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SL-Preview: Vaduz, GC, Thun und der Blick nach unten

Patrick

Noch neun Tage: Dann startet die Brack Super League mit den Partien Servette vs. Basel und Lausanne vs. GC in die neue Saison. Mit dem FC Thun als Titelverteidiger, dem FC Vaduz als Aufsteiger und den „Grossen“ in Basel, Bern und Zürich auf der Suche nach neuen Erfolgen. Wer in den kommenden Monaten überraschen, und wer enttäuschen wird? Zum Auftakt befassen wir uns mit einem Trio, das im Laufe dieser Spielzeit öfter Mal einen Blick in den Rückspiegel werfen sollte.

Zwei auf die es ankommen wird_Thuner IV Marco Bürk und Jan Bamert
Zwei, die bei Meister Thun auch in der neuen Spielzeit mit anpacken müssen: Die beiden Innenverteidiger Marco Bürki (l.) und Jan Bamert (r.) © KEYSTONE / Anthony Anex

FC Vaduz, Aufsteiger

Ausgangslage: Nach fünf Jahren in der Challenge League ist der FC Vaduz zurück. Mit einem Mini-Budget (CHF 6,5 Mio.) und nicht unbedingt zur Freude vieler Schweizer Fussballfans. Dass sie nur bedingt willkommen sind, ist den Liechtensteinern bewusst, genauso wie die Schwierigkeit, das Abschneiden des letztjährigen Aufsteigers noch zu toppen. Doch das müssen die Vaduzer auch nicht. Platz 10 wäre bereits ein grosser Erfolg.

Schlüsselfiguren: Aufstiegstrainer Marc Schneider, Keeper Leon Schaffran, das erfahrene IV-Duo Liridon Berisha und Niklas Lang, Captain Nicolas Hasler, Mittelfeldmann Dominik Schwizer, Topskorer Marcel Monsberger (zuletzt zwölf Tore und vier Vorlagen) und die beiden stürmenden Neuzugänge Dejan Dokic und Dejan Sorgic.

Was Hoffnung macht: Eigentlich hat der FC Vaduz keine Chance, aber das dachte man vor einem Jahr auch vom FC Thun. Wie die Geschichte ausging, wissen wir alle. Damit will ich nicht sagen, dass ich den Vaduzern einen ähnlichen Lauf durch die Liga zutraue,  wie den Berner Oberländern. Aber was, wenn zwei der zahlreichen und z.T. noch unbekannten Neuzugänge im Offensivbereich plötzlich einschlagen? Einem GC, dass bislang nur durch eine erneuten Besitzerwechsel und prominente Abgänge aufgefallen ist sowie einem weiteren kriselnden Superligisten könnten die Liechtensteiner durchaus gefährlich werden.

Prognose: Der FC Vaduz muss hoffen – auf schwächelnde Konkurrenten und eigene Neuzugänge, die sich als echte Verstärkungen entpuppen. Das ist für gewöhnlich keine gute Basis für eine erfolgreiche Saison. Deshalb bleibt der FCV der erste Favorit auf den Abstieg.

 

GC, Barrage-König

Ausgangslage: Nach drei (erfolgreichen) Barrage-Teilnahmen in Folge unternehmen die Grasshoppers in der anstehenden Saison einen erneuten Anlauf, sich in der Super League als Klub des breiten Mittelfelds zu positionieren. Und das sprichwörtlich: Mit der Bridge Football Group hat der Rekordmeister nämlich den dritten neuen Besitzer seit dem Super-League-Aufstieg 2021. Dessen erste «Order of Business»: Dem Kader nach dem Abgang diverser Schlüsselspieler schleunigst mehr Qualität, Leadership und Erfahrung beizufügen.

