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Glänzt Imeri auch gegen seine Thuner Meisterkollegen?

Andy

Am Samstagabend steigt in Thun das erste Berner Derby dieser Saison. Viele Augen dürften dabei auf Kastriot Imeri gerichtet sein, der letzte Saison beim Meistertitel des FC Thun ein wichtiger Faktor war und nun zumindest vorübergehend wieder für die Young Boys spielt.

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Kastriot Imeri überzeugte gegen Sion mit zwei Assists und einer akrobatischen Einlage. © KEYSTONE/Peter Klaunzer

Aktuell haben die Young Boys ein XXL-Kader. Rund 30 Spieler kämpfen bei den Bernern um die Plätze. Die Konsequenz: Nicht alle dieser Akteure werden noch lange für YB spielen. Einer, der wohl eher früher als später wegziehen wird, ist Mittelfeldspieler Kastriot Imeri (26), der beim 4:2-Sieg beim Saisonauftakt gegen Sion eine starke Visitenkarte abgegeben hat. Er kam nach 25 Minuten für den verletzten Alan Virginius ins Spiel, liess sich später zwei Assists notieren und war einer der Matchwinner.

Imeri setzte so ein weiteres Ausrufezeichen, nachdem er letzte Saison für den FC Thun zum Gewinn des Meistertitels sechs Tore und acht Assists beigetragen hatte. So weit so gut, aber die Perspektiven sind für den Genfer dennoch nicht rosig. Thun verzichtete darauf, nach dem Leihgeschäft die Option zu ziehen, so dass der Mittelfeldspieler auf die neue Saison hin nach Bern zurückkehren musste. Und weil für Imeri bei den Young Boys ein Fixplatz in der Stammformation wenig realistisch ist, wird er wohl nur noch für kurze Zeit bei den Bernern sein, die ihn vor vier Jahren für 3,5 Millionen Franken von Servette übernommen haben.

Es war der Rekord für einen Super League-internen Transfer und der Anfang einer schwierigen Zeit für den Spieler mit kosovarischen Wurzeln, der in Meyrin aufgewachsen und fussballerisch bei Servette grossgeworden ist. Noch vor seinem 17. Geburtstag debütierte er bei den Genfern in der Challenge League, stieg 2019 mit seinem Stammklub in die Super League auf, gab im November 2021 in der WM-Qualifikation gegen Italien sein Debüt in der A-Nati und wechselte ein halbes Jahr später zu den Young Boys.

Leiden statt feiern

Doch statt nach den Sternen zu greifen, begann für den Mittelfeldspieler eine Leidenszeit. In seiner ersten Saison hatte er regelmässig Einsätze und erzielte in der Meisterschaft fünf Tore. «Die Statistiken waren zwar nicht überragend, aber auch nicht schlecht», so Imeri. Im zweiten Jahr sorgte eine Knieverletzung für eine monatelange Zwangspause und setzte ihm auch mental zu. Er sei total niedergeschlagen gewesen, erklärte er später, aber er habe nie aufgegeben. «Ich habe sehr schwere Zeiten durchgemacht, aber meine Familie war da, ich kann meinen Eltern nicht genug danken.»

In der Saison 2024/25 war er in Bern schliesslich Ergänzungsspieler, stand nur selten in der Startformation, dennoch blickte er während seines Thun-Engagements positiv auf seine drei Jahre bei YB zurück und sagte: «Zu YB zu gehen, war die richtige Entscheidung. Ich war Teil einer grossen Mannschaft und habe viel gelernt. Die Dinge zwischen YB und mir waren schnell klar. So ist es nun einmal.» Der Klub und er selber hätten grosse Erwartungen gehabt, «aber es hat nicht funktioniert».

Imeri ist ein Spieler, der für den Unterschied sorgen kann, ein Künstler mit genialen Einfällen. Thun-Trainer Mauro Lustrinelli bezeichnete ihn als Spieler mit viel Kreativität, der ein Spiel entscheiden kann: «Er kann aus jedem Freistoss ein Tor machen, das ist eine seiner grossen Stärken.»

Wiedervereinigung mit Lustrinelli?

Der Tessiner Coach war ein Hauptgrund dafür, dass Imeri seine Karriere bei Thun neu lancierte. «Ich habe viel mit Mauro Lustrinelli gesprochen, den ich von der Zeit in der U21-Nati sehr gut kenne und schätze. Wir haben mehrmals telefoniert. Er war mein erster Kontakt und spielt eine grosse Rolle bei diesem Transfer», so Imeri.

Und wer weiss, vielleicht folgt schon bald die Wiedervereinigung. Der Genfer, dessen Vertrag bei den Young Boys noch ein Jahr weiterläuft, ist offen für Neues und die Berner wollen und müssen ihr Kader verkleinern. Zudem können sie in diesem Sommer für den Mittelfeldmann, dessen Marktwert aktuell auf zwei Millionen geschätzt wird, noch eine Ablösesumme kassieren. Zuletzt wurde schon über Interesse von Union Berlin an Imeri spekuliert. Ebenso gab es Gerüchte, dass ihn der FC Sion ins Wallis lotsen möchte. Geregelt ist die Zukunft des Genfers aber noch nicht und so ist es nicht ausgeschlossen, dass er am Samstag erneut zum YB-Matchwinner wird – und dies ausgerechnet gegen den FC Thun, mit dem er erst gerade Meister geworden ist.

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