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SL-Preview: FCZ, Lausanne, Luzern und die Suche nach Konstanz

Patrick

Noch acht Tage: Dann startet die Brack Super League mit den Partien Servette vs. Basel und Lausanne vs. GC in die neue Saison. Mit dem FC Thun als Titelverteidiger, dem FC Vaduz als Aufsteiger und den „Grossen“ in Basel, Bern und Zürich auf der Suche nach neuen Erfolgen. Wer in den kommenden Monaten überraschen, und wer enttäuschen wird? Im zweiten Teil unserer Saisonvorschau befassen wir uns mit einem Trio, dessen einzige Konstanz zuletzt die Inkonstanz war.

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Eine aus diversen Gründen überraschende Wahl: Marcel Koller, neuer Trainer des FC Zürich © Keystone / Claudio Thoma

FC Zürich: Mit der GC-Legende wieder aufwärts

Ausgangslage: Wer oder was ist der FCZ? Noch vor vier Jahren wäre die Antwort eine Einfache gewesen, hatten die Zürcher doch soeben ihren 13. Meistertitel der Klubgeschichte feiern können. Vier Jahre, fünf Trainerwechsel und die Ränge 8, 4, 7 und 10 später ist die Antwort deutlich weniger klar oder wenn, dann nicht so, wie sie die Zürcher gerne hören würden.  Enter Trainer Nr. 6 seit dem Weggang von Meistertrainer André Breitenreiter, die (ehemalige) GC-Legende Marcel Koller. 65 Jahre alt ist der zweifache Schweizer Meistertrainer mittlerweile und soll eine optisch nur unwesentlich veränderte FCZ-Mannschaft zurück in die obere Tabellenhälfte führen.

Schlüsselfiguren: Torhüter Silas Huber, Abwehrchef Alexander Hack, Urgestein Lindrit Kamberi und Topskorer Philippe Keny. Speziell im zentralen und defensiven Mittelfeld ist Zürich aktuell allerdings nicht gut aufgestellt, schmerzt der Abgang von Cheveyo Tsawa nach Brügge sportlich umso mehr. Allerdings würde es überraschen, wenn Koller- und (!) FCZ-Berater Dino Lamberti (oder ist es doch der Technische Direktor Alessandro Mangiarratti?) hier in den kommenden Tagen oder Wochen nicht noch einmal nachbessern würde.

Was Hoffnung macht: GC-Vergangenheit hin, GC-Vergangenheit her – bislang ruhen die Hoffnungen auf ein Wiedererstarken des Stadtklubs in erster Linie auf FCZ-Rookie Marcel Koller. Der erfahrene Schwamendinger verfügt über einen Leistungsausweis wie nur wenige Schweizer Trainer und ist zwar nicht für berauschenden, dafür aber für zweckmässigen und vor allem erfolgreichen Fussball bekannt. Gegen diese Art von Mischung hätte im Umfeld der Zürcher nach einer bemerkenswert schwachen Vorsaison kaum jemand etwas einzuwenden.

Prognose: „Wunderwuzzi“ nannten ihn einst unsere österreichischen Nachbarn. Nichts weniger als eine Art Wunderheilung, scheint man sich auch beim FC Zürich von Marcel Koller zu erhoffen. Denn auf dem Papier ist der Zürcher Kader bislang eher noch ein wenig schwächer, als besser geworden. Liegen die Top 6 trotzdem drin? Ich glaube nicht daran.

 

Lausanne-Sport: Was steckt in der Wundertüte?

Ausgangslage: Wer oder was ist der FC Lausanne-Sport? Die an guten Tagen vielleicht spektakulärste Mannschaft der Liga, die am Ende einer Saison aber trotzdem so viele nicht gute Tage einzieht, dass sie trotzdem keinen Blumentopf gewinnt. Das war unter Ludovic Magnin (Rang 5) so, der zu Basel wechselte. Unter Peter Zeidler (Rang 9), der entlassen wurde – und unter Neo-Coach Luka Elsner? Der Slowene tritt an, um den Waadtländern endlich mehr Stabilität zu verpassen, trifft aber auf ein Team, dass mit Theo Bair (6 Tore, zurück zu Auxerre), Gaoussou Diakité (7 Tore, zurück zu Salzburg), Keeper Karlo Letica und LV Sékou Fofana (zu Auxerre) einige gewichtige Abgänge zu verkraften hat.

Schlüsselfiguren: Trainer Luka Elsner, der Le Havre AC vor drei Jahren in die Ligue 1 führte, seitdem aber keine Spielzeit mehr bei dem Klub, bei dem er sie auch begann, beendete. Keeper Melvin Mastil, der die ziemlich grossen Fussstapfen von Vorgänger Letica ausfüllen soll, mit Algerien aber noch bis Anfang Juli an der WM weilte. Das bewährte IV-Duo Karim Sow und Kevin Muanga. Die Mittelfeldspieler Jamie Roach und Brandon Soppy. Der bisherige Captain Olivier Custodio und natürlich Sturmtalent Omar Janneh.

Was Hoffnung macht: Omar Janneh. Der Ende August 20 Jahre alt werdende Spanier benötigt im Frühjahr nur eine Halbserie, um sich als Topskorer (8 Tore, 1 Assist) in der Olympiastadt zu etablieren. Bleibt er Lausanne über den Sommer hinaus erhalten und entwickelt sich weiterhin positiv, könnte er der „Difference Maker“ sein, den die Waadtländer im Kampf um die Top 6 benötigen werden.

Prognose: Nach der ordentlichen Saison 24/25 und einer über weite Strecken guten Europacup-Kampagne, hat Lausanne-Sport in der zurückliegenden Halbserie einiges an Momentum verloren. Mit dem in der Schweiz gänzlich unbekannten Trainer Luka Elsner und mit einem – Stand jetzt – geschwächten Kader, soll dieses nun zurückgewonnen werden. Ob das gelingt? Nur, wenn die Lausannois für einmal fast ausschliesslich positiv überraschen.

 

Keystone_Urs Fluueler- soll mithelfen LUzern Defensivspiel zu ordnen_Neuzugang
Soll nach Thun auch den FC Luzern stabilisieren: Leo Bertone, der neue Dirigent im defensiven Luzerner Mittelfeld (Keystone / Urs Flueeler)

FC Luzern: No Frick, (hoffentlich) no problem

Ausgangslage: Wer oder was ist der FC Luzern? In den viereinhalb Jahren unter Trainer Mario Frick lautete die Antwort verlässlich: Ein direkt nach vorne spielender Klub, bemüht den Gegner unter Druck zu setzen und ohne Angst, dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben. Zwar ohne herausragenden sportlichen Erfolg, aber dennoch mit einer klaren Handschrift, die durchaus für die Arbeit des Trainers sprach. Der ist nun weg, ersetzt durch Jürg «Udo» Portmann (wer kennt ihn nicht), der die vergangenen vier Spielzeiten im Luzerner Nachwuchs verbrachte und dabei offenbar so nachhaltig arbeitete, dass er im internen Rennen um Fricks Nachfolge sogar U21-Coach Michel Renggli überflügelte. Ebenfalls weg: Innverteidiger Adrian Bajrami (Braga), Stammkeeper Pascal Loretz (Hannover 96), Sturm-Juwel Andrej Vasovic (Brügge) und – so die Luzerner Hoffnung – die immer wieder mal auftauchenden defensiven Unzulänglichkeiten.

Schlüsselfiguren: Trainer Udo Portmann, der mit 47 Jahren zum Trainerdebüt im Profi-Fussball kommt. Keeper Raphael Radtke oder wer auch immer dem Bieler Cup-Helden im Luzerner Tor vor die Nase gesetzt wird. Die beiden Defensiv-Routiniers Stefan Knezevic und Pius Dorn, neu «gestärkt» durch Mittelfeld-Patron Leo Bertone. Die beiden offensiven Wirbelwinde Matteo Di Giusto und Oscar Kabwitt sowie das Sturmduo Adrian Grbic/Lars Villiger.

Was Hoffnung macht: Der Luzerner Angriff und das trotz dem sehr lukrativen Abgang von Newcomer Andrej Vasovic (für rund 7 Mio. CHF nach Brügge). Denn der 18-Jährige mag vergangene Spielzeit der talentierteste Angreifer im Team der Zentralschweizer gewesen sein, der treffsicherste (7 Tore) war er bei Weitem nicht. Und so verteilt sich die Last des Toreschiessens noch immer auf den mehr oder minder bewährten Schultern von Matteo Di Giusto (12 Tore, 12 Assists), Oscar Kabwitt (11 Tore), Adrian Grbic (11 Tore), Lucas Silva (10 Tore) und Lars Villiger (7 Tore). Vor diesem Hintergrund könnte den Leuchten mit dem Zuzug von Thuns Leo Bertone ein echter Coup gelungen sein. Der defensive Mittelfeldmann traf vergangene Saison elf Mal, könnte aber speziell im Verbund mit der Luzerner Hintermannschaft zum echten Mehrwert werden.

Prognose: Die Luzerner scheinen für das Jahr eins nach Mario Frick gut gerüstet. Zwar ist die Wahl Portmanns nicht ohne Risiko und auch die Torhüter-Position eine potentielle Baustelle (Justin Hammel, anyone?), trotzdem gefällt, was der FCL bereits zu Saisonbeginn auf den Platz stellen kann. Wirbeln Di Giusto & Co. ähnlich erfolgreich wie im vergangenen Jahr, liegt ein Platz in den Top 6 drin.

 

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