Schlüsselfiguren: Trainer Peter Zeidler, Captain und Klub-Ikone Amir Abrashi, Torhüter Justin Hammel, Innenverteidiger Abdoulaye Diaby sowie der letztjährige Topskorer Luke Plange. Oder anders ausgedrückt. Im Kader des Rekordmeisters hat es nach dem Abgang diverser Leistungsträger (Asp Jensen, Zvonarek, Abels, El Bachir Ngom, Frey) noch reichlich Platz für Verstärkungen.

Was Hoffnung macht: Vielleicht der FC Vaduz, denn ohne den liechtensteinischen Aufsteiger würden die Grasshoppers zum jetzigen Zeitpunkt als klarer Abstiegskandidat Nr. 1 in die neue Saison starten. Immerhin verfügen die Hoppers in Peter Zeidler über einen erfahrenen Trainer und einen Kader, dem es zumindest an jungen, entwicklungsfähigen Spielern nicht mangelt. Möglicherweise findet die Bridge Football Group, die künftig auf die Dienste von Ex-Sportchef Alain Sutter verzichtet, ja via dem eigenen Scouting-Zentrum in den Niederlanden noch den einen oder anderen Spieler, der dem Klub dringend benötigte Qualität und Erfahrung bringen kann.

Prognose: Rang 11 - wenn es gelingt, die Mannschaft noch mit mindestens zwei bis drei  überdurchschnittlichen Super-League-Spielern zu verstärken.

 

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Schade, gewinnt die Kulisse keine Punkte: Vaduz-Trainer Marc Schneider und sein Team stehen vor einer schwierigen Saison (Keystone / Gian Ehrenzeller)

FC Thun, Titelverteidiger

Ausgangslage: Mutig ist sie nicht, die Vorhersage, dass der FC Thun in der kommenden Spielzeit vermehrt nach unten wird blicken müssen. Schliesslich starten die Berner Oberländer ja auch ganz oben, als letztjähriger Sensationsmeister und Titelverteidiger. Nun kommen CL-Qualifikationsspiele (vs. Dinamo Zagreb) und der Umgang mit einem substantiell veränderten Kader auf die Thuner zu, die in der Sommerpause den Verlust von Trainer Mauro Lustrinelli, Taktgeber Leo Bertone, Topskorer Elmir Rastoder sowie der beiden Playmaker Kastriot Imeri und Ethan Meichtry beklagen mussten. Eine Wiederholung des letztjährigen Höhenflugs erscheint deshalb unwahrscheinlich.

Schlüsselfiguren: Der neue Trainer Gian-Luca Privitelli, der von der U20-Nati kommt und zum ersten Mal auf Profistufe den Chef macht. Torhüter Niklas Steffen. Die defensiven Aussenläufer Fabio Fehr und Michael Heule. Der zu Beginn der Saison (vier Spiele) noch rotgesperrte Captain Marco Bürki. Mittelfeldmann Mattias Käit sowie das Sturm-Duo Christopher Ibayi und Brighton Labeau. Sie alle werden in der anstehenden Spielzeit noch mehr gefordert sein.

Was Hoffnung macht: Ein grosser und wichtiger Teil der Thuner Meistermannschaft aus dem Vorjahr ist noch da. Spieler wie das IV-Duo Bürki/Bamert, Mittelfeldmann Valmir Matoshi, Sturmhoffnung Furkan Dursun oder die Neuzugänge Nicolas Bürgy (von Odense BKO), Nassim Zoukit und Dorian Derbaci (beide Aarau) können beweisen, dass das vergangene Jahr kein einmaliger Ausrutscher nach oben war, bzw., dass sie dazu in der Lage sind, die durch Abgänge oder Verletzungen (Kreuzbandriss Genis Montolio) entstandenen Lücken im Kader zu schliessen.

Prognose: Vieles in Thun ist neu, inklusive veränderten Erwartungen und einer zumindest spätsommerlichen zwei- bis dreifach Belastung. Die Top 6 erreicht der Meister deshalb in diesem Jahr nicht, eher muss er sich in Richtung Rang 10 orientieren.

 

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