Infantino stiehlt den Stars die Aufmerksamkeit – was machen Salah, Vinicius Jr. und Ferran Torres?
In den letzten Tagen hat FIFA-Präsident Gianni Infantino mit seinen Negativschlagzeilen die weltbesten Fussballer aus dem Rampenlicht verdrängt. Doch es ist nur eine Momentaufnahme. Denn das internationale Transferkarussell dreht sich weiter. Auf dem Spielerbazar werden Millionen hin- und hergeschoben. Eine Übersicht über die letzten Tage.
Mit seinem Plan, 20 Prozent der WM-Rechte an ein US-geführtes Konsortium aus dem Umfeld von Donald Trump zu verkaufen, hat sich FIFA-Präsident Gianni Infantino in die Nesseln gesetzt und ins weltweite Kreuzfeuer der Kritik begeben. Der selbstherrliche Sonnenkönig aus dem Wallis hat mit diesem Vorgehen seine Gegner – und von diesen hat er enorm viele – zu einem Powerplay gegen ihn eingeladen. Die eigentlich sicher geglaubte Wiederwahl Infantinos im kommenden März für die Amtszeit von 2027 bis 2031 erscheint plötzlich äusserst fraglich. Anders gesagt: Die Hoffnung ist berechtigt, dass der Walliser mit seinem Vorpreschen ein Eigentor erzielt hat, das ihn aus seinem Amt spült.
Die Causa Infantino wird weiterhin ein grosses Gesprächsthema sein. Doch in den kommenden Wochen werden sich die Schlagzeilen wieder um die Millionentransfers der Spieler statt um Funktionäre drehen. Denn bis zum 31. August respektive zum 1. September, wenn in den europäischen Top-Ligen das Sommertransferfenster schliesst, herrscht in der Fussballwelt ein emsiges Treiben. Gerüchte bringen Spannung und Unterhaltung mit sich. Lügen und Wahrheiten werden verbreitet. Spieler und Millionen werden verschoben und sorgen je nach Grössenordnung für Staunen, Stirnrunzeln oder im Falle von schier unmoralischen Dimensionen auch für Kopfschütteln.
Der Top-Transfer dieses Sommers ist weiterhin Mittelfeldspieler Morgan Rogers, der von Aston Villa zu Chelsea wechselt. Der 24-jährige englische Internationale, der an der WM zu sieben Einsätzen und 337 Spielminuten kam und dabei zwei Assists verbuchte, hat einen Vertrag bis 2033 unterschrieben. Die Ablösesumme liegt bei umgerechnet rund 138 Millionen Euro.
Kolo Muani zurück zu Juventus
Auch andere bekannte Namen haben einen neuen Arbeitgeber gefunden. Zuletzt wurde offiziell, dass Randal Kolo Muani zu Juventus Turin zurückkehrt. Der französische Nationalspieler, der bereits in der Rückrunde der Saison 2024/25 für den italienischen Rekordmeister auflief, hat einen Vertrag bis 2031 unterschrieben. Die Italiener zahlen eine fixe Ablösesumme von 38 Millionen Euro an Paris Saint-Germain. Als leistungsabhängige Bonuszahlungen könnten weitere zwölf Millionen Euro hinzukommen, zudem sind Gebühren in Höhe von 3,2 Millionen Euro fällig. Für den Franzosen, für den PSG vor drei Jahren 95 Millionen an Eintracht Frankfurt überwiesen hatte, ist es die nächste Etappe auf seiner persönlichen Odyssee, nachdem er zuletzt an Tottenham ausgeliehen war.
Während die Offensive frisches Blut erhielt, droht Juventus auf der Torhüterposition eine Niederlage: Gemäss verschiedenen Berichten tendiert der japanische Nationalkeeper Zion Suzuki, der aktuell noch bei Parma unter Vertrag steht, zu einem Wechsel zu Paris Saint-Germain und nicht zu Juventus Turin. Die Franzosen sollen ein Paket von 33 Millionen Euro geschnürt haben und im Wettrennen um den Goalie auf der Pole-Position sein.
Geregelt ist dagegen offenbar die Zukunft des deutschen Torhüters Marc-André ter Stegen. Der 44-fache Internationale, der zuletzt von Barcelona an Girona ausgeliehen war, soll von den Spaniern an Ajax Amsterdam ausgeliehen werden. In den letzten Wochen wurde auch über einen Wechsel von YB-Goalie Marvin Keller zu Ajax spekuliert, doch damit dürfte sich dieses Gerücht erledigt haben. In Amsterdam trifft Ter Stegen übrigens auf einen Landsmann – auch Julian Brandt wechselt in die Niederlande. Der Offensivspieler kommt von Dortmund, wo sein Vertrag ausgelaufen ist, und hat bis 2029 unterschrieben.
Tauziehen um Vinicius Jr.
In Wechsel der Luxusklasse bahnt sich nach wie vor zwischen Real Madrid und Arsenal London an. Die Zukunft von Brasil-Star Vinicius Jr. bei den Königlichen ist äusserst ungewiss. Der Offensivspieler fordert seit längerer Zeit mehr Wertschätzung beziehungsweise Gehalt, eine Einigung ist nicht absehbar. Real hat zuletzt kundgetan, dass Vinicius seinen 2027 auslaufenden Vertrag jetzt und zu den offerierten Konditionen verlängern soll – oder andernfalls verkauft wird.
Der erste Interessent ist dabei der englische Meister Arsenal. Die Gunners planen, demnächst ein Angebot über 100 Millionen Euro einzureichen, das Real aber sofort ablehnen wird. Denn die Spanier wollen für den 26-Jährigen viel mehr einnehmen – sein Marktwert wird aktuell mit 140 Millionen Euro beziffert. Und auch persönlich würde sich der Wechsel für den Brasilianer lohnen: Gerüchtehalber bietet Arsenal ihm ein Jahresgehalt von 25 Millionen Euro netto – und das zunächst für vier Jahre. Zudem soll Vinicius einen Bonus einstreichen und bei Arsenal 100 Prozent seiner Bildrechte erhalten. Der Poker wird sich wohl noch etwas hinziehen.
Spekulationen gibt es auch um andere Topshots. Bei Mohamed Salah wird nach dem Ende seines Vertrags bei Liverpool über einen ablösefreien Wechsel in die Türkei spekuliert. Nachdem zuerst je eine Spur zu Besiktas und zu Fenerbahçe geführt hatte, heisst es nun, dass Trabzonspor Salah nach einem Treffen mit dessen Berater ein sehr lukratives Angebot gemacht hat: einen Zweijahresvertrag mit einem Jahresgehalt in Höhe von 17 Millionen Euro. Ein weiteres Thema ist Salahs Anteil an den Trikotverkäufen, hier geht es um 20 bis 25 Prozent für den Spieler.
Im Zentrum von Gerüchten steht auch der spanische WM-Held Ferran Torres. Mal heisst es, der Mittelstürmer wolle den FC Barcelona verlassen und zu Paris Saint-Germain weiterziehen, wobei die Ablösesumme dann mehr als 50 Millionen Euro betragen soll. Dann wird berichtet, Barça wolle die Zusammenarbeit weiterführen und den 2027 auslaufenden Vertrag verlängern. Auch bei Ferran Torres dürfte vorerst weiterspekuliert werden, bis irgendwo die Tinte unter einem Vertrag trocken ist.