Wer darf weiter europäisch träumen?
Der Traum von der Qualifikation für eine Ligaphase lebt: Heute Abend treten der FC Thun, der FC Sion, der FC St. Gallen und der FC Lugano wieder auf dem europäischen Parkett an.
Der FC Thun hat zuletzt international an einer Sensation geschnuppert. War in der Qualifikation zur Champions League nahe dran, den viel höher eingestuften kroatischen Meister Dinamo Zagreb auszuschalten. Mit einem Sieg hätten die Berner Oberländer den Einzug in eine Ligaphase sicher gehabt. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die vier international vertretenen Schweizer Klubs nehmen bereits heute die nächste Etappe auf diesem Weg in Angriff.
Der FC Thun trifft auf den isländischen Meister Vikingur Reykjavik. Und dabei ist das Team von Gian-Luca Privitelli favorisiert. Auch die Isländer mussten den Traum von der Champions League begraben. Sie scheiterten in der 2. Qualifikationsrunde an Hapoel Be’er Scheva. Nach einem 2:1-Heimsieg verlor Vikingur das Rückspiel mit 0:2. Bereits in der 1. Qualifikationsrunde hatte sich Vikingur gegen den ungarischen Vertreter Györi ETO durchgesetzt.
Mitentscheidender Mann war bisher Stürmer Nikolaj Hansen. Der Däne erzielte gegen Hapoel Be'er Scheva beide Tore im Hinspiel und traf auch gegen Györi ETO. Der Däne erzielte gegen Hapoel Be’er Scheva beide Tore im Hinspiel und traf auch gegen Györi ETO. Der achtfache isländische Meister verfügt zudem über einen äusserst prominenten Namen im Kader: Der 36-jährige Gylfi Sigurdsson stand in seiner Karriere unter anderem für Hoffenheim, Tottenham Hotspur und für Everton auf dem Platz. Der zehnfache isländische Fussballer des Jahres und 86-fache Nationalspieler trägt seit 2025 das Trikot von Vikingur.
Bei einem Weiterkommen trifft Thun auf den Sieger aus der Begegnung zwischen Lech Posen und KI Klaksvik. Wahrscheinlich würde dort der polnische Meister Lech Posen warten. Diese Hürde wäre zwar anspruchsvoll, erscheint aber machbarer als Dinamo Zagreb. Lech Posen ist etwas stärker einzuschätzen als die Thuner, sollte aber eher machbar sein als Dinamo Zagreb. Und sollte es doch Klaksvik, das Team von den Färoern, schaffen – umso besser. Sollte man aber über Reykjavik stolpern, hiesse der Gegner FK Borac Banja Luka (Bosnien-Herzegowina) oder ML Vitebsk (Belarus). Auch dies sind durchaus machbare Aufgaben, so dass der Schweizer Meister trotz wechselhaftem Saisonstart zumindest den Einzug in die Conference League schaffen sollte.
Gute Chancen auf ein längeres europäisches Abenteuer hat auch der FC Lugano. Die Tessiner bekommen es mit NSI Runavik von den Färöern zu tun – es ist eine Pflichtaufgabe und ein Scheitern wäre eine Blamage. In den Playoffs würde die Hürde dann grösser. Der Verlierer aus dem Duo Maccabi Tel Aviv und ZSKA Sofia würde das Team von Mattia Croci-Torti fordern. So wird der Weg in die Gruppenphase zwar nicht zum Selbstläufer. Aber die Qualifikation ist den Tessinern zuzutrauen.
Der FC St. Gallen ist nach dem Ausscheiden gegen Benfica Lissabon in der Begegnung mit Sheriff Tiraspol der klare Favorit, zumal die Espen mit dem Heimsieg gegen Benfica angedeutet haben, wozu sie fähig sind und auch in der Super League noch ohne Verlustpunkt sind. In den Playoffs wäre dann der dänische Klub FC Nordsjaelland der Gegner. Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe, denn die Dänen haben zuletzt GAIS Göteborg im Rückspiel gleich mit 6:0 aus dem Stadion geballert. Der andere und leichtere Gegner im Playoff wäre Valur Reykjavik.
Last but not least ist da noch der FC Sion, dem ein Husarenstück gelingen muss, um es in die Ligaphase der Conference League zu schaffen. Der FC Noah aus Armenien sollte keine allzu grosse Hürde sein, doch danach wartet entweder der Shelbourne FC aus Irland – oder dann Ajax Amsterdam.
Damit haben alle vier Schweizer Vertreter mehr oder weniger grosse Chancen, den europäischen Herbst zu erreichen – aber zuerst müssen noch unterschiedlich hohe Hürden überwunden werden.