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Rückkehrer mit Ambitionen

Andy

In der Saison 2019/2020 schrieb Pius Suter Geschichte, als er in der Schweizer National League der Topskorer der Regular Season war. Damals stürmte er für die ZSC Lions – nun kehrt er nach Zürich zurück, um mit der Schweizer Nati Geschichte zu schreiben.

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Pius Suter will mit der Schweiz an der Heim-WM für Furore sorgen. © KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi

Die Saison 2019/20 war speziell. Die ZSC Lions gewannen damals die Regular Season vor dem EV Zug und waren die Favoriten auf den Meistertitel. Angeführt wurden sie von Pius Suter, der nach 50 Spielen mit 30 Toren und 23 Assists der Topskorer der National League war – vor Mark Arcobello(SCB) und Garrett Roe (ZSC Lions), die beide je fünf Punkte weniger auf ihrem Konto hatten. Suter wurde mit persönlichen Auszeichnungen fast überhäuft, einzig der Meistertitel, der zweite nach der Saison 2017/18, blieb ihm verwehrt. Der Grund war die Pandemie, wegen der die Playoffs gestrichen wurden.

In der folgenden Saison wagte er den Sprung nach Übersee, zu den Chicago Blackhawks, von denen er zu Saisonbeginn noch an die ZSC Lions und GCK Lions ausgeliehen wurde, ehe er zu seinen ersten Spielen in der NHL kam. Heute stehen in seinem Curriculum Vitae inklusive Playoffs 441 Spiele in der besten Liga der Welt, in diesen hat er total 97 Tore und 97 Assists erzielt. Seine Arbeitgeber wechselten regelmässig: zuerst Chicago, dann zwei Saisons die Detroit Red Wings, zwei Spielzeiten die Vancouver Canucks und in der abgelaufenen Saison die St. Louis Blues.

In St. Louis hat der Zürcher eine schwierige Saison durchgemacht. Vor den Olympischen Spielen, die er mit der Schweiz bestritt, musste er aufgrund einer Verletzung im Sprunggelenk einen Monat pausieren. Mit St. Louis verpasste er die Playoffs, weil die Blues vor der Olympia-Pause das zweitschlechteste Team der Liga waren, ehe sie in 20 der letzten 25 Partien punkteten und 17 Mal gewannen. Der Steigerungslauf kam aber zu spät. «Wir hatten einen holprigen Start und fanden auch wegen Verletzungen bis zur Pause nicht mehr aus diesem Negativstrudel heraus», sagt Suter rückblickend.

Durchzogene Bilanz

Auch seine persönliche Bilanz war durchzogen. Er kam in 64 Spielen auf 13 Tore und 16 Assists und hinkte damit seinen Statistiken aus dem Vorjahr hinterher, als er für Vancouver in 81 Spielen 46 Punkte sammelte. «Defensiv war es okay, wobei es immer besser geht. Offensiv hätte ich wie die gesamte Mannschaft mehr beitragen können. Wir haben unser Ziel nicht erreicht, dann kannst du nicht zufrieden sein», lautete Suters Bilanz nach der Saison mit St. Louis.

Dass er sich aber in der NHL einen Namen gemacht hat, zeigt sich darin, dass der Zweiweg-Center in seinem Team der Stürmer mit der sechstgrössten Eiszeit war. Dass man gut daran tut, ihn nicht nur anhand seiner Tore und Punkte zu beurteilen, widerspiegelt sich auch darin, dass bei den Blues nur drei Spieler eine bessere Plus-Minus-Bilanz als Suter (+13) hatten. Und auch das Salär deutet auf seinen Wert hin – nach seinem Wechsel von Vancouver nach St. Louis, als er auf dem freien Markt wählen konnte, stieg sein Lohn von 1,6 Millionen Dollar auf 4,125 Millionen, während sein Vertrag nun für eine weitere Saison gültig ist.

In Zürich sorgte der Stürmer, der am 24. Mai 30 Jahre alt wird, als bester Skorer der Liga für Schlagzeilen. Er war der erste Topskorer der Regular Season mit Schweizer Pass seit Damien Brunner in der Saison 2011/12 und hatte auch die beste Plus-Minus-Bilanz (+23) der ganzen Liga. Doch grundsätzlich überzeugt er mit weiteren Qualitäten.

Viele Qualitäten

Er liest das Spiel sehr gut, erkennt freie Räume früh und positioniert sich clever – offensiv wie defensiv. Mit 1,80 Meter Grösse und 79 Kilogramm Gewicht ist er kein Power-Stürmer, aber er besitzt einen schnellen Abschluss und ein gutes Timing vor dem Tor. Viele seiner Treffer entstehen durch clevere Laufwege und Rebounds. Er ist stark in der Defensivarbeit, arbeitet zuverlässig nach hinten, verliert selten die taktische Ordnung und geniesst so von den Coaches immer wieder das Vertrauen in Unterzahl oder in engen, heiklen Situationen. Suter ist zudem vielseitig, kann als Center oder Flügel spielen und offensive wie auch defensiv orientierte Rollen übernehmen. Gerade auch in der NHL wurde oft betont, wie effizient und fehlerarm er spielt, dass er nicht viele Scheibenkontakte braucht, um Einfluss aufs Spiel zu nehmen. Und der Stürmer gilt als sehr professionell und lernwillig, als Teamspieler mit hoher Arbeitsethik.

Euphorie entfachen

All diese Qualitäten tun auch der Schweizer Nati gut, mit der er nun an der WM nach Zürich zurückkehrt. «Wir spielen zu Hause, wollen den Fans etwas zeigen und eine Euphorie entfachen. Von daher braucht niemand eine Extra-Motivation», erklärte er kürzlich. Und natürlich lebt auch bei ihm der Medaillen- oder Goldtraum. Suter war 2017 und 2022 Teil des Schweizer WM-Teams, aber nicht bei den Silbermedaillen 2018, 2024 und 2025. Nun verspricht er vor der Heim-WM: «Wir geben alles für den grossen Coup!»

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