Zahlen und Fakten: Torminator und Turbo Mbappé – Dauerläufer Rodri
Die WM 2026 ist Geschichte. Und wie an jedem grossen Turnier wurden in den letzten Wochen die Spieler genau unter die Lupe genommen und ihre Statistiken ausgewertet. Ein kurzer Überblick.
Zehn Tore: Kylian Mbappé war der treffsicherste Spieler der WM 2026. Der Franzose netzte zweimal mehr ein als Lionel Messi und dreimal mehr als Erling Haaland und Jude Bellingham. In der ewigen WM-Torschützenliste hat Mbappé mit nun 22 Toren den Deutschen Miroslav Klose (16) von der Spitze der ewigen Torschützenliste verdrängt und liegt auch einen Treffer vor Lionel Messi (21), der wohl seine letzte WM bestritten hat. Bester Vorlagengeber des Turniers war mit Michael Olisé ebenfalls ein Franzose. Er gab bei sieben Toren den entscheidenden Pass und stellte damit einen neuen Rekord auf. Mit 20 Toren waren die Franzosen gemeinsam mit den Engländern das treffsicherste Team dieser WM. Zudem hatten sie insgesamt 139 Torabschlüsse und wurden in dieser Statistik nur von den Spaniern (140) übertroffen. Allerdings waren die Franzosen im Endeffekt gerade im Direktduell im Halbfinal gegen den Weltmeister Spanien halt doch zu wenig produktiv.
Hexenmeister Orlando Gill – Passkönig Rodri
28 Paraden zeigte Paraguay-Goalie Orlando Gill und war in diesem Ranking vor Eloy Room (Curaçao) die Nummer 1. Dahinter folgen mit 20 Paraden Argentiniens Emiliano Martinet, Portugals Diogo Costa und der Schweizer Gregor Kobel. Weltmeister Unai Simon hielt seinen Kasten sieben Mal sauber und kassierte nur einen Treffer, während Mike Maignan (Frankreich), Mahmud Abunada (Katar) und Max Crocombe (Neuseeland) jeweils zehn Mal bezwungen wurden.
Spanien-Captain Rodri war die Ballverteilungsmaschine des Turniers. Der Mittelfeldstratege spielte 799 Pässe, von denen 93 Prozent ihr Ziel erreichten. Hinter ihm folgen seine Teamkollegen Paul Cubarsi (690 Pässe, 97 Prozent) und Aymeric Laporte (660 Pässe, 94 Prozent). Bester Schweizer in dieser Statistik ist übrigens auf Rang 8 Manuel Akanji mit 479 Pässen und 93 Prozent, während Taktgeber Granit Xhaka mit 470 Pässen und einer Genauigkeit von 91 Prozent Rang 10 belegt. Wenig überraschend haben die spanischen Weltmeister während des Turniers auch als Team am meisten Pässe gespielt (5470), während dahinter Vizeweltmeister Argentinien (5248) und Frankreich (4318) folgen. Die Schweiz belegt mit 3231 Pässen Rang 6.
Turbo Mbappé – Wiederholungstäter Bellingham
Dass Torschützenkönig Mbappé der schnellste Spieler des Turniers war, ist keine grosse Überraschung. Sein Topspeed betrug gemäss den offiziellen Statistiken 37,61 Stundenkilometer. Hinter ihm folgen der Schwede Anthony Elanga (37,16 km/h) und der Niederländer Micky Van De Ven (36,77). Breel Embolo sorgte bei den Schweizern für den höchsten Top-Speed – mit 34,75 km/h. Die meisten Sprints absolvierte Jude Bellingham (403) vor Michael Olisé (388) und Marc Cucurella (363). Fleissigster Schweizer Sprinter war Dan Ndoye (248).
Der Dauerläufer schlechthin war während dieser WM Spaniens Captain Rodri, der 96'233 Meter zurückgelegt hat und damit vor Argentiniens Alexis Mac Allister (90'561) und seinem Landsmann Marc Cucurella (87'986 Meter) liegt. Der Schweizer Dauerläufer war Remo Freuler (73'750 Meter) vor seinem Mittelfeldkollegen Granit Xhaka (72'775 Meter). Am wenigsten Meter schaffte von den eingesetzten Schweizer Spielern Christian Fassnacht (1743 Meter), während Goalie Gregor Kobel immerhin auf 38'006 Meter kommt und teamintern Rang 9 belegt.
Täter El Aynaoui – Opfer Messi
104 Matches wurden in den letzten Wochen an der WM ausgetragen – und der Spieler mit den meisten Fouls war der Marokkaner Neil El Aynaoui (15) vor Paraguays Andres Cubas und den Spaniern Lamine Yamal und Alex Baena (alle 14). Härtester oder unfairster Schweizer war Ricardo Rodriguez (11 Fouls) vor Breel Embolo (9). Am meisten einstecken musste Argentiniens Superstar Lionel Messi, der 20 Mal gefoult wurde. Hinter ihm folgen der Belgier Jérémy Doku (18) und Englands Jude Bellingham (17). Von den Schweizern wurde Dan Ndoye am häufigsten unfair gestoppt – 16 Mal. Dass die Stürmer auf der Torjagd gerne das Limit ausreizen, ist bekannt. Und so erstaunen auch die Namen nicht, die am häufigsten aus einer Offsideposition zurückgepfiffen wurden: Luis Diaz (9 Mal) sowie Kylian Mbappé und Lamine Yamal (je 7 Mal). Die Schweizer Offsidekönige waren Breel Embolo und Dan Ndoye (je 4 Mal).
Die Zahlen und Statistiken verraten aber wie so oft nur einen Teil der Wahrheit. Entscheidend ist das Resultat auf dem Totomat – und da triumphierten am Ende die Spanier, die zum zweiten Mal nach 2010 den Titel gewannen. Den Argentiniern, Champion 1978, 1986 und 2022 blieb dagegen wie schon 1930, 1990 und 2014 nur der ungeliebte Vizetitel.