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Vertragslose Stars auf Jobsuche

Andy

Die Teams der europäischen Top-5-Ligen befinden sich nach der WM wieder in der Saisonvorbereitung. Gleichzeitig dreht das Transferkarussell. Noch sind einige namhafte Spieler auf Klubsuche – darunter auch Schweizer Nationalspieler.

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Die Zeit von Dusan Vlahovic bei Juventus Turin ist abgelaufen. Der Serbe ist aktuell der wertvollste Fussballprofi ohne Vertrag. © IMAGO / Marco Canoniero

Am 31. August respektive zum 1. September schliesst in den europäischen Top-Ligen das Sommertransferfenster. Bis dahin bleibt auf dem Spielerbazar kaum ein Tag ohne neue Gerüchte. Verhandlungen laufen auf Hochtouren, Millionen wechseln den Besitzer – und noch immer sind zahlreiche prominente Spieler ohne Verein.

Vier Wochen vor dem vorläufigen Schliessen des Spielerbazars von Panikkäufen und Verzweiflungstransfers zu sprechen, wäre vermessen. Doch gerade bei vertragslosen Spielern wird die Unruhe eher etwas früher als viel später wohl etwas zunehmen. Wobei bei den besten Fussballern aufgrund vergangener Verträge Existenzangst kein Thema sein dürfte und sich in den meisten Fällen die Qualität durchsetzt und ein Poker irgendwann auch ausbezahlt.

Vlahovic: Begehrt – und teuer

Der aktuell als am wertvollsten eingeschätzte vertragslose Spieler ist der Serbe Dusan Vlahovic mit einem Wert von 35 Millionen Euro. Ende Juni ist der Vertrag des Stürmers bei Juventus Turin ausgelaufen. Die Italiener hätten ihn gerne gehalten, doch die Lohn- und Provisionsforderungen waren für den italienischen Rekordmeister nicht zu stemmen. «Vlahovic hing bis zuletzt an Juve, bei den Zahlen, die er fordert, wird er aber nicht in Italien bleiben», sagt Juve-Sportdirektor Giorgio Chiellini.

Bei einem Spieler dieser Güteklasse brodelt es natürlich in der Gerüchteküche. Von Bayern München über Manchester United, Chelsea, Real Madrid, Napoli bis zu Barcelona – es wurden Top-Adressen gehandelt. Dazu kamen die türkischen Klubs Galatasaray, Besiktas und Fenerbahce sowie Trabzonspor, wobei die SüperLig kaum die Traumdestination des Serben sein dürfte, der möglichst um internationale Meriten mitspielen will.

Ebenfalls mit diversen türkischen Klubs in Verbindung gebracht wird Mohamed Salah. Der ehemalige FCB-Star, der mit Liverpool 2019 die Champions League gewann, zweimal englischer Meister wurde und sich zur Klublegende entwickelte, hat die Reds nach neun Jahren verlassen. Lange wurde darüber spekuliert, dass der 34-Jährige den Spätherbst seiner Karriere in der Wüste verbringen und Millionen kassieren wird. Finanziell potente Klubs aus Saudi-Arabien galten als potenzielle Abnehmer. Dazu kam MLS-Klub Sporting Kansas City, der von Raphael Wicky trainiert wird. Und zuletzt auch Fenerbahce, Besiktas und Trabzonspor. Ob der Ägypter in die SüperLig weiterzieht, ist offen. Vor allem das Angebot von Trabzonspor soll äusserst lukrativ sein – es wird von einem jährlichen Salär von 17 Millionen Euro gemunkelt.

Der Niedergang von Sancho

Während der Wert des 34-jährigen Salah noch mit 22 Millionen Euro beziffert wird, wird der Brite Jadon Sancho auf 18 Millionen geschätzt. Was für ein Niedergang des Offensivspielers, der vor fünf Jahren bei seinem Wechsel von Dortmund zu Manchester United 85 Millionen Euro gekostet hat und statt zu einem Topstar zum Problemfall und Ladenhüter wurde. Dreimal wurde Sancho zwischenzeitlich verliehen, zuletzt war er nach Stationen beim Ex-Klub BVB und dem FC Chelsea als Teilzeitkraft bei Aston Villa tätig.

Lange schien es, als würden die Dortmunder ihn erneut zurückholen. Doch zuletzt erkaltete das Interesse der Borussia und scheint ein erneutes Comeback unwahrscheinlich. Gerüchtehalber hat der Al-Rayyan Sport Club eine lukrative Offerte abgegeben. Ob der sich mit 26 Jahren im besten Fussballalter befindende Engländer aber bereits den Schritt in eine sportlich unbedeutende Liga wagt, ist fraglich. Klar ist dagegen, dass sich Sancho zuletzt beim englischen Zehntligisten Flixton FC fit gehalten und damit für viel Aufsehen gesorgt hat.

Die Liste von vertragslosen Spielern liesse sich bei Bedarf fast beliebig weiterführen. Dazu gehören unter anderem auch bekannte Namen wie Leon Goretzka, dessen Vertrag beim FC Bayern München nicht verlängert wurde und der seine Zukunft in Europa und nicht in Nordamerika sieht. Zuletzt hiess es, der Deutsche habe sich beim FC Barcelona angeboten, andere Quellen bringen ihn auch mit Juventus Turin und Besiktas in Verbindung.

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Auch der Österreicher David Alaba ist auf Jobsuche.

Jobloses Real-Trio – sowie Freuler und Rodriguez

Auf dem Markt befinden sich auch drei ehemalige Stars von Real Madrid: Verteidiger Dani Carvajal, der mit den Königlichen 27 Titel gewonnen hat. Der Österreicher David Alaba, der bei den Spaniern ebenfalls keinen Vertrag mehr erhielt. Immer wieder wird er mit italienischen Spitzenklubs wie AC Milan oder Juventus Turin in Verbindung gebracht, mögliche Interessenten sind auch Vereine aus Saudi-Arabien sowie aus der Major League Soccer. Und auch Mittelfeldspieler Dani Ceballos hat keine Zukunft in Madrid. Sein Vertrag wurde aufgelöst, als mögliche neue Arbeitgeber werden Juventus Turin, Atlético. Besiktas und Betis Sevilla gehandelt.

Mit Remo Freuler und Riccardo Rodriguez stehen auch zwei Schweizer Nationalspieler auf der Liste der Vertragslosen. Bei Freuler wurde über die AS Roma, Olympiakos Piräus, der Saudi-Klub Neom SC und Sassuolo als neue Destinationen spekuliert. Ricardo Rodriguez wurde nach seinem Abschied von Betis Sevilla mit dem FC Sion und Sampdoria Genua in Verbindung gebracht. Wohin es den 33-jährigen Aussenverteidiger zieht, ist aber unklar. Vor der WM hatte er zu blue Sport lediglich gesagt: «Ich könnte mir vorstellen, in den USA zu spielen, in Spanien zu bleiben oder zurück nach Italien zu gehen. Dubai, Katar, Japan – ich schliesse nichts aus.»

Spätestens Ende August werden die meisten dieser prominenten Namen einen neuen Arbeitgeber gefunden haben. Bis dahin dürfte die Gerüchteküche allerdings weiter kräftig brodeln.

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