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Vier Schweizer Bekannte wollen der Nati wehtun

Andy

Heute Abend ist die Schweiz gefordert: Gegen Bosnien-Herzegowina ist ein Sieg schon fast Pflicht, um die Weichen in Richtung Sechzehntelfinals oder noch weiter zu stellen. Doch vier bei uns bestens bekannte Spieler wollen das verhindern und Spielverderber sein.

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Der frühere St. Galler Ermedin Demirovic blieb gegen Kanada ohne Torerfolg. © KEYSTONE/EPA/EDUARDO LIMA

Das Unentschieden gegen Katar zum WM-Start war für die Schweizer eine gefühlte Niederlage. Die grossen Ambitionen erhielten einen argen Dämpfer, gleichzeitig sank rund um das Team das Stimmungsbarometer. So heisst die neue Realität: Unruhe statt Euphorie. Nun braucht es einen erneuten Stimmungsumschwung – und einen Sieg gegen Bosnien-Herzegowina.

Seit der Unabhängigkeit von Jugoslawien war Bosnien-Herzegowina erst einmal bei Weltmeisterschaften dabei. 2014 in Brasilien scheiterten die Bosnier bereits in der Vorrunde, mussten nach Niederlagen gegen Argentinien und Nigeria und einem Sieg gegen den Iran wieder heimreisen. Noch schlechter ist die Bilanz an Europameisterschaften – noch nie gelang die Qualifikation für eine Endrunde.

Die Welt überraschen

Nun will das Team von Sergej Barbarez aber den nächsten Schritt machen und die «Welt überraschen», wie der Nationaltrainer im Vorfeld sagte. Durch die erfolgreiche WM-Qualifikation, die in den Playoffs mit Siegen im Penaltyschiessen gegen Wales und Italien gesichert wurde, sei in der Heimat eine unglaubliche Euphorie ausgebrochen. «Die Menschen in Bosnien-Herzegowina sind sehr glücklich. Das macht einen stolz», so Barbarez. Noch grösser wäre der Stolz natürlich, wenn er und sein Team nach dem 1:1 beim WM-Start gegen Kanada heute gegen die Schweiz gewinnen und so einen grossen Schritt in Richtung Sechzehntelfinal machen würden. Mut macht dabei, dass die Bosnier das bislang einzige Duell gegen die Schweiz gewannen – Ende März 2016 siegte Bosnien im Letzigrund in einem Freundschaftsspiel nach Toren von Edin Dzeko und Miralem Pjanic mit 2:0.

Aus bosnischer Sicht schreit dies nach Wiederholung. Und dafür sorgen sollen unter anderem vier Spieler, die man in der Schweiz bestens kennt.

Demirovic, Tabakovic, Katic, Gigovic…

Mittelstürmer Ermedin Demirovic spielte in der Saison 2019/20 für den FC St. Gallen und erzielte in 28 Meisterschaftsspielen 14 Tore und bildete mit Cedric Itten ein brandgefährliches Angriffsduo. Damals war er vom spanischen Klub Alaves an die Ostschweizer ausgeliehen worden, in der Folge zog er zu Freiburg und Augsburg weiter, mittlerweile stürmt er für Stuttgart und ist mit zwölf Treffern hinter Deniz Undav der zweitbeste Torschütze. Im Nationalteam ist Demirovic aber noch nicht so richtig auf Touren gekommen – in 41 Spielen erzielte er lediglich vier Tore. Es ist eine Bilanz, die er ja nicht unbedingt gegen die Schweiz aufbessern muss.

Eine noch intensivere Beziehung zur Schweiz hat Haris Tabakovic. Der 31-jährige Stürmer wurde in Grenchen geboren und fussballerisch bei den Young Boys gross, bei denen er 2013 auch seine Profikarriere lancierte. Danach folgten Wanderjahre mit den Stationen Wil und GC, ehe er durch Europa tingelte (Ungarn, Österreich, Deutschland). Seit 2024 steht er bei Hoffenheim unter Vertrag, die letzte Saison bestritt er aber leihweise für Gladbach und erzielte 13 Tore.

Nachdem Tabakovic einst noch für Schweizer U-Auswahlen gespielt hatte, debütierte er im November 2023 für Bosnien und erzielte seither in zehn Spielen vier Tore. Nach einer Fussverletzung war lange unklar, ob er an die WM reisen kann, das Spiel gegen die Schweiz dürfte für ihn aber wohl zu früh kommen, auch wenn er zuletzt wieder teilweise mit dem Team trainierte.

Auch Innenverteidiger Nikola Katic hat in der Schweiz Spuren hinterlassen. Der 1,94-Meter-Hüne spielte von 2022 bis 2025 für den FC Zürich und stabilisierte die Defensive. Im Winter 2025 zog er auf Leihbasis Plymouth Argyle in die englische Championship weiter. Nach einem halben Jahr wechselte er zu Schalke 04, wurde sofort Stammspieler und war massgeblich am Aufstieg in die Bundesliga beteiligt. Beim WM-Auftakt gegen Kanada zeigte Katic in der Defensive eine starke Leistung, und er wird nun versuchen, den Schweizer Offensivkräften das Leben schwer zu machen.

Mit Armin Gigovic steht bei den Bosniern zudem ein Spieler im Kader, der aktuell sein Geld in der Super League verdient. Der Mittelfeldspieler wechselte im vergangenen Sommer von Holstein Kiel zu den Young Boys und kam bei den Bernern auf 31 Spiele in der Meisterschaft, ein Tor und fünf Assists. Für Schlagzeilen sorgte er aber vor allem, als er Anfang November innert vier Tagen zweimal frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Zuerst sah er in der Meisterschaft gegen den FC Basel innert einer Viertelstunde zweimal Gelb. Dann kassierte er in der Europa League gegen Thessaloniki nach bereits sechs Minuten wegen eines Fouls Rot.

Gigovic ist in Schweden geboren und aufgewachsen, bestritt Spiele für die schwedischen U-Nationalteams sowie zwei A-Länderspiele (gegen Island und Estland), ehe er sich für Bosnien-Herzegowina entschied. In seiner Statistik stehen für seine neue Heimat mittlerweile 21 Spiele (ein Tor, ein Assist). Gegen Kanada wurde er nach einer Stunde eingewechselt, blieb aber unauffällig.

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