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Nach Spaniens Blamage: Nun sind die Favoriten gefordert

Andy

Nach dem peinlichen WM-Start von Spanien gestern greifen heute mit Frankreich und Argentinien zwei weitere grosse Favoriten auf den WM-Titel ins Turnier ein. Machen sie es besser als der Europameister?

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Kylian Mbappé ist erst 27 Jahre alt, hat aber bereits ein prall gefülltes Palmarès und peilt seinen zweiten WM-Titel an. © KEYSTONE/EPA/MOHAMMED BADRA

Die Nullnummer der Spanier gegen Kap Verde war die noch grössere Blamage als das Unentschieden der Schweizer gegen Katar. Der Punktgewinn des Inselstaates gegen den Europameister war eine der grössten Sensationen in der WM-Geschichte, was sich auch in den Zahlen widerspiegelt. Das Kader der Spanier hat einen Marktwert von 1,22 Milliarden Euro, jenes von Kap Verde kommt auf 54,50 Millionen Euro. «Ein katastrophales Spanien startet mit einem traurigen, torlosen Unentschieden gegen Kap Verde in die WM», lautete so auch das vernichtende Urteil von «El Mundo». Verloren ist für die Spanier noch lange nichts, dieses Remis kann auch lediglich ein Betriebsunfall sein. Gleichzeitig ist es auch ein Warnsignal für zwei andere Favoriten, die heute ins WM-Abenteuer starten.

Das wertvollste Kader der WM

Da sind die Franzosen, die auf Senegal treffen. Frankreich stellt mit einem Total von 1,52 Milliarden Euro das wertvollste Kader dieser WM. Und «Les Bleus» verfügen vielleicht über die grösste individuelle Qualität dieses Turniers. Kylian Mbappé wird teilweise als bester Turnierspieler der Welt gesehen, allerdings hat er eine alles andere als problemlose und restlos überzeugende Saison mit Real Madrid hinter sich. Doch er wurde bereits Weltmeister (2018) und stand im Final (2022). Er hat bereits eine WM gewonnen (2018), stand 2022 im Final – und erzielte bei der Niederlage nach Penaltyschiessen gegen Argentinien einen Hattrick. Er ist erst 27 Jahre alt und hat bereits zwölf WM-Tore erzielt. Damit belegt er in der ewigen Torschützenliste gemeinsam mit Pelé Rang 6, hat nur einmal weniger eingenetzt als Lionel Messi und braucht noch vier Tore, um mit Spitzenreiter Miroslav Klose gleichzuziehen. Es ist alles andere als ausgeschlossen, dass ihm dies in diesen Tagen gelingt.

Doch Frankreich lässt sich nicht nur auf Mbappé reduzieren. Die Offensive ist mit Spielern wie Ousmane Dembélé, Michael Olise, Désiré Doué oder Rayan Cherki ausserordentlich hochklassig besetzt. Zudem verfügt das Kader generell über eine enorme Tiefe, so dass man für fast alle Eventualitäten gerüstet ist. Auch die Defensive ist ausserordentlich stark, dafür bürgen Spieler wie Dayot Upamecano oder William Saliba.

Dritte Krone für Deschamps?

Und an der Linie steht mit Didier Deschamps ein Mann, der weiss, wie man Weltmeister wird. 1998 gewann er den Titel als Captain seines Teams, 2018 als Trainer. Nun will er zu seinem Abschied – er tritt nach der WM als Nati-Coach zurück – die dritte Krone erobern. So sagte er vor dem Turnier: «Wir wollen Weltmeister werden. Es gibt nichts Schöneres. Die Fussball-WM ist das grösste Sportereignis, es ist für die Spieler und für mich als Trainer das Nonplusultra.»

Die Franzosen starten heute Abend gegen Senegal in die WM und tun gut daran, den Gegner nicht zu unterschätzen. Das Kader von Nationalcoach Pape Thiaw hat einen Wert von 478 Millionen Euro und ist die Nummer 12 an diesem Turnier. Und die Senegalesen spielen die WM mit einer grossen Portion Wut im Bauch, nachdem der Afrikameister-Titel aufgrund der skandalösen Ereignisse während des Finals gegen Marokko nachträglich aberkannt und dem Gegner zugesprochen wurde.

An die Franzosen hat Senegal übrigens gute Erinnerungen. Das bislang einzige Aufeinandertreffen endete an der WM 2002 mit einem 1:0-Sieg der Senegalesen. Die Franzosen wurden damals von Captain Didier Deschamps angeführt, während Pape Thiaw bei Senegal nur Ersatz war. Die Franzosen stellten als amtierender Welt- und Europameister einen Negativrekord auf, erzielten in ihren drei Gruppenspielen gegen Senegal (0:1), Uruguay (0:0) und Dänemark (0:2) kein Tor und mussten nach der Vorrunde die Heimreise antreten.

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Lionel Messi wird nächste Woche 39 Jahre alt und träumt mit Argentinien von der Titelverteidigung.

Argentinier mit Siegermentalität

In diesem Jahr sind «Les Bleus» nun wieder ein heisser Anwärter auf den Titel … wie auch die Argentinier, die in der Nacht auf Mittwoch auf Algerien treffen. Die Titelverteidiger setzen auf ein erfahrenes Kader und haben unter Trainer Lionel Scaloni eine enorme Siegermentalität entwickelt. Mit ihm an der Linie haben die Gauchos in 94 Spielen eine Bilanz von 71 Siegen, 14 Remis und nur neun Niederlagen und kommen auf 2,41 Punkte pro Spiel – ein bemerkenswerter Wert. Zudem sind die Argentinier nicht mehr nur von ihrer Lichtgestalt Lionel Messi abhängig, sondern haben auch andere Topstars wie Julian Alvarez, Enzo Fernandez, Lautaro Martinez, Alexis Mac Allister oder Nico Paz im Team. Und Goalie Emiliano Martinez ist ein starker Rückhalt und hat sich in der Vergangenheit als Penalty-Killer der Extraklasse erwiesen, was dann in der K.o.-Phase entscheidend sein kann.

Doch zuerst muss die Gruppenphase überhaupt überstanden werden. Der erste Gegner ist Algerien, das vom Schweizer Ex-Nationalcoach Vladimir Petkovic geführt wird. Das grosse Ziel ist es, ans Turnier von 2014 anzuknüpfen, als die Algerier erst in den Achtelfinals gegen Deutschland mit 1:2 in der Verlängerung ausschieden. Die Deutschen stürmten danach bis zum WM-Titel, für die Algerier war es die bis heute erfolgreichste WM.

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