von der 1. Liga Classic in die Bundesliga (Keystone / Gian Ehrenzeller)

FC Lugano, Geduldiger

Am Ende ging es doch nahezu perfekt auf für den FC Lugano und seine Verantwortlichen um CEO Martin Blaser und Sportchef Sebastian Pelzer. Am letzten Spieltag im alten Cornaredo besiegten die Ticinesi den abtretenden Meister aus Basel mit 4:0 und sicherten sich so den 3. Schlussrang und die garantierte Teilnahme an der UEFA Confernce League. Diese wird zwar so schnell niemand mit der UEFA Champions League  verwechseln, dennoch garantiert sie dem FC Lugano eines: Die Einweihung des neuen „Boutique-Stadions“ in einem europäischen Wettbewerb und das nach einer Saison, die die Geduld eines so manchen Bianconeri wohl über Gebühr strapazierte. Denn da gab es diesen total missglückten Start in die neue Kampagne (Rang 11 nach sechs Runden, Out im Cup sowie in Europa), den auf dem Platz ausgetragenen Zwist zwischen Topskorer Kevin Behrens und Sturmkollege Georgios Koutsias und eine erneute Schwächephase just zu jenem Zeitpunkt, in dem sogar der erste Meistertitel seit 77 Jahren möglich erschien. Dabei stets an der Seitenlinie: Mattia Groci-Torti, mittlerweile mit Abstand dienstältester Trainer der Super League und so etwas wie das Gesicht des Tessiner Aufschwungs zum alljährlichen Titelkandidaten. Ob er eine weitere Niederlage im Spätsommer 2025 überlebt hätte? Eine Frage, die heute ganz weit weg erscheint, damals nach 34 Spielen und nur neun Siegen seit Anfang 2025 aber durchaus ihre Berechtigung hatte. Mittlerweile können sich Groci-Torti und seine Luganesi aber wieder ausschliesslich mit jenem Ziel beschäftigen, das im Tessin spätestens seit der Bekanntgabe des neuen Stadions am Horizont zu erkennen ist: Der Meistertitel und damit der nächste Tessiner Entwicklungsschritt zur dritten Kraft im Schweizer Fussball.

 

Peter Zeidler, Nothelfer

Keine Frage, der 63-Jährige ist die vermutliche überraschendste Nomination im Kreise der Sieger dieser Saison. Denn schliesslich war es Zeidler gewesen, der nach neun grösstenteils enttäuschenden Monaten in Lausanne im April entlassen wurde. Mit Rang 9 nach 33 Spielen (39 Punkte) endete damit die zweite aufeinanderfolgende Mission des langjährigen FCSG-Trainers vorzeitig, nachdem auch das vorherige Engagement in Bochum nach nur gerade sieben Bundesligaspielen (ein Punkt) endete. Was dabei gerne vergessen geht: Es war auch Zeidler, der die durchaus launischen Lausannois auf europäischem Parkett in und durch die Conference-League-Gruppenphase führte, im Playoff bei Besiktas Istanbul siegte und auf dem Weg zur besten europäischen Kampagne eines Schweizer Vertreters im letzten Jahr die Fiorentina schlug. Und nach dem Ende in Lausanne? Heuerte Zeidler zweieinhalb Wochen später bei den schwer kriselnden Grasshoppers an führte diese auf den letzten Drücker durch den SL-Abstiegskampf. Mit etwas Glück zwar, aber schlussendlich erfolgreich und das mit einer Bilanz von vier Spielen ohne Niederlage zum Saisonabschluss (zwei Siege, zwei Remis). Wer die Hoppers noch zu Monatsbeginn oder auch im Cup-Halbfinal bei Stade Lausanne-Ouchy beobachtete, hätte das nicht für möglich gehalten.

 

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