skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Granit Xhaka: Das Gesicht des Erfolges

Andy

Rund um den Wechsel von Granit Xhaka von Bayer Leverkusen zu Sunderland gab es im vergangenen Sommer viele Diskussionen und Meinungen. Rückblickend haben der Klub und der Spieler alles richtig gemacht – denn Xhaka hat den Erfolg gebracht.

imago1077579906(1)
Granit Xhaka hat Aufsteiger Sunderland in die Europa League geführt. © IIMAGO / Every Second Media

Der Transfer von Granit Xhaka wurde im Sommer 2025 zwar als spektakulär eingestuft, doch er sorgte auch für Kritik und Zweifel. Es sei ein Schritt rückwärts, wurde geschnödet. Schliesslich hatte Xhaka zuvor mit Leverkusen die Meisterschaft und den Pokal gewonnen, in der Champions League gespielt und Geschichte geschrieben. Xhaka war beim Werksklub ein Gesicht des Erfolges und so wurde der Wechsel zum Premier League-Aufsteiger mancherorts als Abstieg eingestuft.

Xhaka war beim Wechsel bereits 32 Jahre alt, und so fragten sich die Skeptiker, ob Sunderland zu viel Geld für einen älteren Spieler ausgibt, der wohl nie mehr weiterverkauft werden kann und so keine Refinanzierung ermöglicht. Die investierte Ablösesumme von 15 Millionen Euro hätte man, so die Kritiker, viel besser auf junge, entwicklungsfähige Spieler verteilt, zumal betreffend der Leistungsfähigkeit des Schweizer Nati-Captains in der Premier League Zweifel bestanden.

Der beste Transfer der Saison

Doch Xhaka liess die Kritiker schnell verstummen, war beim Aufsteiger sofort Führungsspieler und Leistungsträger. Das Portal «The Athletic» kürte nun Xhaka gar zum besten der insgesamt 189 Transfers in der vergangenen Premier League-Saison – vor dem Franzosen Rayan Cherki (22), der von Lyon zu Manchester City gestossen war. Erfahrung, Leadership, Qualität und ein unermüdlicher Wille, sowohl defensiv als auch offensiv für die Mannschaft zu kämpfen, wurden als Pluspunkte erwähnt. Granit Xhaka sei Sunderlands verlängerter Arm auf dem Platz, der Spieler der Saison und für manche sogar der beste Transfer der Klubgeschichte.

Der Grund? Weil nicht einmal ein Genie wie Rayan Cherki eine Garderobe so verändert hat wie Xhaka – gleichzeitig brachte er eine neue Kultur in den Klub und sogar in die Stadt. Sunderlands erste Saison zurück in der Premier League hätte kaum besser verlaufen können – und dieser Transfer ebenso wenig.

Xhaka, die Personifikation von Ruhe und Souveränität, führte seinen Arbeitgeber dank einem 2:1-Sieg am letzten Spieltag gegen Chelsea als Aufsteiger in der Premier League auf Rang 7 und damit in die Europa League – so ist der Klub erstmals seit 53 Jahren wieder im internationalen Business dabei. Nach dieser erfolgreichen Saison erstaunt es niemanden, dass der Schweizer bei seinem Klub zum «Player of the Year» gekürt wurde. «Leute haben den Wechsel infrage gestellt. Ich habe der Vision vertraut», blickte Xhaka auf Instagram auf die Anfänge im Nordosten Englands zurück. Bei der feierlichen Übergabe war Xhaka bewegt: «Hier heute als Spieler des Jahres zu stehen, erfüllt mich mit nichts als Stolz, Dankbarkeit und Hunger auf mehr.»

Der Leader – auf und neben dem Platz

Die Beziehung zwischen Xhaka und Sunderland passt perfekt. Der Nati-Captain trägt auch in seinem Klub die Binde am Arm und geht als Leader voran. Er ist nicht der Mann fürs Spektakel, sondern der Stratege im Mittelfeld und gibt seinem Team Rhythmus, Struktur und Stabilität. Der Spiritus Rector. Er überzeugt im Spielaufbau und im Passspiel, verfügt über einen herausragenden linken Fuss, liest das Spiel hervorragend und ist der verlängerte Arm des Coaches auf dem Platz. Ein Führungsspieler, der in allen Situationen Verantwortung übernimmt und zu seiner Meinung steht – auf und neben dem Platz.

Das Alphatier Xhaka hat sich bis heute an all seinen Wirkungsstätten durchgesetzt – angefangen beim FC Basel, bei dem er den Sprung zum Profi schaffte, dann in Gladbach, bei Arsenal, Leverkusen und nun auch bei Sunderland. Er war bei allen Klubs ein entscheidendes Teil im Erfolgspuzzle, auch wenn er mal mehr, mal weniger polarisierte – und er ist auch ein Erfolgsfaktor in der Nati. Aktuell steht er bei 144 Länderspielen und ist damit der Rekordnationalspieler. An der WM kommen nun weitere Einsätze dazu. Wenn es nach Xhaka und seinem Wesen und Wirken geht, sind dies nicht nur die Gruppenspiele gegen Katar (13. Juni), Bosnien und Herzegowina (18. Juni) und Kanada (24. Juni), sondern danach auch noch die K.o.-Matches, fünf insgesamt, mit dem Final am 19. Juli als Höhepunkt. Schliesslich steckt Xhaka die Ziele immer hoch und scheut sich auch nicht, darüber zu sprechen. Und Weltmeister darf sich Xhaka, der nun bereits seine vierte WM bestreitet, ja bereits seit 2009 nennen, als er mit der U17 überraschend den Titel gewann.

 

Bewerte den Artikel
0 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss