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Watschn für Aebischer – Manzambi skort

Andy

Fabian Rieder und Zachary Athekame glänzen weiter und Johan Manzambi gelingt bei Aston Villa ein Traumeinstand in der Startelf: Der Blick in die europäischen Top-5-Ligen.

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Johan Manzambi feiert sein erstes Tor in der Premier League. © IMAGO / Visionhaus

Wenn er gebraucht wird, ist er da: Gregor Kobel gewann mit Borussia Dortmund auswärts gegen Stuttgart 1:0 und festigte damit die Tabellenführung. Der Nati-Keeper hat in den ersten vier Meisterschaftsspielen dreimal sein Tor sauber gehalten und eine Paradenquote (prozentualer Anteil der gehaltenen Bälle an allen Schüssen, die aufs Tor gingen) von 85,7 Prozent – in beiden Kategorien ist dies aktuell Liga-Bestwert. Weniger erfolgreich sind die Schweizer beim Gegner VfB: Luca Jaquez wartet aufgrund seiner Verletzung und des damit verbundenen Trainingsrückstands nach wie vor auf seinen ersten Saisoneinsatz – und Leonidas Stergiou fehlte im Kader. In den ersten vier Spielen kam er gerade mal auf 16 Spielminuten. Ob er es schon bereut, dass er im Sommertransferfenster bei den Schwaben geblieben ist?

Lustrinelli in Rücklage

Eine saftige Watschn setzte es für Michel Aebischer und Union Berlin ab. Die Eisernen wurden von Titelverteidiger Bayern München gleich mit 7:0 aus dem Stadion geballert. Aebischer spielte durch, Kastriot Imeri sass nach seinem Wechsel und den Oberschenkelproblemen wenigstens erstmals auf der Bank, wurde von Trainer Mauro Lustrinelli aber nicht eingesetzt. Vier Spiele, ein Punkt, 4:17 Tore – der Thuner Meistertrainer hat sich den Start in der Bundesliga sicher anders vorgestellt, bleibt aber ruhig und sagt: «Es ist sehr wichtig, jetzt den Kopf freizulassen, dass die Spieler einige Tage für sich haben und wieder Energie tanken und die Batterien laden. Dann kommen wir zurück und es geht weiter im Leben.» Mit Elversberg kommt nach der Nati-Pause der bislang überzeugende Aufsteiger nach Berlin, der am Sonntag im Duell der Neulinge gegen Schalke (ohne den verletzten Adrian Gantenbein) 0:0 spielte und schon bei sieben Punkten steht. Da muss Lustrinelli mit seinem Team endlich überzeugen!

Stark sind dagegen bislang die Auftritte von Fabian Rieder. Er führte den FC Augsburg gegen Werder Bremen erneut als Captain an und liess sich beim ersten Tor seines Teams bereits den dritten Assist in dieser Saison gutschreiben. Der Schönheitsfehler war, dass die Augsburger in der Schlussphase eine 2:1-Führung aus der Hand gaben und mit 2:3 verloren. Dennoch stehen sie nach vier Spielen auf Rang 4 – und haben wie Rieder selber gute Perspektiven. Nach der Nati-Pause fordern der Schweizer und seine Kollegen dann Rekordmeister Bayern München. Man darf gespannt sein.

Weniger gut läuft es anderen Schweizern in der Bundesliga: Silvan Widmer kämpft weiterhin mit Knieproblemen und fehlte auch beim wilden 4:3-Sieg von Mainz gegen Mönchengladbach. Auch Miro Muheim ist noch nicht fit und stand beim 2:1-Sieg des Hamburger SV gegen den 1. FC Köln nicht im Kader, während Innenverteidiger Joël Schmied 90 Minuten lang auf der Bank schmorte. Dasselbe gilt für Mittelstürmer Cedric Itten, der bei Werder Bremen nicht an Niclas Füllkrug vorbeikommt und gegen Augsburg Ersatz war. Verteidiger Bruno Ogbus stand beim 2:2 des SC Freiburg gegen Frankfurt ebenso nicht im Kader wie Mittelfeldspieler Rouven Tarnutzer, der in der zweiten Mannschaft der Breisgauer in der Regionalliga Spielpraxis sammelt und zu zwei Assists kam.

In Spanien fehlte Ruben Vargas auch bei der 1:3-Niederlage des FC Sevilla gegen Barcelona, nachdem er wegen Knieproblemen auch der Nati absagen musste. Filip Ugrinic verlor mit Valencia gegen San Sebastian 2:3 und wurde in der Halbzeit ausgewechselt.

In Italien traf Manuel Akanji mit Titelverteidiger Inter Mailand im Spitzenkampf auf die AS Roma – das Duell der beiden Teams, die bis anhin keinen Punkt abgegeben hatten. Akanji spielte durch, sah Gelb und liegt mit seinem Team punktgleich mit der AS Roma und Lazio Rom an der Spitze. Der zweite römische Klub siegte auswärts gegen Aufsteiger Venedig (mit Simon Sohm) 2:0. Weiterhin harzig läuft es dagegen für Ardon Jashari. Der Mittelfeldspieler war auch beim 3:0 gegen Lecce nur Ersatz und steht nach fünf Meisterschaftsmatches bei 80 Spielminuten – es ist definitiv nicht das, was sich Jashari vorstellt. Joël Monteiro stand bei Lecce dagegen in der Startelf und wurde nach 70 Minuten ausgewechselt. Zudem wurde er am Montag von Murat Yakin nachträglich für den Nati-Zusammenzug aufgeboten.

