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Analysen Eishockey

Neue Saison, neues Glück – und neue Stars

Andy

Die neue Eishockeysaison ist lanciert. Bereits in der ersten Runde erwiesen sich einige Neuzugänge in der National League als Verstärkungen – und trafen gleich doppelt.

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Der ehemalige NHL-Star Jeff Skinner erzielte für Biel gegen Meister Gottéron nach 33 Sekunden sein erstes Tor – ein Traumeinstand. © IMAGO / Sports Press Photo

An der Spitze der Skorerliste liegt aktuell ein Trio mit zwei erzielten Treffern und einem Assist. Einer von ihnen ist Nati-Spieler Calvin Thürkauf, der seit 2021 für den HC Lugano stürmt und seine Klasse längst unter Beweis gestellt hat. In der Saison 2023/24 kam er am Ende auf 60 Skorerpunkte (28 Tore, 32 Assists) und wurde zum MVP der Regular Season gewählt. Nun ist er persönlich und mit seinem Team perfekt aus den Startlöchern gekommen – gegen Servette, ein hoch eingeschätztes Team, gab es einen 6:3-Sieg, wobei die letzten drei Tore in den letzten zehn Minuten fielen.

Ebenfalls auf zwei Tore und drei Skorerpunkte kommen Vinzenz Rohrer und Jeff Skinner. Der Österreicher Rohrer stürmt neu für den EV Zug statt für die ZSC Lions und hat sich mit diesem Transfer in eine neue Lohnsphäre katapultiert. Gerüchtehalber sind es 700'000 Franken pro Jahr – eine Summe, die am einen oder anderen Ort für Kopfschütteln sorgt, zumal Rohrer letzte Saison bei den ZSC Lions in 41 Spielen gerade mal vier Tore und acht Assists erzielte und nie auf Touren kam. Mit dem Wechsel und dem fürstlichen Salär hat er sich unter Druck gesetzt – und im ersten Spiel nun den Kritikern den Wind aus den Segeln genommen. «Es ist ein erfreulicher Start, da muss ich nicht lügen. Wir haben auch im letzten Drittel nicht viel zugelassen und den Match solide zu Ende gespielt», erklärte der 22-Jährige, dessen NHL-Rechte bei den Montreal Canadiens liegen.

Erstes Tor nach 33 Sekunden

Während Rohrer wohl darauf hofft, irgendwann noch den Sprung in die NHL zu schaffen, hat der Kanadier Jeff Skinner seine Karriere in der weltbesten Liga wohl hinter sich. Er war 2010 ein Erstrundenpick (Nummer 7 overall) der Carolina Hurricanes und bestritt für Carolina, Buffalo, Edmonton und San Jose 1115 NHL-Spiele (380 Tore, 334 Assists). In seinem ersten Spiel für Biel hat er nun seine Kaltblütigkeit eindrücklich bewiesen und seinem Team den 4:2-Sieg gegen Meister Gottéron gesichert, wobei er sein erstes Tor bereits nach 33 Sekunden erzielte und später einen weiteren Treffer und einen Assist folgen liess.

«Wenn du ein guter Eishockeyspieler bist und weisst, was du mit dem Puck machen musst, passt du dich schnell an», sagte sein Trainer Christian Dubé über die gelungene Premiere seines 34-jährigen Stars. Skinner selber war ebenfalls zufrieden und sagte: «Es ist cool, dass ich etwas zum Sieg der Mannschaft beitragen konnte. Vor meiner Ankunft hatten sie schliesslich noch Vorbereitungsspiele gewonnen – und mit mir dann keines mehr. Aber ich denke, im Powerplay können wir noch besser werden.» Coach Dubé ist derweil überzeugt, dass sein neuer Spieler mit der Zeit noch besser werden wird: «Er wird sich in Ruhe zurechtfinden. Es gibt noch Dinge, die er verbessern kann. Gleichzeitig darf man nicht vergessen, dass er längere Zeit nicht gespielt hat und die Schweizer Meisterschaft überhaupt noch nicht kennt.»

Vor seinem Engagement bei Biel war Skinner bei San Jose Teamkollege von Philipp Kurashev, wo er letztes Jahr aber zuerst den Saisonstart verletzungsbedingt verpasste und im Februar aussortiert wurde. Vor zwei Jahren war er bereits bei Buffalo ausgemustert worden. Die Sabres lösten seinen Vertrag damals vorzeitig auf und bezahlen ihm seither und bis 2030 in jährlichen Raten zwei Drittel seines verbleibenden Salärs von 22 Millionen Dollar aus, ohne dass er für sie spielt. Das nennt man dann wohl einen goldenen Fallschirm.

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Simon Knak traf in seinem ersten Meisterschaftsspiel für die ZSC Lions gegen den SCB doppelt.

Ein Rückkehrer und zwei Debütanten

Ebenfalls auf drei Skorerpunkte kommt Kloten-Verteidiger Max Lindroth, der sich beim Overtime-Sieg der Zürcher gegen die Rapperswil-Jona Lakers drei Assists gutschreiben liess. Darunter war der Assist zum Siegtreffer von Arttu Ruotsalainen. Der Finne ist einer von weiteren drei Spielern, die bei ihrem Debüt für den neuen Klub doppelt einnetzten. Für Ruotsalainenist es allerdings vielmehr ein Comeback. Der 28-Jährige stürmte schon in der Saison 2022/23 für Kloten und war mit 42 Punkten der Topskorer seines Teams. Danach zog er weiter zu Lugano, wo es ihm aber überhaupt nicht lief, und kehrte nun nach zwei Saisons beim schwedischen Klub Frölunda zu Kloten zurück.

Ebenfalls als Doppeltorschützen liessen sich Simon Knak (ZSC Lions) und Davyd Barandun (SC Bern) feiern. Knak war auf diese Saison hin vom Vizemeister HCD nach Zürich gewechselt und bildet mit Denis Malgin und Sven Andrighetto den Paradesturm der Zürcher. Nach seiner gelungenen Premiere beim 5:3-Sieg gegen den SC Bern sagte der Nati-Stürmer: «Wir haben einen Sieg geholt, ich konnte etwas dazu beitragen, und es war eine tolle Stimmung in der Halle. Wir haben uns einfach gefreut, dass wir endlich wieder vor vollem Haus spielen können. Das haben wir auch auf dem Eis gezeigt. Mit Freude, viel Speed und Power. Das ist das Zürich, das wir uns vorstellen. So wollen wir Hockey spielen.»

Gegner SCB kassierte zum Saisonstart zwar eine Niederlage, hatte aber mit Verteidiger Davyd Barandun ebenfalls einen Doppeltorschützen. Dies ist vor allem bemerkenswert, weil der 26-Jährige zuvor in neun Jahren beim HC Davos und 398 Spielen in der National League (inklusive Playoffs) gerade mal sechs Treffer erzielt hatte und offensiv lediglich ein Mitläufer gewesen war. «Der Sieg wäre mir lieber gewesen als die zwei Tore», sagte der Bündner nach dem Match. «Aber ich spüre hier mehr Vertrauen und bekomme mehr Eiszeit. Das macht Spass», so Barandun weiter, der 18:51 Minuten auf dem Eis stand – einzig der Kanadier Ian Mitchell erhielt mehr Eiszeit (20:45 Minuten). Als Belohnung darf Barandun am Freitag als Topskorer zu seinem ersten Meisterschaftsheimspiel mit dem SCB in der PostFinance Arena einlaufen. Gegner ist dann ausgerechnet sein Stammklub Davos, für den er seit 2014 und den U15-Junioren gespielt hat.

 

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