skysport.ch
Sky Sport

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Analysen Fussball

Neue offensive Herrlichkeit

Andy

In der Vergangenheit war die Offensive bei der Schweizer Fussball-Nati oftmals das Sorgenkind. Nun wird im Sturm endlich wieder gewirbelt.

728075225_highres
Zeki Amdouni ist zurück – und wie! © KEYSTONE/AP Photo/Boris Grdanoski

Es ist noch nicht lange her, da war die Offensive der Schweizer nicht selten nur ein laues Lüftchen. Dabei hatte die Nati in der Vergangenheit immer wieder starke Angreifer: Stéphane Chapuisat, Adrian Knup, Kubilay Türkyilmaz, Alex Frei oder Marco Streller. Später folgten Haris Seferovic und Breel Embolo, während Xherdan Shaqiri aus dem Mittelfeld für Torgefahr sorgte. Doch eine derart breite Auswahl an Offensivkräften wie heute hatte ein Nationaltrainer nur selten.

Da ist Johan Manzambi, der Shootingstar der letzten Monate. Zuerst startete er in Deutschland durch. Dann glänzte er an der WM, bis er verletzt ausfiel. Seine Leistungen sorgten für Aufsehen, er wurde mit einem Transfer in die Premier League zu Aston Villa belohnt. 60 Millionen Euro betrug die Ablösesumme – es ist Schweizer Rekord. Bei seinem neuen Klub kam er nach überstandener Knieprellung zu zwei Einsätzen in der Premier League und verbuchte bei seinem ersten Spiel in der Startelf gegen Tottenham ein Tor und einen Assist. Manzambi ist erst 20 Jahre alt und ein Juwel – er wird uns noch viel Freude machen und beim Gegner für Panik sorgen.

Mit Dan Ndoye spielt ein weiterer Millionenmann in England. Er wechselte vor einem Jahr für 42 Millionen Euro von Bologna zu Nottingham, hatte eine durchzogene Saison mit zwei Toren und zwei Assists in 37 Wettbewerbsspielen. Doch auch im 25-Jährigen Westschweizer schlummert enormes Potenzial. Dies hat er speziell bei der Nati immer wieder gezeigt.

Die Rückkehr von Zeki

Ein Mann für die wichtigen Tore kann auch Zeki Amdouni sein. In der letzten Saison verpasste er den Grossteil der Spiele aufgrund eines Kreuzbandrisses. Er schaffte es in letzter Sekunde an die WM, war aber verständlicherweise noch nicht in Topform. Nach dem Abstieg seines Arbeitgebers Burnley stürmt er nun in der Championship, wo ihm in den ersten acht Spielen bereits zwei Tore und ein Assist gelangen. Noch beeindruckender war aber seine Leistung mit der Nati gegen Nordmazedonien. Mit zwei Toren und einem Assist war er beim 3:0-Sieg der Matchwinner schlechthin. «Es ist natürlich toll, dass ich die Chance erhalten habe, von Beginn an zu spielen», sagte Zeki nach seinem 34. Länderspiel, in dem ihm erstmals drei Skorerpunkte gelangen. Damit bestätigte er auch die hohe Meinung, die Nationalcoach Murat Yakin von ihm hat. «Wir haben keinen anderen Spieler mit den Qualitäten eines Zeki. Wenn er zu 100 Prozent fit ist, dann ist er für uns ein sehr wichtiger Spieler», hatte Yakin im letzten März über den Stürmer gesagt.

Eine weitere Offensivwaffe ist Winsley Boteli, der beim FC Sion durchstartet und gegen Nordmazedonien zu seinem ersten Länderspiel kam. Der 20-Jährige ist ebenfalls ein Versprechen für die Zukunft und hat bereits internationale Begehrlichkeiten geweckt. «Er kann aktuell von überall schiessen und trifft wahrscheinlich das Tor», schwärmte Yakin zuletzt von Boteli. Und: «Er kann Frische reinbringen, wie wir es letztes Jahr auch bei Johan Manzambi gesehen haben.»

Mit Joël Monteiro und Alvyn Sanches stehen zudem zwei weitere Spieler bereit, um in der Offensive zu glänzen. Dazu kommen wohl bald wieder der aktuell abwesende Breel Embolo und Cedric Itten, der seine Qualitäten als Backup bereits mehrmals unter Beweis gestellt hat, aktuell aber auch bei Werder Bremen nicht gerade einfache Zeiten durchmacht.

Nationalcoach Yakin steht damit eine geballte Ladung Offensivpower zur Verfügung. So stark war die Schweiz in diesem Bereich wohl noch nie aufgestellt. Es ist die neue offensive Herrlichkeit. Mal schauen, ob diese Trümpfe auch in den nächsten Spielen gegen Schottland (heute), Slowenien (Samstag) und erneut Nordmazedonien (Dienstag) stechen und die Fans begeistern. Klar ist aber bereits jetzt: Es herrscht ein Konkurrenzkampf – und der wirkt bekanntlich belebend.

Bewerte den Artikel
1 Bewertungen
Ihre Stimme wird gezählt.

News-Feed

Lesen Sie auch

Mehr anzeigen

Live-Sport ansehen auf

Sky Sport
Copyright Sky Schweiz SA © 2001-2026. Erstellt von EWM.swiss