Sascha Britschgi kam beim 2:1-Sieg von Parma gegen den FC Genua in der 81. Minute ins Spiel – zum selben Zeitpunkt wie sein Teamkollege Vincent Sierro. Der Walliser, der nach einem Jahr in der Saudi Pro League nach Europa zurückgekehrt ist, wurde nach dem verletzungsbedingten Out von Denis Zakaria für die kommenden Länderspiele von Murat Yakin nachnominiert. Ethan Meichtry war bei Gegner Genua nur Ersatz, sein Teamkollege Djibril Sow wurde in der Schlussphase ausgewechselt. Ricardo Rodriguez sass beim 1:1 des FC Turin gegen Bologna nur auf der Bank, während Eray Cömert 20 Minuten vor Schluss Feierabend hatte und aus dem Spiel genommen wurde.

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Ein Tor und ein Assist: Zachary Athekame gibt bei Lyon Gas.

Athekame in Topform

In der Ligue 1 gewann die AS Monaco gegen Lens mit 2:1 und liegt an der Tabellenspitze. Captain Denis Zakaria wurde wie erwähnt eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt, Goalie Philipp Köhn war nur Ersatz. Felix Mambimbi (Le Havre) und Bryan Okoh (Auxerre) fallen aufgrund eines Achillessehnen- respektive Kreuzbandrisses noch längere Zeit aus und Loun Srdanovic stand bei der 1:2-Niederlage von Lille gegen Nizza nicht im Kader. Ulisses Garcia durfte dagegen beim 1:2 von Marseille gegen Paris Saint-Germain wenigstens die letzten sechs Minuten mitspielen und kommt in dieser Saison in der Ligue 1 jetzt in fünf Spielen auf sieben Einsatzminuten. Da dürfte aber im Winter wohl trotzdem wieder eine Luftveränderung folgen. Feste Grössen sind dagegen Yvon Mvogo und Zachary Athekame bei ihren Klubs. Goalie Mvogo verlor zwar mit Lorient gegen Aufsteiger Le Mans 1:2, befindet sich aber weiterhin im breiten Mittelfeld. Aussenverteidiger Athekame gewann mit Lyon gegen Rennes 4:0, liegt mit seinem Team auf Rang 2 – und erzielte das dritte Tor seiner Mannschaft selber und liess sich beim abschliessenden 4:0 den Assist notieren. Damit steht der rechte Aussenverteidiger nach fünf Spielen bei zwei Treffern und zwei Assists und hat seine Ansprüche auf den Nati-Platz des zurückgetretenen Silvan Widmer eindrücklich angemeldet.

Der Rummel um Xhaka

In England war aus Schweizer Sicht vor allem Granit Xhaka im Fokus. Einerseits, weil er mit Sunderland gegen Manchester City spielte und in einem spektakulären Match trotz starker persönlicher Leistung 3:5 verlor. Andererseits, weil in diesen Tagen Gerüchte aufkamen, dass sich Xhaka während der Pandemie gefälschte Covid-Zertifikate beschafft haben soll. Was damals noch ein Gerücht und Gegenstand von Untersuchungen war, ist mittlerweile bestätigt, da Xhaka via Instagram sein Vergehen zugegeben hat und deshalb am kommenden Nati-Zusammenzug fehlen wird.

Für positive Schlagzeilen sorgte dagegen Johan Manzambi. Der Genfer kam bei Aston Villa zu seinem Debüt in der Startelf – und war beim 3:2-Sieg gegen Tottenham mit einem Tor und einem Assist der Matchwinner. Mit 20 Jahren und 340 Tagen ist Manzambi nun der drittjüngste Schweizer Premier League-Torschütze. Nur Reto Ziegler (18 Jahre, 351 Tage) und Philippe Senderos (20 Jahre, 243 Tage) waren bei ihrem ersten Tor in der höchsten englischen Liga noch jünger. Die Anhänger von Aston Villa haben den Schweizer jedenfalls bereits ins Herz geschlossen und ihm ein Lied gewidmet. Angelehnt an den Cranberries-Hit «Zombie» singen sie «He’s in your head, in your head, Manzambi, Manzambi». Fabian Schär gewann mit Newcastle gegen Aufsteiger Hull City 2:1 und wurde in der 66. Minute eingewechselt. Dan Ndoye verlor mit Nottingham gegen Coventry 0:1 und hatte nach einer Stunde Feierabend, während Aurèle Amenda beim Gegner aufgrund einer Wadenverletzung passen musste. Nico Elvedi spielte bei der Nullnummer von Leeds gegen Crystal Palace durch, sein Teamkollege Noah Okafor wurde eine Viertelstunde vor Schluss ausgewechselt.  

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